Aktuelles

Zeit/Urlaub für Gott einsetzen?!

Das Freizeitheim Wollin ist eine partnerschaftliche Initiative der folgenden Gemeinden:
ECG Berlin-Hellersdorf e.V
Evangeliums-Christengemeinde Berlin-Lichtenberg
Evangeliums-Christengemeinde Berlin-Wartenberg

Das Projekt braucht deine praktische Hilfe für

  • Gebet im Planungs- und Umbauprozess
  • Gebet für ein leuchtendes Zeugnis des Herrn Jesus Christus in der Gegend
  • Aufräumarbeiten der Altlasten
  • Renovierungs- und Malerarbeiten im Haupthaus
  • Bau von Sanitäranlagen für die Zeltlager
  • Bau einer Großküche für die Zeltlager
  • Pflasterarbeiten

Hierfür haben wir vom Montag 08.Juni – Samstag 13.Juni einen Arbeitseinsatz. Bei Interesse meldet euch bei den Ansprechpersonen!

5 Tipps zur Disziplin, ohne gesetzlich zu werden

Ich habe vor meinem geistigen Auge das Bild der jungen Männer in meiner Familie, meiner Söhne und Schwiegersöhne, wie sei vor mir am Tisch sitzen und wir uns über die Lebensbereiche eines gottesfürchtigen Mannes unterhalten. Sie fragen mich: „Wie sollen wir damit umgehen? Sag uns, wie wir uns zur Gottesfurcht disziplinieren sollen, ohne gesetzlich zu werden.“ Meine Antwort darauf ist sehr persönlich.

1. Prioritäten setzen

Ich sage ihnen, dass ich damit beginnen würde, diverse Lebensbereiche durchzusehen, um sie dann auf verschiedene Listen zu schreiben – auf die eine Liste kämen jene Gebiete, in denen ich weniger Defizite habe, auf die andere meine Problembereiche. Um eine objektive Auflistung zu gewährleisten, könnte bei Verheirateten die Unterstützung des Ehepartners hilfreich sein. Bei Unverheirateten könnte ein geistlich reifer Freund helfen.

Im Anschluss würde ich meine Problembereiche der Dringlichkeit nach durchnummerieren – z. B. 1) sexuelle Reinheit, 2) Gedankenwelt, 3) Gebetsleben, 4) Zeugnisgeben, 5) Freigebigkeit, 6) Arbeit, 7) Freundschaft und 8) Leiterschaft. Dann würde ich mit dem ersten Punkt anfangen – in diesem Fall der sexuellen Reinheit –, die Unterpunkte in dem entsprechenden Kapitel dieses Buches noch einmal durchsehen und ein bis drei Dinge auswählen, die mir meiner Meinung nach am ehesten weiterhelfen. Dabei würde ich möglichst der Versuchung widerstehen, mich auf zu viele Bereiche zu konzentrieren. Es ist besser, in wenigen erfolgreich zu sein, als durch Übereifer Fehler zu begehen. In Bezug auf die sexuelle Reinheit würde ich zunächst vielleicht die Bibelstellen lernen, die mir helfen, mich vor Versuchungen zu schützen, und mir zudem keine erotischen Fernsehsendungen oder Filme ansehen. Ich könnte auch Gott vor Zeugen bitten, dass er mir Möglichkeiten zum Zeugnis gibt, und nach Gelegenheiten suchen, wo ich noch verlorenen Menschen begegnen könnte.

Nachdem ich meine Liste durchgegangen bin, hätte ich mir vielleicht zwanzig spezifische Punkte ausgesucht, die mir in meinen acht schwächsten Lebensbereichen hilfreich sein könnten.

2. Realistische Einschätzung

Doch bevor ich ins Detail ginge, würde ich noch einen realistischen und ehrlichen Blick auf die Gesamtliste werfen und mich fragen: „Ist es mir mit der Hilfe Gottes wirklich möglich, die Ziele in den ausgesuchten Bereichen anzustreben?“ Wenn ich hinsichtlich meiner Gedankenwelt so sehr bestrebt bin, eine Veränderung herbeizuführen, dass ich mir vorgenommen habe, das Alte Testament einmal und das Neue Testament zweimal im Jahr durchzulesen – und zusätzlich noch das Buch Krieg und Frieden im Januar, dann habe ich mir etwas wohl nicht gut genug überlegt!

Wäre es nicht ein weitaus realistischeres Ziel, ein Jahr für das Neue Testament zu veranschlagen und in den Monaten Januar bis April Krieg und Frieden durch zu bekommen, wenn Sie ansonsten nicht viel lesen? Gehen Sie sicher, dass Ihre Pläne Arbeit für Sie bedeuten, aber seien Sie sich ebenso sicher, dass sie alles in allem auch durchführbar sind. Es ist besser, Ihre Ziele bei Erfolg zu erweitern, als sich mehr vorzunehmen, als Sie erreichen können. Ein Erfolgserlebnis ist eine gute Ausgangsbasis für ein weiteres.

3. Beten sie

Bevor Sie Ihre Vorhaben in die Tat umsetzen, sollten Sie sich eine Woche Zeit nehmen, um darüber nachzudenken und dafür zu beten. Suchen Sie die Führung des Heiligen Geistes, um auch andere Möglichkeiten persönlicher Disziplin kennenzulernen, als die in diesem Buch beschriebenen.

4. Legen Sie Rechenschaft ab

Bitten Sie Ihre Ehepartnerin oder einen Freund, auf Ihre Fort- oder Rückschritte zu achten. Stellen Sie sicher, dass Sie sich regelmäßig mit ihr bzw. ihm beraten und beten – auch wenn es nur telefonisch geht. Seien Sie bezüglich Ihrer Siege und Niederlagen ehrlich. Und zeigen Sie Ihre Bereitschaft, auf Ratschläge einzugehen und Korrekturen vorzunehmen.

5. Falls Sie Schwierigkeiten bekommen

Zweifelsohne werden Sie Probleme bekommen und gelegentlich sogar total versagen. Wenn das eintrifft, können Ihr verletzter Stolz und Ihre Beschämung Sie dazu bringen, Ihre Sachen am liebsten gleich packen zu wollen und aufzugeben. Wir mögen Dinge nicht, in denen wir versagen. Aber wir müssen erkennen, dass Fehlschläge ein Teil des Erfolges sind – wir gestehen unser Versagen ein und starten einen neuen Versuch. Außerdem stehen wir nicht unter dem Gesetz, sondern in der Gnade. Gott rechnet uns unser Versagen nicht zu, und mit unseren Erfolgen sammeln wir uns auch keine Verdienste bei ihm. Wir versuchen einfach nur, ein diszipliniertes Leben zu führen, das unserem liebenden Vater gefällt – und er hat mehr Verständnis für unser Versagen, als wir gegenüber unseren eigenen Kinder.

Gnade zur Disziplin

Der Mann, der sich in Weisheit zur Gottseligkeit diszipliniert, kennt die Notwendigkeit von Prioritäten, einer realistischen Einschätzung, dem Gebet, der Verantwortlichkeit und ist sich bewusst, dass Fehlschläge zum Erfolg gehören, aber seine größte Weisheit und Kraft liegt in seinem Verständnis von der Gnade. Alles in seinem Leben entspringt der Gnade Gottes – sola gratia – Gnade allein!

Die Errettung geschieht allein aus Gnade. Wir waren tot in unseren Vergehen und Sünden, von dunklen Mächten gefangen, nicht fähig, als ein Toter unsere eigene Errettung zu bewirken.

„Gott aber, der reich ist an Barmherzigkeit, hat … auch uns, die wir in den Vergehungen tot waren, mit dem Christus lebendig gemacht – durch Gnade seid ihr errettet! … Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme“ (Eph 2,4.5.8–9).

Wir sind durch die Gnade Gottes gerettet worden, durch seine unverdiente Gunst. Wie Paulus unmissverständlich deutlich machte, vermindert selbst ein noch so kleiner Anteil von guten Werken die errettende Gnade:

„Wenn aber durch Gnade, so nicht mehr aus Werken; sonst ist die Gnade nicht mehr Gnade“ (Röm. 11,6).

Solo gratia.
So wie die Errettung allein aus Gnade ist, ist es auch das christliche Leben. Hinsichtlich der allgemeinen Erfahrung des Gläubigen in dieser Welt trifft Jakobus diese überwältigende Feststellung: „Er gibt aber desto größere Gnade“ (Jak 4,6). Damit ist nicht die errettende Gnade gemeint, sondern die Gnade, die uns zu einem christlichen Leben in dieser gefallenen Welt befähigt – „größere Gnade“.

Angepasster Auszug aus dem Buch „Mann mit Profil“ von Kent Hughes.

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5 Mythen über Gastfreundschaft

Mythos Nr. 1: Nur von Menschen mit der „Gabe“der Gastfreundschaft kann erwartet werden, dass sie sie praktizieren.

Die Gastfreundschaft an sich ist keine Gabe, sondern ein Mittel, durch das andere geistliche Gaben zur Geltung kommen: Barmherzigkeit, Dienen, Geben und Evangelisieren. Die dynamische Lehre der Gastfreundschaft im Neuen Testament zeigt, dass die Gastfreundschaft in unserer Liebe zu Gott und zu unseren Geschwistern in Christus verwurzelt ist und unseren Wunsch, dass unsere Nächsten die Rettung in Jesus kennenlernen. Wenn Christen sich weigern, Gastfreundschaft zu geben oder zu empfangen, spricht das für ihren Mangel an Liebe, zuerst für den Leib Christi, dann für ihre Nächsten und schließlich für den Herrn (1. Petr 4,8-10).

Mythos Nr. 2: Gastfreundschaft ist Frauensache.

Gastfreundschaft ist ein biblischer Auftrag für die Ältesten der Gemeinde; Männer die mit der Lehre und der Leitung der Gemeinde betraut sind. Der Ruf, Gastfreundschaft zu praktizieren, geht an die Ältesten – zuerst an die Männer und dann an den Rest der Gemeinde. Gastfreundschaft erfordert altmodische, harte Arbeit von jedem – Männern, Frauen und Kindern. Sie ist oft unbequem, kostspielig und in Zeiten der Verfolgung gefährlich. Tischgemeinschaft, biblische Lehre, Psalmensingen, Gebet, gegenseitige Sorge für die Grundbedürfnisse und die Bereitstellung von Wohnraum für Brüder und Schwestern im Glauben, aber auch für den Fremden in unserer Mitte, fallen unter den Schirm der Gastfreundschaft (1. Tim 3,1-2).

