Aktuelles

Zeit/Urlaub für Gott einsetzen?!

Das Freizeitheim Wollin ist eine partnerschaftliche Initiative der folgenden Gemeinden:
ECG Berlin-Hellersdorf e.V
Evangeliums-Christengemeinde Berlin-Lichtenberg
Evangeliums-Christengemeinde Berlin-Wartenberg

Das Projekt braucht deine praktische Hilfe für

  • Gebet im Planungs- und Umbauprozess
  • Gebet für ein leuchtendes Zeugnis des Herrn Jesus Christus in der Gegend
  • Aufräumarbeiten der Altlasten
  • Renovierungs- und Malerarbeiten im Haupthaus
  • Bau von Sanitäranlagen für die Zeltlager
  • Bau einer Großküche für die Zeltlager
  • Pflasterarbeiten

Hierfür haben wir vom Montag 08.Juni – Samstag 13.Juni einen Arbeitseinsatz. Bei Interesse meldet euch bei den Ansprechpersonen!

4 Zeichen, dass Essen zum Götzen wird

Ich denke, es ist hilfreich, wenn man über Völlerei spricht, dass man sie mit anderen Sünden vergleicht und erklärt, warum etwas Gutes wie Genuss vom Essen zur Sünde werden kann.

Zum Beispiel ist die Existenz sexueller Wünsche und die Erfüllung davon an sich nicht schlecht. Aber es gibt die Sünde der Begierde. Es ist nicht unbedingt böse sich an Lob zu freuen, aber er kann zur Sünde des Stolzes werden. Der Genuss der von Gott gegebenen Ruhe ist nicht böse. Aber es kann zur Sünde der Trägheit oder Faulheit werden.

Der Genuss einer angemessenen Selbstachtung kann zur Sünde des Stolzes werden. Und der Wunsch, etwas an sich Unbedenkliches zu haben – wie ein Haus, Auto oder Computer – kann zur Sünde der Begierde oder, noch schlimmer, zur Sünde des Neids werden, wenn man sich darüber ärgert, dass jemand anders es hat und man selbst es nicht hat. Und der legitime Wunsch und Genuss von Nahrung kann ebenso zur Völlerei werden.

Ich denke, es ist hilfreich zu sehen, was in all diesen sogenannten Todsünden wirklich vor sich geht.

Völlerei

Die größere Frage ist: Was geschieht im menschlichen Herzen, wenn all diese gottgegebenen guten Dinge zu sündigen Dingen werden? Was geschieht dann? Und was ist Definition die von „Völlerei“?

Völlerei ist der sündige Genuss der guten Gabe der Nahrung. Wie kommt es dazu? Was macht Völlerei sündhaft?

Man kann diese Sünde so beschreiben, dass es sich um eine falsch ausgerichtet Liebe oder, anders gesagt, um eine übermäßige Liebe handelt. Sie beginnt mit legitimer Liebe – richtiger und angemessener, Christus erhebender und von Gott verwurzelter Liebe – zu etwas Reinem, das Gott zu unserem Vergnügen gegeben hat. Aber dann wird sie unangemessen und unverhältnismäßig. Sie hört auf, Christus zu verherrlichen. Sie hört auf, ihre Wurzeln in Gott zu haben.

Die beiden Stellen, die mir geholfen haben, auf eine biblische Art und Weise, darüber zu sprechen, sind 1. Timotheus 6,6-10 und Philipper 4,11-13 und 3,8. Lasst uns einen kurzen Blick darauf werfen.

Zufriedenheit in God

Paulus sagt in 1. Timotheus 6,6

Es ist allerdings die Gottesfurcht eine große Bereicherung, wenn sie mit Genügsamkeit verbunden wird.

Und diese Genügsamkeit ist Zufriedenheit in Gott. Diese Genügsamkeit ist es, was als Gouverneur oder als Moderator oder als Regulator oder Führer in all unseren anderen Wünschen wirkt.

Wenn Paulus zu Vers 10 kommt, spricht er über Geld, welches an sich kein Übel ist. Es wurde für unseren richtigen Gebrauch gegeben. Er sagt:

Denn die Geldgier ist eine Wurzel alles Bösen; etliche, die sich ihr hingegeben haben, sind vom Glauben abgeirrt und haben sich selbst viel Schmerzen verursacht. (1.Tim 6,10)

Was geschah dann? Beim Gebrauch des Geldes ist diese süßen, tiefen, allgegenwärtigen Zufriedenheit in Gott verloren gegangen. Und durch eine mächtigen Geldliebe und der Geldsucht, wie Paulus es nennt, ersetzt worden.

