Sieg über (sexuelle) Sünde

Dies sind sechs erprobte und bewährte Strategien zur Bekämpfung der Lust für Männer und Frauen. Für Männer ist es offensichtlich. Die Notwendigkeit der Kriegsführung gegen das Bombardement der visuellen Versuchung und sich auf sexuelle Bilder zu fixieren, ist dringend. Für Frauen ist es weniger offensichtlich, aber genauso groß, wenn wir den Bereich der Versuchung auf Essen oder Figur oder Beziehungsfantasien ausweiten. Wenn ich „Lust“ sage, meine ich den Bereich der Gedanken, Vorstellungen und Wünsche, die zu sexuellem Fehlverhalten führen. Hier ist also eine Reihe von Strategien im Kampf gegen falsche Begierden. Ich habe sie in Form eines Akronyms formuliert: W E R B E N.

Das Werben-Prinzip

1. Weiche

Weiche von allen Orten und Situationen, wo du versucht wirst.
Wir kennen unsere Schwächen. Beobachte und finde raus, was sie auslöst. „Vermeiden“ ist eine biblische Strategie.“ So fliehe nun die jugendlichen Lüste, jage aber der Gerechtigkeit nach“ (2. Timotheus 2,22). „Pflegt das Fleisch nicht bis zur Erregung von Begierden!“ (Römer 13,14)

2. Empöre dich!

Empöre dich gegen jeden lustvollen Gedanken innerhalb von fünf Sekunden und sage “Nein” dazu.
Du hast nicht viel mehr als fünf Sekunden Zeit. Gib ihm mehr Zeit, und es wird sich mit solcher Kraft festsetzen, dass es fast unaufhaltsam ist. Sprich es laut aus, wenn du dich traust. Werde hart und kriegerisch. Wie John Owen sagte: „Töte die Sünde oder sie wird dich töten.“ Schlagt schnell zu und schlagt hart zu. „Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch“ (Jakobus 4,7).

3. Richte aus!

Richte deine Gedanken auf Jesus, der für dich gestorben und auferstanden ist.
„Nein“ zu sagen wird nicht ausreichen. Du musst von der Verteidigung zur Offensive übergehen. Bekämpfe Feuer mit Feuer. Greife die Verheißungen der Sünde mit den Verheißungen von Christus an. Die Bibel nennt Begierden „betrügerische Begierden“ (Epheser 4,22). Sie lügen. Sie versprechen mehr, als sie halten können. Die Bibel nennt sie „Begierden, denen ihr früher in eurer Unwissenheit dientet“ (1. Petrus 1,14). Nur Narren geben ihnen nach. „So dass er ihr plötzlich nachlief, wie ein Ochse zur Schlachtbank geht“ (Sprüche 7,22). Betrug wird durch Wahrheit besiegt. Unwissenheit wird durch Wissen besiegt. Es muss glorreiche Wahrheit und schönes Wissen sein. Wir müssen unseren Verstand mit den überlegenen Verheißungen und Freuden Jesu bestücken. Dann müssen wir uns ihnen sofort zuwenden, nachdem wir „NEIN!“ gesagt haben.

4. Bleibe standhaft!

Bleibe standhaft bis zum Sieg, indem du Gottes Verheißungen festhältst.
Richte deine Augen auf Jesus (siehe Hebräer 12,2). Hier ist es, wo viele versagen. Sie geben zu früh auf. Sie sagen: „Ich habe versucht, es zu überwinden, und es hat nicht funktioniert.“ Ich frage: „Wie lange hast du es versucht? Wie stark hast du deinen Willen angestrengt?“ Der Verstand ist ein Muskel. Du kannst ihn mit Wucht anspannen. Sei brutal. Halte dir die Verheißung Christi vor Augen. Halte es fest. Halte es fest! Lass es nicht los! Halte es weiter fest! Wie lange? So lange wie es dauert. Kämpfe! Um Himmels willen, kämpfe, bis du gewinnst! Wenn ein elektrisches Garagentor dabei wäre, dein Kind zu zerquetschen, würdest du es mit aller Kraft hochhalten und um Hilfe schreien, und es halten und halten und halten und halten.

5. Erfreue!

Erfreue dich an der Schönheit Jesu.
Pflegen die Fähigkeiten zur Freude an Christus. Ein Grund, warum in so vielen Menschen von der Lust beherrscht sind, ist, dass Christus so wenig Anziehungskraft hat. Wir verfallen dem Betrug der Sünde, weil wir wenig Freude an Christus haben. Sage nicht: „So bin ich einfach nicht.“ Welche Schritte hast du unternommen, um die Zuneigung zu Jesus zu wecken? Hast du für die Freude gekämpft? Sei nicht schicksalsergeben. Du wurdest geschaffen, um Christus von ganzem Herzen zu schätzen – mehr als du Sex oder Zucker schätzt. Wenn du wenig Geschmack für Jesus hast, werden konkurrierende Vergnügungen triumphieren. Flehe Gott um die Zufriedenheit an, die du nicht hast: „Sättige uns früh mit deiner Gnade, so wollen wir jubeln und fröhlich sein unser Leben lang.“ (Psalm 90,14). Dann schau, schau und schau auf die herrlichste Person im Universum, bis du ihn so siehst, wie er ist.