Mythos Nr. 3: Nur verheiratete, wohlhabende Menschen mit großen Häusern können Gastfreundschaft leben

Gastfreundliche Christen sind oft diejenigen mit großer Liebe und wenigen Mitteln. Aber alle Gläubigen können Gastfreundschaft gut praktizieren. Gastfreundschaft braucht alle Bevölkerungsgruppen, Persönlichkeiten und Verhältnisse. Sei, wer du in Christus bist, und versammle andere zu dir. Paulus, der alleinstehende Apostel, praktizierte eifrig lebensspendende Gastfreundschaft unter Hausarrest, während er in Rom gefangen war (Apg. 28,30).

Mythos Nr.4: Gastfreundschaft sollte niemals auf offensichtliche Sünder ausgedehnt werden, denn die Bibel sagt: Wenn Sie mit Sündern zu Abend essen, werden andere denken, dass Sie ihren „Lebensstil“ gutheißen.

Die Gastfreundschaft sollte nicht auf falsche Lehrer (2. Johannes 10-11) oder auf unbußfertige Brüder oder Schwestern unter der Gemeindezucht (1. Kor 5,11-13) ausgedehnt werden. Irrlehrer führen Ideen ein, die das christliche Evangelium der Errettung verfälschen.
Ein falscher Lehrer ist jemand, der den Namen „Christ“ für sich beansprucht, aber ein unbiblisches oder außerbiblisches Verständnis von Ursprung und Zweck des Menschen, biblischer Autorität, der zentralen Bedeutung des Kreuzes, der Sexualethik, der Gnadenmittel, der Mittel der Rechtfertigung vor einem heiligen Gott und dem Wesen Gottes hat. Falsche Lehre ist sowohl verführerisch als auch zerstörerisch für den Körper.
Der Begriff „unbußfertiger Sünder“ bezieht sich auf ein Gemeindemitglied, das in ständiger, nicht eingestandener Sünde wandelt. Das ist eine Person, die unter Gemeindezucht steht und die von den Ältesten Rat, Anleitung und Fürsorge erhält. Sich so zu verhalten, als ob alles normal ist, ist schädlich für dieses verlorene Schaf, weil es Sündenbekenntnis und Buße braucht.
Das Gebot, die Gastfreundschaft zu verweigern, bezieht sich nur auf diejenigen innerhalb der Gemeinde, die die Gemeinde, ihre Lehre und ihr Mitglieder missbrauchen. Es gibt kein biblisches Verbot Ungläubigen Gastfreundschaft zu gewähren.

Mythos Nr. 5: Gastfreundschaft und Gemeinschaft sind Formen der Unterhaltung.

Nein! Gastfreundschaft kommt für uns aus dem griechischen Wort philoxenia =„Liebe für den Fremden“. Christliche Gastfreundschaft zielt darauf ab, Fremden zu begegnen und sie zu Nachbarn zu machen und sie durch Gottes Kraft, durch Glauben, Buße, Bekehrung und Gemeindemitgliedschaft in die Familie Gottes aufzunehmen. Gastfreundschaft kann die Gemeinschaft mit Gläubigen einschließen, aber weder Gastfreundschaft noch Gemeinschaft ist mit Unterhaltung zu verwechseln.

Unterhaltung setzt sich in Szene und sorgt für gute Eindrücke; Gastfreundschaft öffnet Arme und Türen weit und zeigt unsere zerbrochenen Herzen über diese verlorene Welt und die Geschöpfe Gottes, die, wie wir einst, in verführerischer Dunkelheit stolpern. Wenn wir Gastfreundschaft praktizieren, leben wir unser wirkliches, unordentliches und erlöstes Leben vor Fremden und Brüdern gleichermaßen und zeigen einer beobachtenden Welt, dass das Blut Christi dicker ist, als das Band der gemeinsamen Nachnamen oder das Blut der Biologie.
Die Gastfreundschaft sucht die Rettung des Fremden und die Gemeinschaft sucht den Aufbau des Bruders und der Schwester im Glauben. Wir dienen einem Gott, der uns gesucht hat, als wir noch Fremde waren. Gott fand uns, nahm uns auf, machte uns zu Mitgliedern seiner Familie und brachte uns an seinen Tisch. Unsere Häuser und Wohnungen sind keine Schlösser, sondern Brutkästen und Krankenhäuser. Wenn wir das Evangelium weitergeben, dann geben wir unseren Hausschlüssel mit (Markus 10,28-30).


Rosaria Butterfield (PhD, Ohio State University) ist Autorin, Rednerin, Ehefrau des Pastors, Hausmutter und ehemalige Professorin für Englisch und Frauenstudien an der Universität Syrakus. Sie ist Autorin des Buches The Secret Thoughts of an Unlikely Convert and Openness Unhindered. Unter anderem schriebt sie das Buch „The Gospel comes with a House Key“. Mit einnehmenden Geschichten aus ihrer eigenen lebensverändernden Begegnung mit radikal alltäglicher Gastfreundschaft rüstet Butterfield Christen dafür aus, ihr Zuhause als Mittel zu nutzen, um einer postchristlichen Welt zu zeigen, wie authentische Liebe und Glaube wirklich aussehen. Hier das Buch kaufen

Von Rosaria Butterfield. Original https://www.crossway.org/articles/5-myths-about-hospitality/

Freude und die Frucht des Geistes

Was ist die größte Prüfung oder Notlage, der du jemals in deinem Leben begegnet bist? War es der Tod eines geliebten Menschen? War es eine schwere körperliche Krankheit? Vielleicht war es eine Zeit großer finanzieller Not oder die Erfahrung einer zerbrochenen Beziehung mit einem guten langjährigen Freund? Wir alle haben im Laufe der Jahre unseren eigenen Anteil an Leid erfahren. Das Leben in einer gefallenen, von der Sünde verfluchten Welt bringt zwangsläufig Trauer und Herzschmerz mit sich (1. Mose 3,16-19). Bis zu einem gewissen Grad werden alle Menschen im Laufe ihres Lebens Not und Leid erfahren müssen (Psalm 46,1-3). Doch obwohl Prüfungen in diesem Leben zwar immer wieder auftreten, erklärt die Bibel, dass Gott in der Lage ist, sie souverän zum ewigen Wohl seines Volkes zu gebrauchen (Römer 5,1-5). Die Tatsache, dass Gott durch die schmutzigsten Umstände perfekt für sie gesorgt hat, sollte für Christen die ultimative Quelle des Trostes sein, wenn sie mit persönlichen Schwierigkeiten umgehen (Joh 16,33). Das heißt, dass die Nachfolger des Herrn Jesus Christus inmitten jeder Situation, in der sie sich befinden, Freude haben können (Philipper 4,10-14).

Die Bibel stellt Freude als ein inneres Glücksgefühl dar, das auf unveränderlichen göttlichen Verheißungen und ewigen geistlichen Realitäten beruht. [1] Freude ist der überströmende Effekt der Erkenntnis der Christen, dass sie mit Gott im Frieden sind und ihn als himmlischen Vater kennen (Philipper 4,8-9). Wahre Freude wird durch den Heiligen Geist erzeugt und ist im Leben der Gläubigen unabhängig von ihrer Umgebung vorhanden (Apg. 16,22-34). Am deutlichsten zeigt sich die Freude im Christen, wenn er erkennt und sich der Wahrheit unterwirft, dass Gott über die gesamte Erlösungsgeschichte souverän ist, und wenn er im Gehorsam gegenüber Gottes befohlenem Willen wandelt, wie er in der Schrift dargestellt ist (Joh 15,10-11).[2] Durch Gottes Gnade können Christen ein tief verwurzeltes Vertrauen in die absolute Güte Gottes besitzen und ihm mit ihrem Leben Ehre erweisen, wenn die Zeiten gut oder schlecht sind (1. Thessalonicher 1,6). Freude ist keine saisonbedingte Emotion oder ein besonderes Geschenk, das nur einer „Eliteklasse“ unter Christen vorbehalten ist. Vielmehr ist Freude eine Gesinnung, die für jeden wahren Gläubigen charakteristisch sein wird (Galater 5,22-23). Auch wenn der Grad der Freude schwanken kann, ist es unmöglich, dass die Freude bei einem echten Kind Gottes gänzlich fehlt (Römer 14,17).

Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Freude eine Frucht des Heiligen Geistes ist und deshalb von Nichtchristen nicht eigenmächtig hergestellt oder erfahren werden kann. Tatsächlich gibt es für einen Ungläubigen keinen triftigen Grund, wahre Freude in diesem Leben zu haben (Galater 5,19-21). Außerhalb der Gemeinschaft mit Christus können Ungläubige nicht die Verheißung beanspruchen, dass Gott in allen Einzelheiten ihres Lebens zu ihrem ewigen Wohl zusammenwirkt (Römer 8,28). Darüber hinaus wartet das ewige Gericht in der Hölle auf jeden Menschen, der sich weigert, Buße über seine Sünde zu tun und allein auf Jesus Christus zu vertrauen, um mit Gott versöhnt zu werden (Judas 1,5-7). Angesichts eines solch schrecklichen Schicksals, das Nichtchristen unmittelbar nach ihrem irdischen Tod erwartet, ermahnt die Bibel die Sünder, den Herrn zu suchen, solange er gefunden werden kann“ (Jesaja 55:6)! Die Zerbrechlichkeit und Kürze des menschlichen Lebens verdeutlicht die Torheit, in den vergänglichen Sorgen dieser Welt die vollkommene Erfüllung zu suchen (Kolosser 3,1-5). Wahre Freude wird ausschließlich durch eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus gefunden und erlangt (Joh 17,13).