Der Gebrauch des Geldes ist also von der Zufriedenheit in Gott abgekoppelt worden. Und ohne diese Koppelung hat ein legitimer Wunsch freien Lauf bekommen und ist dabei, die Seele zu zerstören.
Es ist immer so, wenn unser Gebrauch von guten Dingen schlecht wird. Höchste Zufriedenheit, Glück, Freude oder Befriedigung in Gott hört auf, der große Führer oder Ballast oder Sicherung oder Regulator unserer Seelen zu sein. Und wenn das geschieht, wird alles schlecht.

Das Geheimnis der Freude

Der andere Text ist Philipper 4,11-13, wo Paulus sagt:

Nicht wegen des Mangels sage ich das; ich habe nämlich gelernt, mit der Lage zufrieden zu sein, in der ich mich befinde. Denn ich verstehe mich aufs Armsein, ich verstehe mich aber auch aufs Reichsein; ich bin mit allem und jedem vertraut, sowohl satt zu sein als auch zu hungern, sowohl Überfluss zu haben als auch Mangel zu leiden. Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus.

Paulus beschreibt hier das Geheimnis eines gottgefälligen christlichen Lebens. Und dazu gehört auch das Geheimnis des richtigen Umgangs mit Nahrung, Geld und Ruhe und all den anderen guten Gaben Gottes.

Er sagt, dass dieses Geheimnis ihm ermöglicht zufrieden zu sein, wenn er viel oder wenn er wenig hat. Es ist also klar, dass die Zufriedenheit nicht in der jeweiligen Sache liegt und darin, wie viel man davon hat oder nicht hat. Das ist das Geheimnis des christlichen Lebens. Und was ist es? Die Antwort liegt wieder in Philipper 3,8, wo Paulus sagt:

ja, wahrlich, ich achte alles für Schaden gegenüber der alles übertreffenden Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe; und ich achte es für Dreck, damit ich Christus gewinne.

Das Geheimnis von Paulus‘ Zufriedenheit ist die Befriedigung, die er in Jesus findet – eine Befriedigung, die so tief und so durchdringend ist, dass er, selbst wenn alles andere verloren ist, diese Zufriedenheit oder diese Genugtuung nicht verliert.

Wenn die Zufriedenheit in Gott oder die Zufriedenheit in Christus, wie Paulus sie in diesen beiden Abschnitten beschreibt, in unserem Leben vorhanden ist, dann funktioniert sie als ein wunderbarer Gouverneur, Moderator, Regulator und Lenker über den Gebrauch aller guten Dinge. So bleiben gute Dinge an ihrem richtigen Platz. Und wenn sie genossen werden, werden sie als Ausdruck von Gottes Güte genossen.

Ich würde also Völlerei definieren als den Genuss von Nahrung, die sich von der Zufriedenheit mit Gott als der regierenden Liebe unseres Lebens losgelöst hat.

Vier Warnzeichen

Wenn unsere Zufriedenheit mit Gott schwindet, nimmt die Nahrung schnell ihren Platz ein. Und es gibt vier Anzeichen dafür, dass dies in unserem Leben geschieht:

  1. Wir werden gleichgültig gegenüber den schädlichen Auswirkungen der Nahrung auf unseren Körper, der Tempel des Heiligen Geistes ist.
  2. Wir werden gleichgültig gegenüber der Art und Weise, wie wir unser Geld verwalten, wenn wir es unweise für falsche Lebensmittel ausgeben.
  3. Wir fangen an, Nahrung als Flucht vor unseren Problemen und als Medikament gegen unsere Traurigkeit oder unser Elend oder unser Unbehagen zu verwenden.
  4. Wir hören auf, das Essen als einen Weg zu genießen, Gott zu genießen. Wir hören auf, die Güte Gottes in der Güte des Essens zu schmecken, und wir beginnen, die Güte Gottes durch die Güte des Essens zu ersetzen.

Das ist Völlerei.