6. Nutze!

Nutze deine Zeit und mach etwas Sinnvolles.
Lust wächst schnell im Garten der Freizeit. Finde ein gutes Werk, das du tun kannst, und tue es mit aller Kraft. „Im Eifer lasst nicht nach, seid brennend im Geist, dient dem Herrn!“ (Römer 12,11). „Darum, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich, nehmt immer zu in dem Werk des Herrn“ (1. Korinther 15,58). Fülle dich mit Arbeit. Steh auf und tue etwas. Fege einen Raum. Hämmere einen Nagel ein. Schreibe einen Brief. Repariere einen Wasserhahn. Und tue es um Jesu willen. Du wurdest geschaffen, um zu herrschen und zu schaffen. Christus ist gestorben, um dich „eifrig in guten Werken“ zu machen (Titus 2,14). Ersetze betrügerische Begierden durch eine Leidenschaft für gute Taten.

Verheißungen

Lerne diese Verheißungen. Greife fest daran.

Gottes hat sich zur Reinheit berufen

Denn Gott hat uns nicht zur Unreinheit berufen, sondern zur Heiligung.

(1.Thessalonicher 4,7)

„Denn“ zeigt an, dass die Warnung gerechtfertigt ist, dass Christus richten (4,6) wird. Unmoral muss vermieden werden, da sie mit dem gnädigen Ruf Gottes unvereinbar ist. Die Tatsache, dass „hat berufen“ in der Vergangenheitsform steht, zeigt uns den göttlichen Ruf als ein vergangenes historisches Ereignis, die Zeit ihrer Bekehrung.
Dieser Ruf, vermittelt durch die Verkündigung des Evangeliums in Thessalonich, hat die Leser aus dem Heidentum herausgeführt und sie in Gottes gesegnetes Reich hineingestellt. Dieser Ruf hat moralische Folgen.

Gott direkter Wille ist, dass wir heilig sind.

Gott selbst wird dich stärken

Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch, ja, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit!

(Jesaja 41,10)

Israel brauchte Gottes zerstörerisches Gericht nicht zu fürchten, wie es die anderen Nationen zu fürchten hatten, denn er ist ihr Gott und hält seine Verheißung, die Nation wiederherzustellen.
Wie viel mehr hat Gott dir versprochen, dich heiligen zu wollen.

Gott gibt dir nicht mehr als du ertragen kannst

Es hat euch bisher nur menschliche Versuchung betroffen. Gott aber ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern er wird zugleich mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen, so dass ihr sie ertragen könnt. 

(1.Korinther 10,13)

Gott bringt Umstände in unser Leben hinein, die uns prüfen sollen. Wie Hiob erkennen wir solch eine Situation oftmals nicht sofort als Test und kämen ganz bestimmt nicht auf die Idee, dass Gott sie herbeigeführt hat. Aber unsere Reaktion offenbart unsere Treue – oder Untreue.

Kein Christ kann behaupten, dass die Versuchung zu groß gewesen ist oder dass Satan ihn »gezwungen« habe. Niemand kann uns zur Sünde zwingen, nicht einmal Satan.

Ein Christ kann sich jedoch auf die Hilfe seines Vaters im Himmel verlassen, wenn er aus der Versuchung siegreich herausgehen möchte. Gott aber ist treu. Er verlässt die Seinen nicht. »In sechs Bedrängnissen wird er dich erretten, und in sieben wird dich nichts Böses antasten« (Hi 5,19). Wenn unsere Treue auch auf die Probe gestellt wird, so können wir uns auf Gottes Treue stets verlassen. Wir dürfen absolut sicher sein, dass er nicht zulassen wird, dass wir über unser Vermögen versucht werden.
Er wird uns keine Prüfung auferlegen, die wir von vornherein nicht bestehen könnten. Lies dazu mehr in Kommentar von John MacArthur zu 1.Korinter ab Seite 237.

Anfechtungen erdulden lohnt sich

Glückselig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er sich bewährt hat, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben.

(Jakobus 1,12)

In diesem Zusammenhang bezeichnet das Wort „erduldet“ auch das passive, schmerzhafte Überstehen einer Anfechtung und blickt auf den siegreichen Ausgang.

Die Schönheit des Erbes, wenn wir überwinden

Wer überwindet, der wird alles erben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.

(Offenbarung 21,7)

Das geistliche Erbe, das alle Gläubigen empfangen werden (1.Petrus 1,4; Matthäus 25,23), ist die Fülle der neuen Schöpfung. Lies auch Römer 8,16-17.
Hier aber werden wir daran erinnert, dass jeder persönlich glauben muss. Daher heißt es »wer überwindet«. So wird dem Irrtum vorgebeugt, Gottes Gnade sei ja so weit, dass Er alle Menschen erlösen werde, auch solche, die nie daran gedacht haben, an Ihn zu glauben. Nein, jeder muss persönlich »überwinden«, und das heißt persönlich glauben, sich vor Gott demütigen, sein Leben Seiner Führung anvertrauen. Lies dazu mehr im Kommentar von Benedikt Peters zur Offenbarung ab Seite 196.

Materialien

Hier sind ein paar weiterführende Materialien, zum lesen und studieren.

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