Eine der kraftvollsten Beispiele für Freude, die man in der gesamten Kirchengeschichte beobachten kann, ist das Leben von Horatio Spafford (1828-1888). Spafford war ein erfolgreicher Anwalt, ein wohlhabender Familienvater und ein gottesfürchtiger Führer in der presbyterianischen Kirche; er war ein Mann, der „alles hatte“. Aber in den frühen 1870er Jahren ließ Gott zu, dass schweres Unheil in Spaffords Leben eindrang. Sein einziger Sohn sollte 1870 an Scharlachfieber sterben, und im folgenden Jahr verlor Spafford durch den „Großen Brand von Chicago“ alle seine Investitionen. 1873 schlug Spafford vor, dass er und seine Familie eine ausgedehnte Reise nach England unternehmen sollten, um einige liebe Freunde zu besuchen, da sie die enormen Verluste, die sie in den letzten Jahren mit ihren Lieben erlitten hatten, betrauerten.

Kurz vor der Reise verhinderte ein unerwarteter Arbeitsnotfall, dass Spafford mit seiner Frau und seinen vier Töchtern auf der Ville du Havre abreisen konnte. Vier Tage nach der Abreise seiner Familie erhielt Spafford von seiner Frau per Telegramm die Nachricht, dass das Schiff gesunken sei und dass jede ihrer Töchter bei dem Unfall ums Leben gekommen sei. Im Gefolge der unüberwindlichen Tragödie setzte Spafford schnell die Segel, um mit seiner Frau nach England zu fahren und den Verlust ihrer geliebten Töchter zu betrauern. Es war auf jener Reise, auf der Spafford die berühmte Hymne „Wenn Friede mit Gott“ schrieb. Hier nur einige wenige Strophen aus dieser atemberaubenden Hymne:

Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt,
ob Stürme auch drohen von fern,
mein Herze im Glauben doch allezeit singt:
Mir ist wohl, mir ist wohl in dem Herrn.

Refrain:

Mir ist wohl (mir ist wohl) in dem Herrn (in dem Herrn)!
Mir ist wohl, mir ist wohl in dem Herrn!

Wenn Satan mir nachstellt und bange mir macht,
so leuchtet dies Wort mir als Stern:
Mein Jesus hat alles für mich schon vollbracht;
ich bin rein durch das Blut meines Herrn.

Refrain:

Mir ist wohl (mir ist wohl) in dem Herrn (in dem Herrn)!
Mir ist wohl, mir ist wohl in dem Herrn!

Als Horatio Spafford mit dem Tod von fünf Kindern und dem Verlust seines Vermögens konfrontiert wurde, verfluchte er weder Gott noch gab er seinen Glauben auf. Wie Hiob verstand Spafford zu Recht, dass der heilige Schöpfer gibt und nimmt, wie es ihm gefällt, um seine ewigen Ziele perfekt zu erreichen (Hiob 1,21). Darüber hinaus konnte Spafford, wenn er über die Güte Gottes, die Herrlichkeit des Evangeliums und die kostbaren Verheißungen der ewigen Sorge Gottes für die Seinen nachdachte, immer noch verkünden: „Es geht meiner Seele gut! Dies ist die Essenz wahrer Freude, hervorgerufen durch den Heiligen Geist, der jedem wahren Nachfolger Jesu Christi innewohnt! Wird dies auch deine Antwort in triumphalen Momenten und Aufruhrs in deinem eigenen Leben sein?

Wöchentliche Passagen zum Nachdenken

Montag – Jakobus 1,1-4, 12-18

1 Jakobus, Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus, grüßt die zwölf Stämme, die in der Zerstreuung sind!

2 Meine Brüder, achtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen geratet,

3 da ihr ja wisst, dass die Bewährung eures Glaubens standhaftes Ausharren bewirkt.

4 Das standhafte Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollständig seid und es euch an nichts mangelt. …

12 Glückselig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er sich bewährt hat, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben.

13 Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht auch niemand;

14 sondern jeder Einzelne wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt wird.

15 Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.

16 Irrt euch nicht, meine geliebten Brüder:

17 Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist, noch ein Schatten infolge von Wechsel.

18 Nach seinem Willen hat er uns gezeugt durch das Wort der Wahrheit, damit wir gleichsam Erstlinge seiner Geschöpfe seien.

Dienstag – 1.Petrus 1,1-9

1 Petrus, Apostel Jesu Christi, an die Fremdlinge in der Zerstreuung in Pontus, Galatien, Kappadozien, Asia und Bithynien,

2 die auserwählt sind gemäß der Vorsehung Gottes, des Vaters, in der Heiligung des Geistes, zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi: Gnade und Friede werde euch mehr und mehr zuteil!

3 Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns aufgrund seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten,

4 zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das im Himmel aufbewahrt wird für uns,

5 die wir in der Kraft Gottes bewahrt werden durch den Glauben zu dem Heil, das bereit ist, geoffenbart zu werden in der letzten Zeit.

6 Dann werdet ihr euch jubelnd freuen, die ihr jetzt eine kurze Zeit, wenn es sein muss, traurig seid in mancherlei Anfechtungen,

7 damit die Bewährung eures Glaubens (der viel kostbarer ist als das vergängliche Gold, das doch durchs Feuer erprobt wird) Lob, Ehre und Herrlichkeit zur Folge habe bei der Offenbarung Jesu Christi.

8 Ihn liebt ihr, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt; an ihn glaubt ihr, obgleich ihr ihn jetzt nicht seht, und über ihn werdet ihr euch jubelnd freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude,

9 wenn ihr das Endziel eures Glaubens davontragt, die Errettung der Seelen!

Mittwoch – 1.Chronik 16,23-34

23 Singt dem HERRN, alle Welt; verkündigt Tag für Tag sein Heil!

24 Erzählt unter den Heiden von seiner Herrlichkeit, unter allen Völkern von seinen Wundern!

25 Denn groß ist der HERR und hoch zu loben; er ist furchtbar über alle Götter.

26 Denn alle Götter der Völker sind nichtige Götzen; aber der HERR hat die Himmel gemacht.

27 Pracht und Majestät sind vor seinem Angesicht, Stärke und Freude ist in seiner Wohnstätte.

28 Bringt dar dem HERRN, ihr Völkerstämme, bringt dar dem HERRN Ehre und Lob!

29 Bringt dar dem HERRN die Ehre seines Namens, bringt Gaben dar und kommt vor sein Angesicht! Betet den HERRN an in heiligem Schmuck!

30 Erbebt vor ihm, alle Welt! Der Erdkreis steht fest und wankt nicht.

31 Es freue sich der Himmel, und die Erde frohlocke, und unter den Heiden soll man sagen: Der HERR regiert als König!

32 Es brause das Meer und was es erfüllt! Es jauchze das Feld und alles, was darauf ist!

33 Dann sollen alle Bäume des Waldes jubeln vor dem HERRN, denn er kommt, um die Erde zu richten!

34 Dankt dem HERRN, denn er ist gütig, denn seine Gnade währt ewiglich!

Donnerstag – Psalm 16,5-11

5 Der HERR ist mein Erbteil und das [Teil] meines Bechers; du sicherst mir mein Los.

6 Die Messschnüre sind mir in einer lieblichen Gegend gefallen, ja, mir wurde ein schönes Erbe zuteil.

7 Ich lobe den HERRN, der mir Rat gegeben hat; auch in der Nacht mahnt mich mein Inneres.

8 Ich habe den HERRN allezeit vor Augen; weil er zu meiner Rechten ist, wanke ich nicht.

9 Darum freut sich mein Herz, und meine Seele frohlockt; auch mein Fleisch wird sicher ruhen,

10 denn du wirst meine Seele nicht dem Totenreich preisgeben und wirst nicht zulassen, dass dein Getreuer die Verwesung sieht.

11 Du wirst mir den Weg des Lebens zeigen; vor deinem Angesicht sind Freuden in Fülle, liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich!

Freitag – Psalm 30,2-8, 10-12

2 Ich will dich erheben, o HERR, denn du hast mich herausgezogen, dass meine Feinde sich nicht freuen durften über mich.

3 HERR, mein Gott, zu dir habe ich geschrien, und du hast mich geheilt.

4 HERR, du hast meine Seele aus dem Totenreich heraufgebracht; du hast mich belebt aus denen, die in die Grube hinabfahren.

5 Lobsingt dem HERRN, ihr seine Getreuen, und preist seinen heiligen Namen!

6 Denn sein Zorn währt einen Augenblick, seine Gnade aber lebenslang; am Abend kehrt das Weinen ein und am Morgen der Jubel.

7 Und ich sprach, als es mir gut ging: »Ich werde ewiglich nicht wanken!«

8 HERR, durch deine Gnade hattest du meinen Berg fest hingestellt; als du aber dein Angesicht verbargst, wurde ich bestürzt. …

10 »Wozu ist mein Blut gut, wenn ich in die Grube fahre? Wird dir der Staub danken, wird er deine Treue verkündigen?

11 Höre, o HERR, und sei mir gnädig; HERR, sei du mein Helfer!«

12 Du hast mir meine Klage in einen Reigen verwandelt; du hast mein Trauergewand gelöst und mich mit Freude umgürtet

Samstag – Psalm 95,1-8

1 Kommt, lasst uns dem HERRN zujubeln und jauchzen dem Fels unsres Heils!

2 Lasst uns ihm begegnen mit Lobgesang und mit Psalmen ihm zujauchzen!

3 Denn der HERR ist ein großer Gott und ein großer König über alle Götter.

4 In seiner Hand sind die Tiefen der Erde, und die Gipfel der Berge gehören ihm.

5 Sein ist das Meer, denn er hat es gemacht, und seine Hände haben das Festland bereitet.

6 Kommt, lasst uns anbeten und uns beugen, lasst uns niederfallen vor dem HERRN, unserem Schöpfer!

7 Denn er ist unser Gott, und wir sind das Volk seiner Weide und die Schafe seiner Hand. »Heute, wenn ihr seine Stimme hört,

8 so verstockt eure Herzen nicht, wie bei der Herausforderung, am Tag der Versuchung in der Wüste,

[1] John MacArthur, Biblical Doctrine: A Systematic Summary of Bible Truth, Page 375

[2] https://covenantconfessions.com/understanding-gods-will/

Autor: Dewey Dovel

https://covenantconfessions.com/joy-and-the-fruit-of-the-spirit/

Die verlorene Tugend der Keuschheit

Ich weiß nicht, ob Keuschheit das angesagteste ist, aber ich weiß, dass Keuschheit biblisch ist.

Es ist eines der Zeichen der Verwirrung unserer Zeit, dass so viele Jugendliche und junge Erwachsene sich mehr schämen, sich mit keuschem Zurückhalten zu kleiden, als sich fast ganz auszuziehen. Selbst nachdem wir die richtigen Einwände beachten: „Hübsch oder gut aussehen zu sein ist keine Sünde“. „Das Aussehen verbessern muss nicht Eitelkeit sein“. „Die Grenze zwischen keusch und unkeusch ist nicht immer schwarz und weiß“. Es bleibt immer noch die unbestreitbare biblische Tatsache bestehen, dass Gott Keuschheit als Tugend und ihr Gegenteil als Sünde betrachtet.

Hier sind fünf biblische Gründe, warum Christen die Keuschheit als eine von Gott beabsichtigte und von Gott erwünschte und gute Sache annehmen sollten.

1. Keuschheit schützt das Intime. Es gibt einen gewissen Bewegung im Feminismus, der besagt, dass Frauen stolz auf ihre sexuellen Fähigkeiten sein sollten und dass jede Beharrlichkeit darauf etwas zu verbergen, was sie nicht verbergen wollen, nur dazu dient, die Dominanz des Mannes zu verstärken, dass Männer das Recht haben, zu bestimmen, was Frauen mit ihrem Körper tun. Aber der Aufruf der Bibel zur Keuschheit beruht nicht auf der angeblichen Unanständigkeit der weiblichen Form. Das gute Gebot Gottes, sich zu bedecken, soll nicht strafen, sondern schützen. Wie Wendy Shalit schreibt: Der Druck, der heute auf Mädchen ausgeübt wird, sexy Selfies zu machen, kommt aus einer Kultur, die Keuschheit routinemäßig mit Beschämung gleichsetzt, anstatt sie als das anzuerkennen, was sie wirklich ist: ein Impuls, der schützt, was kostbar und intim ist. Der Refrain der Braut im Buch Hohelied – „Erwecke die Liebe nicht, bis es ihr gefällt“ (Hohelied 2,7) – ist ein Aufruf einer Frau an eine Gruppe alleinstehender Frauen, die sexuelle Erregung und sexuelle Aktivität für die richtige Zeit, mit der richtigen Person, am richtigen Ort aufzubewahren.

2. Keuschheit akzeptiert, dass unsere Körper auch in Gemeinschaft leben. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass es zwar schön klingt, wenn man sagt: „Es ist mein Körper. Wenn ich das alles raushängen lassen will, ist das meine Sache“. Doch das bedeutet zu vergessen, dass unser Körper in einem größeren Beziehungsnetz existiert, genau wie unsere Sprache, unsere Handlungen, unser Wille und unsere Wünsche. Wir müssen uns nicht nach den Wünschen anderer kleiden. Und doch wäre es unchristlich, so zu handeln, als ob der geistliche Zustand unseres Nächsten egal wäre.

Bevor ich weitermache, lass mich dies so klar wie möglich sagen: Männer sind verantwortlich für ihren Ehebruch, für ihre Unzucht, für ihren pornographischen Konsum, für ihre Lust und für ihre sexuellen Übergriffe, unabhängig davon, wie eine Frau sich kleidet. Die Bibel gebietet keinem der beiden Geschlechter Keuschheit, weil das andere Geschlecht einfach unfähig ist, seine Hosen anzubehalten und seine Gedanken in Schach zu halten. Hört zu, Männer: Wenn Potiphars Frau hereinplatzen würde, auf eurem Küchentisch einen bauchfreien Gig tanzen und euch bis auf den Geburtstagsanzug ausziehen würde, wärt ihr immer noch nicht entschuldigt, mit ihr Ehebruch zu begehen. Das Fehlen von Keuschheit in einer Person rechtfertigt nicht das Fehlen von Zurückhaltung in einer anderen.

Nachdem das alles gesagt ist, schlägt das Gesetz der Liebe nicht vor, dass wir vermeiden wollen, andere zur Sünde zu verleiten? Der Ausdruck „mit Begehrlichkeit anblickt“ in Matthäus 5,28 wird von einigen Gelehrten (unter ihnen D.A. Carson) übersetzt: „um ihre Begierde zu bekommen“. Es geht also nicht um Lust im Herzen des Mannes, sondern darum, dass der Mann eine Frau dazu bringen will, nach ihm zu begehren. Ob man diese Auslegung akzeptiert oder nicht, es ist immer noch eine faire Anwendung zu denken, dass die Aussage Jesu uns verbietet, eine Herzenseinstellung zu haben, die begehrt und eine Herzenseinstellung, die von anderen begehrt werden will. Manche Menschen wollen Pornographie sehen und andere wollen Pornographie sein. Vielleicht nicht im wörtlichen Sinne, aber es gibt Männer und Frauen, die sich nach der Macht, der Aufmerksamkeit und dem Status sehnen, der entsteht, wenn man bemerkt und begehrt wird. Das verleitet andere zur Sünde und ist in sich selbst sündhaft.

3. Keuschheit geht von der negativen Beurteilung der Bibel in Bezug auf öffentliche Nacktheit nach dem Sündenfall aus. Von Adam und Eva, die sich um Feigenblätter streiten (1.Mo 3,10), über die unehrenhafte Nacktheit Noahs (1.Mo 1,21) bis hin zu den peinlich freiliegenden Gesäßen der Männer Davids (2.Sam 10,4) weiß die Bibel, dass wir in einer gefallenen Welt leben, in der bestimmte Aspekte unseres Körpers verborgen sein sollen. In der Tat ist es genau das, was Paulus andeutet, wenn er von unseren „weniger anständigen Gliedern“ spricht, die mit größerer Anständigkeit oder Keuschheit behandelt werden müssen“ (1.Kor 12,23).

4. Keuschheit umfasst die klare biblische Ermahnung, sich der Sinnlichkeit zu enthalten. Die Sinnlichkeit (Gr: aselgeia) ist ein charakteristisches Merkmal des Fleisches und eines der Kennzeichen der heidnischen Welt (Gal 5,19; Röm 13,13; 2.Kor 12,21; 2.Petr 2,2, 18). Gibt uns das Wort genaue Anweisungen, wo der gute Geschmack in die Sinnlichkeit übergeht – wie lang Röcke sein können, was für einen Badeanzug man tragen muss, oder ob kräftige Männer bei 60 Grad in Michigan ohne Hemd herumlaufen müssen? Nein. Aber wir sind uns sicher einig, dass es nicht ungewöhnlich ist, dass Männer und Frauen sich auf eine Art und Weise kleiden, die das Aussehen und das Gefühl der allgegenwärtigen Sinnlichkeit unserer Kultur nur noch verstärkt. Wenn das Wort aselgeia auf sexuellen Exzess hindeutet, täten wir gut daran zu überlegen, ob der Wunsch hinter unserer Haltung ist, diese sinnliche Bestie auszuhungern oder zu sättigen.

5. Keuschheit zeigt anderen, dass wir wichtigere Dinge zu bieten haben als gutes Aussehen und Sexappeal. Der Aussagen in 1.Tim 2,9 und 1.Petrus 3,3-4 verbieten nicht zu versuchen gut auszusehen. Es ist verboten, sich so sehr darum zu bemühen, in all den eigentlich unwichtigen Dingen gut auszusehen. Die Frage, die in diesen Versen an Frauen gestellt wird – und sie trifft sicherlich auch auf Männer zu – ist folgende: Wirst du die Aufmerksamkeit der Leute mit Haaren und Schmuck und sexy Kleidung erregen oder wird deine Anwesenheit im Raum aufgrund deines christusähnlichen Charakters unverkennbar sein? Unkeusche Kleidung sagt der Welt: „Ich bin mir nicht sicher, ob ich mehr zu bieten habe als das. Was du siehst, ist wirklich alles, was du bekommst“.

Lass mich das Offensichtliche sagen: Die Bibel hat keine Bilder. Es gibt keine inspirierte Anleitung, wie man sich morgens anzieht. Es gibt Fragen der Kultur, des Gewissens und des Zusammenhangs, die sicherlich eine Rolle spielen. Ich habe keine Checkliste, die du abhaken kannst, bevor du zur Tür rausgehst.

Aber wenn man der Bibel glauben will, ist diese ganze Sache mit der Keuschheit für die christliche Nachfolge nicht unwesentlich. Dein Körper ist mit einem hohen Preis erkauft. Darum verherrliche Gott mit deinem Leib (1.Kor 6,20). Das bedeutet, dass wir nicht jedem alles Sehenswerte zeigen. Und es bedeutet, dass es uns nicht peinlich ist, die kostbarsten Dinge möglichst privat zu halten. Scham ist ein wichtiges Thema, in der Bibel und für uns heute. Der Schlüssel ist zu wissen, für welche Dinge wir uns eigentlich schämen sollten.

Von Kevin DeYoung. Used with permission from The Gospel Coalition.
Übersetzt vom dem Artikel „The Lost Virtue of Modesty“

Der Exodus und Gottes ewiger Plan

Bei unserem Bibelstudium leiden wir daran, dass wir sagen: „Das weiß ich. Das habe ich schon mal gehört“. Das ist das Dilemma des Buches 2. Mose. Wir kennen die Geschichten des Buches: Moses, die zehn Plagen, die zehn Gebote, das Goldene Kalb und die Stiftshütte. Wir neigen dazu, durch die Erzählungen zu sprinten, wenn mit den Geschichten vertraut sind.

Aber wir sollten aus einem wichtigen Grund innehalten: Die Erzählungen enthalten Theologie.

In der Heiligen Schrift ist die Geschichte die Grundlage für die Theologie. Wenn wir die Bibel lesen, müssen wir nicht nur nach den Fakten dessen suchen, was geschieht, sondern auch nach den Gründen dafür. Was tut Gott in den Erzählungen, wenn Er Menschen bewegt und Situationen manövriert? Dieser Ansatz der Leseweise von Erzählungen bietet einen Einblick in die Theologie, die sich entfaltet, und in den Charakter Gottes, der zur Schau gestellt wird.

Schauen wir uns die bekannte Stelle von 2.Mose 1-2 an und sehen wir, welche reichen theologischen Wahrheiten sich daraus ableiten lassen.

Eine Theologie eines Befreiers

Und dies sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten gekommen waren; sie kamen mit Jakob, jeder mit seinem Haus:  Ruben, Simeon, Levi und Juda; Issaschar, Sebulon und Benjamin; Dan und Naphtali, Gad und Asser. (2.Mose 1,1-4)

2.Mose hat einen epischen Anfang. In den ersten Versen wird die Namensliste der Nachkommen und Sprösslinge aus Genesis 46 zitiert, wo Gott darlegt, wie Er die Verheißungen des Bundes mit Abraham gehalten hat. Dieser Bund beinhaltet drei große Verheißungen: Land, Nachkommen und Segen. Dieser Aufhänger in 2.Mose 1 hebt die Verheißung des Samens hervor – eine Verheißung, die bis zu 1.Mose 3,15 zurückreicht, wo Gott verspricht, dass der Same der Frau der Schlange den Kopf zertreten wird. Indem Gott 2.Mose mit diesen Versen eröffnet, sagt er: „Ich führe meinen Plan für Israel fort. Ich führe meine Plan aus 1. Mose 3,15 weiter“.

Israel schrie zu niemandem empor. Sie haben nicht zu Gott gebetet.
In diesem Zusammenhang sollten wir die Einzelheiten von 2.Mose 2 und die Geschichte von der Geburt Moses nicht verpassen. Jede Komponente dieser Erzählung wurde so gestaltet, dass sie Gottes Erwählung von Mose als den Befreier hervorhebt, den er zu seiner Zeit zur Befreiung seines Volkes einsetzen wird. Diese Erzählung ist ein Meisterwerk.

Ich möchte drei Beispiele dafür nennen.

Erstens heißt es an dieser Stelle, dass „Und die Frau wurde schwanger und gebar einen Sohn.“ (2.Mose 2,2). Diese Formulierung wird in Verbindung mit 1.Mose 3,15 verwendet, in der es heißt, dass die Frau einen Nachkommen, den Messias, gebären würde. Durch das ganze Alte Testament hindurch signalisiert dieser Satz ein Muster – eine unfruchtbare Frau bringt ein Kind zur Welt, das eine bedeutende Rolle im Plan Gottes einnimmt. Wir sehen diese Sprache bei der Geburt von Isaak (1.Mo 21,2), Samuel (1.Sam 2,21) und schließlich bei der jungfräulichen Geburt des Messias (Jes 7,14). Durch diesen Sprachgebrauch kennzeichnet die Geburt des Mose ihn als einen der zahlreichen Befreier; diese Linie der Befreier würde in dem größten Befreier gipfeln, dem Herrn Jesus Christus. Die Worte von 2.Mose 2 sind nicht zufällig, sondern gezielt.

Zweitens, wenn die Mutter des Mose ihn in einen Korb legt, sollte auch die Wortwahl beachtet werden. Das hebräische Wort für Korb ist nicht „Korb“. Das verwendete Wort bedeutet „Arche“, wie in der Arche Noah. Sicherlich hat die Mutter von Moses kein Boot den Fluss gesetzt. Aber Gott beschreibt diesen Korb als eine Arche, um zu veranschaulichen, dass Moses in die Fußstapfen Noahs tritt. So wie Gott Noah benutzte, um die Menschheit zu retten, so wird auch Moses an Gottes Heilsplan mitwirken.

Drittens versteckt ihn Moses‘ Mutter „im Schilf“ (2.Mose 2,3). Dieses Wort „Schilf“ – nur zweimal in 2.Mose verwendet – ist das gleiche Wort, das für das „Rote Meer“ verwendet wird. Die Wiederholung erinnert daran, dass Israel das Rote Meer überqueren würde. Die Schlussfolgerung ist klar: Was mit Moses passiert, wird mit ganz Israel passieren. Diese Wortwahl verbindet die Befreiung von Moses durch die Überquerung des Nils mit der trockenen Überquerung Israels durch das Rote Meer. Die Befreiung von Moses wird zur Befreiung seines Volkes.

Die Geburt des Mose ist also nicht nur biografisch. Vielmehr erklärt sie Gottes Plan der Befreiung und schafft einen Präzedenzfall dafür, wie er diejenigen vorbereitet, die sein Volk befreien werden. Die Geburt des Mose kennzeichnet ihn als Befreier, verbindet seine Befreiung mit der seines Volkes und stellt ihn in die Reihe der Befreier, um eines Tages im Messias gipfeln zu können.

Denkt mit diesem Wissen an das Neue Testament und denkt an die Geburt Christi. Die Geburt Jesu verläuft parallel zur Geburt des Mose. Bei beiden gibt es sich um Könige, die alle kleinen Jungen töten wollen (2.Mose 1,22; Mt 2,16). Beide Babys wurden von Gott aus diesen schrecklichen Umständen befreit (2.Mose 2,1-10; Mt 2,15-17). Tatsächlich verbindet Matthäus die Rettung Jesu sogar mit dem Auszug aus Ägypten (Mt 2,15; vgl. Hos 11,1). So wie Gott Mose zum Retter auferweckt hat, verwendet er identische Umstände, um Jesus als den besseren Befreier zu verkünden, den endgültigen, den Mose vor langer Zeit prophezeite. Mit den Details und der Theologie von 2.Mose 2 im Blick, wird die Botschaft von Christi Geburt unmissverständlich klar. 2.Mose 1-2 erklärt und zeigt, wie Gott Seinen Befreier einsetzt.

Eine Theologie der Rettung.

Wir können aus diesen Kapiteln eine weitere Lektion lernen.

Mose 1-2 führt nicht nur eine Theologie des Befreiers ein, sondern eine Theologie der Errettung. Die Errettung ist ein kritischer Punkt des Buches und wird in diesen einleitenden Kapiteln vorgestellt. Während Gott weiterhin das Leben von Moses als Befreier formt, sendet Gott Moses in die Wüste. In der Wüste begegnete Mose den Töchtern Jethros und befreite sie (2.Mose 2,19). Der Text besagt genau genommen, dass Mose sie „gerettet“ hat (ישׁע). Es ist erste Mal, dass dieses Wort im 2.Mose verwendet wird. Der Fluss der Erzählung zeigt, dass Gott Mose berufen hat, um ein Befreier zur Rettung zu sein.

An diesem Punkt können wir eine wichtige Beobachtung über die Natur der Errettung machen. Am Ende von 2.Mose 2 hat Gott einen Erlöser auferweckt und ist bereit, Sein Werk der Errettung zu beginnen. In diesem Moment steht Israel unter enormer Anspannung: „Und die Kinder Israels seufzten über ihre Knechtschaft und schrien. Und ihr Geschrei über ihre Knechtschaft kam vor Gott.“ (2.Mose 2,23). Der genaue Wortlaut ist wichtig. Die Schrift berichtet oft, wie Menschen „zum Herrn schrien“. Aber in diesem Abschnitt heißt es einfach: „Und die Kinder Israels seufzten über ihre Knechtschaft und schrien.“. Der Text ist klar. Israel hat zu niemandem geschrien. Sie haben nicht zu Gott gebetet.

Gott nahm Israel zur Kenntnis, jedoch nicht, weil die Menschen zu Ihm beteten. Vielmehr hörte Gott ihr Stöhnen und erinnerte sich an Seinen Bund mit Abraham, Isaak und Jakob allein wegen Seines Versprechens für Sein Volk.

Wir sollten sagen: „Gott sei Dank“, dass Er sich entschieden hat, uns zu retten, als wir nicht einmal wussten, dass wir zu Ihm schreien sollten. Das ist die Rettungstheologie, die im Buch 2.Mose aufgestellt wurde. Gott initiiert die Befreiung, indem Er einen Befreier aufrichtet. Nachdem Er dies in diesen Kapiteln mit Moses getan hat, wird Er den Rest dieses Buches dazu benutzen, eine mächtige Rettung zu offenbaren.

Der Pharao versucht, Gottes Ehre zu stehlen

2.Mose 5 beginnt mit der unverschämten Rede vom Pharao. Der König von Ägypten stellt die Souveränität Gottes in Frage: „Wer ist der Herr, dass ich Seiner Stimme gehorchen soll, um Israel ziehen zu lassen? (2. Mose 5,2). Er stellt sich auch an die Stelle Gottes, indem er behauptet: „So spricht der Pharao“ (Ex 5,10), eine absichtliche Lächerlichmachung des „So spricht der Herr“. Der Pharao glaubt, Gott sei nichts, beleidigt seine Worte und behauptet, göttlich zu sein.

In seiner Dreistigkeit befiehlt der Pharao: „Laßt die Arbeit den Männern schwerer fallen“ (2. Mose 5,9). Das Wort für „lasst die Arbeit schwerer sein“ ist das Wort „Herrlichkeit“. Der Pharao sagt im Wesentlichen: „Lasst mich meine Herrlichkeit demonstrieren, indem ich Israel unter schwere Arbeit stelle“. Mit diesen arroganten Worten raubt der Pharao sowohl Gottes Ehre als auch seine Autorität.

Der Pharao wiederholt dieses Verbrechen, indem er sein Herz verhärtet. Das für „verhärten“ verwendete Wort ist das gleiche Wort „verherrlichen“ (כבד). Die Verwendung dieses Wortes zeigt die Versuche des Pharao, seine eigene Ehre zu bewahren, anstatt Gott Ehre zuzuschreiben. Gott ist von Pharao erneut herausgefordert worden, da er hochmütig behauptet, er verdiene alle Ehre.

Gott offenbart seine Macht

Als Antwort auf diesen Beleidigung offenbart Gott sich selbst mehr. Mit Plagen verwüstet er Ägypten, die erste Großmacht der Welt.

Diese Plagen enthüllen seine Herrlichkeit und Überlegenheit auf folgende Weise:

1. Die Plagen stellen Gott als Schöpfer dar.

Warum gibt es zehn Plagen? Die Zahl „zehn“ weist auf den Schöpfungsbericht in der Genesis zurück. Wenn Gott die Welt erschafft, spricht er zehnmal (1. Mose 1,3-30). Eine weitere Reihe von „Zehn“ im 2.Mose bestätigt diese Verbindung. Die zehn Gebote werden im Hebräischen wörtlich die zehn „Worte“ oder zehn „Reden“ genannt. Damit sind wiederum die zehn Zeiten gemeint, in denen Gott in der Schöpfung gesprochen hat. Die zehn Plagen stehen parallel zu dieser Logik. Sie zeigen in der Gesamtheit, dass Gott der Schöpfer ist; er ist der absolut Höchste.

2. Die Plagen begründen die Herrschaft Gottes über die Welt.

Die Plagen können in Dreiergruppen angeordnet werden. Jede Dreiergruppe von Plagen betont einen Aspekt der Schöpfung. Es gibt das Wasser, das Land und den Himmel.

  • Gott verwandelt den Nil in Blut: Ihm gehört das Wasser.
  • Gott sendet Hagel und Feuer auf die Erde: Ihm gehört das Land.
  • Gott verwandelt das Licht in Finsternis: Ihm gehört der Himmel.
  • Die letzte Plage richtet sich gegen Pharao selbst: Ihm sind alle Herrscher untergeordnet.

Mit diesen Taten zeigt Gott, dass jeder Bestandteil der Schöpfung Ihm allein gehört.

3. Diese Plagen beweisen Gottes Hingabe zu seinem Volk.

Warum greift Gott den Nil an? Es sollte nicht vergessen werden, dass der Pharao den Ägyptern befahl, ihre kleinen Jungen in den Nil zu werfen. Gott greift den Nil also gezielt an. Warum nimmt Er die erstgeborenen Kinder? Vergessen Sie nicht, dass Ägypten die Erstgeborenen dem Volk Gottes weggenommen hat. Warum hat Gott das Wasser mit Fröschen überschwemmt? Frösche waren das Maskottchen der Hebammen in Ägypten.

Die Botschaft Gottes ist unmissverständlich: Er wird jeden Angriff gegen sich selbst und sein Volk zurückzahlen. Die Plagen zeigen die Treue Gottes zu seinem Volk.

4. Die Plagen demonstrieren die Herrschaft Gottes über das Übernatürliche.

Gott verwandelt das Wasser des Nils in Blut, weil der Nilgott Hapi tot ist. Er greift das ägyptische Pantheon an. Der Höhepunkt dieses Angriffs richtet sich gegen Pharao, der sich selbst für einen Gott hält. Die zehnte Plage enthüllt, dass Pharao kein Gott ist; sein Sohn ist kein Gott; Gott hat die Macht, sie alle zu vernichten.

Diese Plagen sind eine überwältigende Darstellung der unvergleichlichen Macht Gottes.

Am Ende sagt der Pharao: „geht hin, dient dem HERRN“ (2.Mose 12,31). Die Forderung Gottes war von Anfang an klar: „Lass mein Volk ziehen, damit es mir dient“ (2.Mose 9,1). Während der ganzen Plagen weigerte sich der Pharao, diese Worte auszusprechen. Denn wenn Pharao Israel erlaubte, „Gott zu dienen“, wäre er gezwungen, anzuerkennen, dass Gott derjenige ist, der Autorität hat, und nicht er selbst. Da nun der Pharao sagt: „Diene deinem Gott“, ist das eine vollständigen Kapitulation.

Der Pharao sagt genau das, was Gott von ihm will. Pharao erkennt an, dass er keine Macht, Autorität oder Kontrolle über Gottes Volk hat. Er erkennt Jahwe als den wahren Meister an – den Einen, der alle Autorität und Macht enthält. Pharao mag hochmütig herausgefordert haben, aber am Ende zeigt Gott, dass er keinen Ebenbürtigen hat.

Gottes Erlösungsplan

Diese Demonstration der Souveränität Gottes, diese Befreiung, ist der Dreh- und Angelpunkt der Erlösungsgeschichte. Um die Bedeutung dieser Ereignisse hervorzuheben, setzt Gott eine Feier ein – das Passahfest -, damit Israel weiß (und bekannt macht), dass diese Erzählung im Mittelpunkt seines Erlösungsplans steht. Diese Feier ist Teil ihrer Arbeit als ein Königreich von Priestern (2.Mose 19,5-6) – den einen wahren Gott und seinen Plan in der Welt zu verkünden.

Mose weist Israel an, der Feier zu gedenken, nachdem sie das verheißene Land betreten haben (2. Mose 13,5-14). Diesen nachfolgenden Generationen wird befohlen zu sagen: „…Der HERR hat uns mit mächtiger Hand aus Ägypten herausgeführt“ (Ex 13,14). Diese späteren Generationen, die den Auszug aus Ägypten vielleicht nicht persönlich erlebt haben, sagen nicht, dass der Herr ihre Vorfahren befreit hat, sondern uns.

Auch wenn diese mächtigen Werke Gottes nun Jahre in der Vergangenheit liegen, muss sich Israel an sie erinnern, als ob sie ihnen persönlich widerfahren wären. Das ist eine Erinnerung daran, dass sie ihre gegenwärtige Lebenswirklichkeit nicht erleben würden, wenn Gott in der Vergangenheit nicht gehandelt hätte. Die Israeliten wurden angewiesen, frühzeitig anzuerkennen, dass diese Befreiung zwar ihren Vätern und Großvätern galt, sich aber unmittelbar auf sie auswirkte. Das ist die Bedeutung des Erlösungswerkes Gottes.

Die Notwendigkeit eines Vermittlers

Schließt der Auszug aus Ägypten Gottes Befreiung ab? Man könnte angesichts der Bedeutung dieses Ereignisses so denken. Es gibt jedoch ein anhaltendes Problem: die Sünde Israels. Während des ganzen Buches weigerten sie sich, Gott zu glauben (2.Mose 4,1), verachteten ihre Erlösung (2.Mose 14,12) und missachteten die Anweisungen Gottes (2.Mose 16). Dies gipfelt in dem Vorfall mit dem goldenen Kalb, bei dem Israel jedes Gebot bricht, das ihnen gegeben wurde. Mit mächtiger Kraft mag Gott Israel erlöst haben, aber diese Erlösung wird wegen der verbleibenden Sünde des Volkes in der Zerstörung Israels enden.

Die Israeliten brauchen etwas mehr.

Der Moment am Sinai bringt die Notwendigkeit eines Vermittlers vor Gott, den letzten Punkt in Gottes Offenbarung seiner Befreiung. Gott stellt Moses auf die Probe, um zu sehen, ob er für die Nation eintritt oder ob er einfach zulässt, dass Gott Israel vernichtet (2.Mose 32,11). Mose legt Fürsprache ein (2.Mose 32,12-14) und weiht damit die Rolle eines Vermittlers für Gottes Volk ein (2.Mose 32,12-14). Ein Vermittler ist für die endgültige Befreiung notwendig.

Moses ist jedoch nicht der endgültige Vermittler. Er kann sein Leben nicht an die Stelle seines Volkes setzen (2. Mose 32,32-33). Dennoch wird Gott diesen letzten Mittler bereitstellen, denn er ist der Gott voller Gnade und Wahrheit, der Sünden vergibt aber sich weigert, die Schuldigen ungestraft zu lassen (2.Mose 34,6-8). Der Charakter Gottes bestimmt seinen Erlösungsplan.

Die ultimative Befreiung

Gott verspricht Moses: „Siehe, ich mache einen Bund: Vor deinem ganzen Volk will ich Wunder tun“ (2.Mose 34,10). Dieselbe Sprache wurde bei der ersten Befreiung seines Volkes aus Ägypten verwendet. In dieser Äußerung verspricht Gott, es wieder zu tun. Es wird einen zweiten Exodus geben. Diese Errettung wird endgültig sein. Sie wird sowohl verwirklichen, wie Gott für sein Volk über diese Welt triumphieren wird, als auch wie er mit ihrer Sünde durch einen Vermittler umgehen wird.

2.Mose zeigt die herrliche Natur der Errettung und freut sich auf ihre Erfüllung. Es erwartet, dass Jesus Christus – der eine voller Gnade und Wahrheit (Johannes 1,14) – mit ihrer Sünde fertig wird und sein Volk heimführt in ein ewiges Königreich.

Von Abner Chou. Übersetzung von dem Artikel „Exodus and God’s Eternal Plans“ auf tms.edu

Crash-Kurs: Jesus vertrauen

So vieles hat sich in der Welt verändert, seit die Thessalonicher zusammengekommen sind, um diese Briefe ihres geliebten Apostels zu hören. Dennoch ist in vielerlei Hinsicht wenig verändert worden. Sind wir wirklich so verschieden? Auch wir brauchen Ermutigung (1. Thess. 1,2-10). Auch wir brauchen Integrität (1. Thess. 2,1-16). Auch wir brauchen christuszentrierte Beziehungen (1. Thess. 2,17-3,13). Auch wir brauchen Heiligung (1. Thess. 4,1-12). Auch wir brauchen Hoffnung (1. Thess. 4,13-5,11). Auch wir brauchen die Gemeinde (1 Thess. 5,12-28). Und auch wir brauchen von Anfang bis Ende Gnade (1 Thess. 1,1; 5,28).

Die Welt sollte ihr Spiegelbild nicht sehen, wenn sie in die Gemeinde schaut. Stattdessen sollte sie eine Art Leben sehen, das es nirgendwo sonst gibt. Sie sollte die Gnade Jesu sehen, die an demütige Sünder ausgeteilt und in selbstloser Liebe verkörpert wird. Unsere ungläubigen Freunde und Nachbarn verlangen nach Dingen, die sie niemals zufrieden stellen werden. Sie wissen weder, warum sie hier sind noch wohin sie gehen. Was sie jenseits des Grabes erwartet, ist erschreckend, nicht schön.

Im ersten Thessalonicherbrief erklingt die Botschaft, dass die Erlösung – die Befreiung vom Zorn Gottes durch das Blut seines Sohnes – allen, die sich an den Herrn Jesus wenden, ihm vertrauen und ihn schätzen werden, frei und kostenlos zur Verfügung steht. Diese Briefe erklingen mit der Nachricht, dass der Heilige Geist in den Herzen der Christen Wohnsitz genommen hat und uns befähigt, in einer Weise zu leben, die Gottes würdig ist. Und diese Briefe hallen wider von der Nachricht, dass diese Welt nicht so ist, wie sie immer sein wird. Eines Tages wird König Jesus den Himmel spalten und zu seinem Volk zurückkehren, Gerechtigkeit schaffen und alle Dinge erneuern.

In diesem Kurs, den du alleine oder mit anderen zusammen machen kannst, gehen wir schnell durch 1.Thessalonicher, indem wir den Text selber erarbeiten und wichtige Sachen markieren. Das Ziel ist, dass du die Bibel lieben lernst und dabei siehst, dass es sich lohnt Jesus zu vertrauen.

Hier den ganzen Kurs als PDF runterladen

Lektion 1: Anfangen Jesus zu vertrauen

📃 1.Thess 1,1-2,16 durcharbeiten

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  3. Schau dir die Videos an und befolge die Anweisungen
    1. Einleitung
    2. Aufgaben
    3. Lösungen

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📋 Aufgaben zum Verfestigen

  1. Lies 1.Thess 1-4 dreimal laut durch.
  2. Lerne 1.Thess 1,8-10 auswendig
  3. Erzähle jemanden von dem was du 1.Thess bisher gelernt hast
  4. Hör die Predigten von eckstein.online
    1. Thomas Hochstetter – Ein übernatürlicher und ansteckender Glaube
    2. Artur Jeske – Eine vorbildliche geistliche Leiterschaft
    3. Thomas Hochstetter – Die Geschichte zweier Einstellungen

Lektion 2: Jesus vertrauen in Beziehungen

📃 1.Thess 2,17-4,12 durcharbeiten

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  3. Schau dir die Videos an und befolge die Anweisungen
    1. Wiederholung und Vertiefung
    2. Aufgaben
    3. Lösungen
    4. Anwendung

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📋 Aufgaben zum Verfestigen

  1. Lies 1.Thess 4 mehrmals durch und versuch es mit möglichst viel Betonung jemanden anderem vorzulesen
  2. Lerne 1.Thess 4,3 auswendig
  3. Schreib ein Gebet dazu auf, worin zu wachsen möchtest.
  4. Hör die Predigten von eckstein.online
    1. Artur Jeske – Stehe fest im Herrn
    2. Thomas Hochstetter – Ein Gott gefälliger Wandel – wachsende Heiligkeit
    3. Thomas Hochstetter – Ein Gott gefälliger Wandel – sexuelle Reinheit
    4. Artur Jeske – Ein gottgefälliger Wandel – praktische Liebe

Lektion 3: Jesus vertrauen bis er wiederkommt

📃 1.Thess 4,13-5,11 durcharbeiten

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  3. Schau dir die Videos an und befolge die Anweisungen
    1. Quiz
    2. Aufgaben
    3. Lösungen & Anwendung

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📋 Aufgaben zum Verfestigen

  1. Lerne 1.Thess 4,17 auswendig
  2. Schau dir das Bibelprojektvideo zu 1.Thessalonicher an.
  3. Schau dir die beiden Videos von crosspaint an
    1. Das Hauptthema des 1. Thessalonicherbriefes | in 3 min
    2. Wie kommt Jesus wieder? | 1. Thessalonicher 4-5
  4. Hör die Predigten von eckstein.online
    1. Hab acht auf dein Ende
    2. Unsere sichere Hoffnung bei Jesus zu sein

Lektion 4: Jesus vertrauen in Gemeinschaft

📃 1.Thess 5,12-28 durcharbeiten

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  3. Schau dir die Videos an und befolge die Anweisungen
    1. Wiederholung
    2. Aufgaben
    3. Lösungen & Anwendung

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📋 Aufgaben zum Verfestigen

  1. Lerne 1.Thess 5,16-18 auswendig
  2. Erzähl jemanden davon, dass er diesen Kurs auch machen kann und was bei dir durch den Kurs passiert ist
  3. Hör dir den ganzen Brief nochmal an. Entweder mit deiner Hörbibel deiner Wahl oder mit diesem Video.
  4. Schau dir das Bibelprojektvideo zu 2.Thessalonicher an.
  5. Hör die Predigten von eckstein.online
    1. Thomas Hochstetter – Wie das Evangelium deine Beziehungen ändert
    2. Artur Jeske – Die Übergabe des Staffelstabes

Missionsabend am 14.08

Zeugnisse und Berichte mit Familie Ebel, die mit Ethnos360 (früher NTM) in Papua-Neuguinea dienen.

Wann? Freitag, den 14.August um 18:0
Wo? ECG Berlin-Hellersdorf
Kosten? Kostenlos
Wer? Alle sind eingeladen.

ECG App im iTunes App-Store

ECG im Apple App Store

Es ist soweit! Die App zum hören der Predigten, Gemeindeseminare und die Jugendstunden steht im iTunes Store zum Download bereit. Die Funktionen beinhalten ein offline verfügbar machen, so dass ihr euer mobiles Datenvolumen nicht aufbrauchen müsst. Wochenblätter können heruntergeladen werden. Auch kann man auf die Gemeindelisten nach einer Anmeldung zugreifen.

Der Livestream unserer Gottesdienste kann direkt in der App verfolgt werden.

Übrigens könnt ihr alle Predigten und Seminare auch als Podcast in iTunes finden. Sucht einfach nach „ECG Berlin“. Gottes Segen beim Hören und Handeln nach Gottes Wort. Oder hier für die deutschen Predigten klicken.

Die herzliche Aufforderung zur Umkehr

„Buße“. Welcher Tonfall fällt dir ein, wenn du dieses Wort liest? Welche Mimik stellst du dir vor? Welche Gedanken kommen dir? Manche empfinden die Botschaft der Buße als hart oder unfreundlich. Vielleicht stellst du dir wütende Männer mit Schildern vor, auf denen „Kehre um oder verbrenne!“ steht und die von Straßenecken und Universitätsgeländen schreien. Und leider ist ein solcher Ruf nicht ganz ungerechtfertigt. Es gibt moderne, selbsternannte Straßenprediger und apokalyptische Propheten, die Härte als Abzeichen der Ehre tragen. Ihr Ton und ihre Lautstärke vermitteln Hass und Verurteilung. Aber ist das die biblische Bild der Buße?

„Tut Buße“ war die Botschaft von Johannes des Täufers (Mt 3,2) – ein Mann mit Kamelhaaren, mit einem braunen Ledergürtel um die Taille und einer Kost aus Heuschrecken und Honig zum Frühstück … wahrscheinlich auch zum Mittag- und Abendessen. Ein rauher Typ mit Ecken und Kanten. Ein Mann der Wildnis. Ein Mann, den Gott gesandt hat, um den Weg des Messias zu bereiten. Er warnte vor dem kommenden Zorn. Er züchtigte die religiösen Heuchler. Und er forderte das Bekenntnis der Sünder. Er hatte keine Angst vor der Konfrontation, die mit einem solchen Dienst unweigerlich einhergeht. Aber verfolgte er die Konfrontation zielstrebig? „Tut Buße“ war die Botschaft Jesu Christi, als er seinen Predigtdienst in Galiläa begann (Matthäus 4,17). Mehr als jeder andere Botschafter des Neuen Testaments warnte er vor dem Zorn Gottes und den Schrecken der Hölle. Den religiösen Heuchlern begegnete er mit gerechter Entrüstung. Und er kippte sogar Tische um und ließ eine Peitsche aus Schnüren knallen. Jesus fehlte es nicht an Kühnheit. Aber mehr als jeder andere Prediger, der das Wort „Buße“ ausspricht, war Jesus ein sanfter und demütiger Mann (Matthäus 11,29). Er hatte Mitleid mit den Sündern wie mit verlorenen Schafen. Er wollte sie sammeln, wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel sammelt. Und er war ihnen gegenüber so freundlich geneigt, dass andere ihn einen „Freund der Sünder“ nannten (Lukas 7,34). Deshalb muss die Verkündigung der Buße mit der Zärtlichkeit des Erlösers vereinbar sein.

Ein Aufruf und eine Einladung

Es stimmt, dass der Aufruf zur Reue die Menschen in ihrer Sünde konfrontiert und sie dazu auffordert, sich von ihrem Weg abzuwenden und eine ganz andere Richtung einzuschlagen. Versagen, Fehlverhalten und Schuldgefühle werden in der Buße aufgedeckt. Sie verlangt einen Sinneswandel, der so vollständig ist, dass er zu einem völlig anderen Lebensstil führt. Eines der Worte, die im Alten Testament oft mit „bereuen“ übersetzt werden, enthält das Gefühl der Reue, einen Ausdruck der Trauer über erkannte Fehler. Dieses emotionale Antlitz wird oft von Sack und Asche begleitet, als äußere Zeichen der inneren Klage (Hiob 42,6). Buße bringt Scham und Erniedrigung (Jer 31,19). Buße ist kein angenehmes Unterfangen.
Aber Buße verspricht auch einen besseren Weg. Ob man sich seine Pläne, Zuneigungen, Wünsche oder Entscheidungen „umdreht“, das Gebot zur Buße ist eine Einladung zum Leben. Zum Leben in Freude und Freiheit. Eine Einladung zu lieben, was ehrbar und schön ist. Zu wollen, was richtig ist. Und auf den einzigen Jesus zuzugehen, der alle Gefühle der Reue beseitigen kann. „Buße“ ist ein Aufruf, die Herrlichkeit Gottes in alle Ewigkeit zu genießen.
Daher ersetzt Freude die Trauer, die im Aufruf zur Buße ist. Die in Gottes Wort verkündete Botschaft der Buße ist eine dringende, aber gnädige Bitte, die Sünde aufzugeben. Das Wort sollte keine zornigen Schreie der Verdammnis auslösen. Es sollte die offenen Arme unseres liebenden Herrn ausstrahlen, der die Müden und Schwerbeladenen zum „Kommen“ aufrief (Matthäus 11,28-29). Buße ist eine herzliche Einladung, die die Gewichtigkeit einer göttlichen Ermahnung trägt. Denn letztlich ist Buße eine Botschaft, die von einem gnädigen und heiligen Gott gesandt wird.

Eine Botschaft der liebevollen Konfrontation

Ein aussagekräftiges Bild, das hinter Gottes Forderung nach Buße steht, findet sich im Buch Hosea. In Form eines prophetischen Dramas wird Israel als eine ehebrecherische Ehefrau dargestellt. Sie gibt ihre Ehe auf, wendet sich der Hurerei zu und schreibt ihren Liebhabern sogar die laufende Versorgung ihres Mannes zu. Sie ist der Inbegriff von Untreue. Ihre Handlungen sind nichts anderes als eklatanter Verrat an ihrem Bund. Und schließlich findet sie sich auf dem Markt wieder, wo sie als Sklavenfrau verkauft wird. Doch inmitten des Ehekraches schreit die Stimme Gottes:

„Weist eure Mutter zurecht; weist sie zurecht – denn sie ist nicht meine Frau, und ich bin nicht ihr Mann –, damit sie ihre Hurerei von ihrem Angesicht wegschaffe und ihre Ehebrecherei von ihren Brüsten!“ (Hosea 2,4).

Dies ist eine barmherzige Einladung an sein Volk, nach Hause zurückzukehren – um ihrem Götzendienst abzusagen und die Ausschweifungen zu beseitigen. Sünder können nicht sowohl geistlichen Ehebruch als auch die Vereinigung mit einem heiligen Gott haben. Als loyaler Ehemann nutzt Gott seinen Einfluss, um bei seiner Frau zu flehen. Er benennt ihre Sünden, bietet ihr aber auch die Gelegenheit, sie aufzugeben. Derselbe, der seine Geliebte diszipliniert, spricht freundlich zu ihr mit Worten der Erneuerung und Wiederherstellung (Hosea 2,16ff). Der Aufruf zur Buße ist eine mitfühlende Bitte, zur Freude über eine rechte Beziehung zu Ihm zurückzukehren. Es ist ein Schrei des Gläubigen, der sich nach dem Wiedersehen mit Seiner Braut sehnt. Die Buße ist eine liebevolle Konfrontation.

Eine Botschaft der treuen Warnung

Ein anderer Kleiner Prophet, Joel, predigte die Botschaft der Buße einem Volk, das in Sünde verharrt und sich dem göttlichen Gericht stellen muss. Seine prophetische Ermahnung lässt sich wie folgt zusammenfassen „Tut Buße, denn der Tag des Herrn ist nahe.“ Eine synonyme Aussage zu den Erklärungen von Johannes des Täufers und Jesus: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.“ Joels Dienst kam im Gefolge einer verheerenden Heuschreckenplage – eine Demonstration des Zornes Gottes gegen ihre Sünde. Aber das war nur ein Vorgeschmack auf das, was am eschatologischen Tag des Zorns kommen sollte. Der Tag des Herrn würde Verwüstung bringen, wenn eine mächtige Armee über ihr Land und ihre Häuser hinwegfegt, so wie sich die Heuschrecken über ihre Felder und Weinberge ergossen haben. Und die schrecklichste Realität dieser Warnung war, dass Jahwe selbst die Anklage gegen sein rebellisches Volk anführen würde: „Wer kann das ertragen?“ (Joel 2,11).
Dann, inmitten der schärfsten aller Warnungen, öffnet Jahwe erneut seine Arme:

Doch auch jetzt noch, spricht der HERR, kehrt um zu mir von ganzem Herzen, mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen! Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider, und kehrt um zu dem HERRN, eurem Gott; denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und von großer Gnade, und das Übel reut ihn. (Joel 2,12-13).

Kurz bevor das letzte Sandkorn durch die Öde der Sanduhr fällt, bleibt noch eine Stunde Zeit zur Umkehr.

Eine Einladung zur Umkehr

Dieser Aufruf zur Buße ist weder trivial noch leicht. Er ist nicht ohne durchdringende Forderungen. Der Sünder muss tiefe Reue über die Sünde zeigen. Die innere Weihe muss in der Bereitschaft zum Verzicht auf äußere Nahrung zum Ausdruck kommen. Kommentator Allen Ross stellt fest: „Prophetische Anweisungen, ein Fasten zu verkünden, waren fast gleichbedeutend mit einem Aufruf zur Buße … denn es ist schwierig, sich auf geistige Angelegenheiten zu konzentrieren, während man sich körperlichen Vergnügungen hingibt. Aber körperliche Demonstrationen reichen kaum aus. Gottes Volk muss mit gebrochenem Herzen zu Ihm kommen, buchstäblich „das Herz in Stücke reißen „. Während das Zerreißen der eigenen Kleider ein rituelles Symbol der Buße war, ist ein zerrissenes Herz der Beweis für echten Wandel. Oberflächliche Geständnisse reichen nicht aus.

Joel wiederholt die Ermahnung zur Buße in Vers 13: „Kehr zurück zu Jahwe, deinem Gott“. Doch dann fügt er den motivierenden Anreiz hinzu: „Denn er ist gnädig und mitfühlend, langsam im Zorn, reich an Liebenswürdigkeit und lässt dem Bösen freien Lauf“. Die Botschaft der Buße ist eng mit der treuen Liebe Gottes zu seinem Volk verbunden. In Anlehnung an die Selbstoffenbarung Gottes aus 2.Mose 34,6-7 hebt Joel seine Gnade, Barmherzigkeit und Liebe hervor und vergrößert seine Bereitschaft zur Vergebung. Das ist kaum eine harte und hasserfüllte Botschaft der Verdammnis.

Eine Botschaft aus dem Herzen Gottes

So sehr der Ruf zur Buße der Sündhaftigkeit entgegensteht, so sehr fördert er auch die Heiligkeit. Es geht nicht nur darum, wogegen Gott ist, sondern auch wozu er da ist. Es ist nicht nur eine Botschaft, die nur konfrontiert, sondern auch eine, die verspricht. Es geht nicht nur um Gottes Zorn, sondern sie wird von seiner Gnade angefacht. Paulus argumentiert in Römer 2,4, dass die Güte des Herrn dazu bestimmt ist, Sünder zur Buße zu führen. Wenn Gott Güte zeigt, um die Sünder zu zwingen, sich von der Sünde abzuwenden, dann muss „Buße“ ein Wort des Wohlwollens sein, nicht der Bosheit.
Wenn wir den Ruf zur Umkehr hören, sollten wir ihn mit Dankbarkeit annehmen. Gott verbreitet Gnade in seinem Angebot, sich von der zerstörerischen Ausmaß der Sünde abzuwenden und zu ihm zurückzukehren. Wenn wir die Botschaft der Buße verkünden, müssen wir darauf achten, dass wir dasselbe Mitgefühl vermitteln, das unser Erlöser für die Sünder hatte. Niemand wird jemals zu einem echten Verzicht auf sündige Begierden unter Druck gesetzt. Lasst „Buße tun“ ein ehrfürchtiger und feierlicher Ruf sein, der jedoch die einladenden Arme eines wartenden Erlösers ausstreckt.

Von Jeremy Peters. Übersetzung von dem Artikel „The Sweet Summons of Repentance“ auf tms.edu

Hilfsprojekt in Berlin

Marzahn-Hellersdorf gilt als einer der größten Brennpunkte in Berlin. Problemfamilien, Kriminalität und Armut wird mit dem Bezirk in Assoziation gebracht. Seit mehreren Jahren sind wir als christliche Gemeinde mit unseren Angeboten und Aktivitäten in Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg unterwegs. Unter anderem führen wir regelmäßig Kinder- und Jugendfreizeiten und Camps durch. Unser Ziel ist es eine außerordentliche Gemeinschaft zu bilden, in der man Nächstenliebe erlebt.
Aufgrund von Armut werden Kinder und Jugendliche oft in der Schule und im Bekanntenkreis ausgegrenzt. Wir kämpfen gegen Kinderarmut und Ausgrenzung.

Die Zahl der von Armut betroffenen Kinder und Jugendlichen ist in Berlin sehr hoch. Fast jedes dritte Kind lebt in einer Familie, die auf Grundsicherungsleistungen angewiesen ist. Finanzielle Armut kann dabei unterschiedliche negative Folgen haben: Beispielsweise für die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen, aber auch ihre Gesundheit oder die Teilhabe an sozialen Aktivitäten.

Quelle: Landeskommission Kinder- und Familienarmut.

Unter den Umständen der aktuellen Pandemie des Coronavirus waren mehrere Vereine und Initiativen daran gehindert, ihre Hilfe an Bedürftige anzubieten.

Im Zeitraum von März bis April haben wir mehrere Anfragen von bedürftigen Familien und Personen aus dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf erhalten. Wir sahen uns verpflichtet demnach unsere Kräfte zu mobilisieren. Dabei ging es um mehrere Gesellschaftsschichten wie z.B. Arbeitslose, kinderreiche Familien, Schwerbehinderte, Alleinerziehende und Rentner, die eine eingeschränkte Mobilität oder eine finanzielle Notlage erleiden. Diese sowie weitere Bedürftige wollten wir schnell und unkompliziert durch unsere Hilfe erreichen, indem wir einen kleinen Lebensmittelvorrat überreichten.

Als kleiner Verein haben wir eine finanzielle Unterstützung benötigt, um unser Projekt finanzieren zu können. Dank schneller Mithilfe der Budnianer Hilfe e.V. haben wir in kürzester Zeit alle notwendigen Mittel unbürokratisch erhalten. Der Verein samt Drogerie-Kette Budni hat uns mit der notwendigen Summe bzw. Lebens- und Pflegemittellieferung ausgestattet.

Aufgrund dieser Unterstützung konnten wir auf Bedürfnisse und den Hilferuf vieler Familien und Einzelpersonen rasch reagieren. Der Dank der Kinder, Familien und einzelner Personen in einer Zeit der absoluten Isolation war überwältigend.

Das Projekt wurde unter der Leitung des Vereins JugendCampus e.V durchgeführt.