Das ist es also, was ich unter Völlerei verstehe. Das sind die Zeichen dafür, dass sie vorhanden ist. Und der Weg zurück kann viele externe Kontrollen und Disziplinen von außen beinhalten. Aber am Ende wird der einzige Ausweg sein, wenn Gott selbst durch Jesus Christus unsere befriedigende Seelennahrung wird und die Zufriedenheit in ihm zum Gouverneur und Regulator all unserer Appetitwünsche und Wünsche wird.

https://www.desiringgod.org/interviews/four-signs-food-has-become-an-idol

John Piper

Die Ältesten müssen gastfreundlich sein, nicht nur ihre Frauen

„Die Schrift legt die Qualifikationen für einen Ältesten fest, dass er ‚zur Gastfreundschaft hingegeben‘ sein muss. Wie wird das in deinem Leben sichtbar?“

Diese Frage wird in unseren Ältesten-Prüfungen immer früh im Prozess der Prüfung eines Mannes zum Ältesten und Lehrer gestellt. Wir nehmen die biblischen Anforderungen ernst, die in 1. Timotheus 3 und Titus 1 aufgeführt sind, und ich bin froh, dass die Frage gestellt wird. Aber wenn ich ehrlich bin, bin ich nicht so begeistert von einigen der Antworten – oder von der Zulassung einiger dieser Antworten.

Für gewöhnlich hebt ein Mann die Arbeit und das Talent seiner Frau in der Gastfreundschaft sofort hervor. Das ist gut, aber es gibt ein Problem, wenn ein Mann die Gastfreundschaft seiner Frau nutzt, um seine eigene zu kompensieren.

Was ist Gastfreundschaft?

Einfach ausgedrückt: Es bestehen nach wie vor grundlegende falsche Vorstellungen von Gastfreundschaft. Einige denken, dass Gastfreundschaft nur darin besteht, Menschen zum Essen einzuladen. Die Ehefrau bereitet also das Haus vor und kocht ein köstliches Essen.

Aber der Sinn der Gastfreundschaft besteht darin, dem Fremden gegenüber Liebe zu zeigen. Und was gibt es Besseres, als ihnen Gottes Wort zu schenken? Gastfreundschaft ist mehr als nur eine Grillparty. Aus Sorge um das Wohlergehen der Menschen wollen wir sie mit Essen und Trinken erfrischen, wenn es möglich ist. Keine nahrhafte Erfrischung anzubieten ist schon seltsam und stellt die Qualität jeglicher Gastfreundschaft in Frage. Aber christliche Gastfreundschaft schließt im Wesentlichen den christlichen Glauben ein.

Wie geht Gastfreundschaft?

Ich kenne einen Ältesten, der jeden Besucher in die Gemeinde einlädt, um mit ihm und seiner Familie zu Mittag zu essen. Er und seine Familie bereiten ein Essen vor und bringen es in die Gemeinde, um es mit den Besuchern zu teilen – Gläubigen oder Ungläubigen – oder sogar mit allen Mitgliedern, die sehr zurückgezogen oder ihm unbekannt sind. Dieser Älteste tut die Arbeit des Hirtendienstes durch Gastfreundschaft. Um dies zu erleichtern, sind die Küche der Gemeinde und der Gemeinschaftsraum zur häufigen Benutzung gedacht. Wenn du dich mit jemandem hinsetzt und dein Leben und deinen Glauben mit ihm teilst, während du von seinem Leben und seinem Glauben (oder fehlendem Glauben) erfährst, bietet das wertvolle Gelegenheiten, Zeugnis zu geben, zu evangelisieren und Jünger zu werden.

Im Neuen Testament sehen wir das Beispiel von Priscilla und Aquila, einem Gemeindegründerehepaar, das zahlreichen Gemeinden geholfen hat und Seite an Seite anderen gedient und die gute Nachricht des Evangeliums weitergegeben hat. Das ist ein schönes Bild eines christlichen Haushalts: ein Ehepaar, das gemeinsam im Königreich arbeitet. Nach Paulus war ihr Haus ein Ort der Anbetung und Lehre: „Es grüßen euch die Gemeinden in [der Provinz] Asia. Es grüßen euch vielmals im Herrn Aquila und Priscilla samt der Gemeinde in ihrem Haus“ (1. Kor 16,19). Oh, wenn dieses Beispiel der Gastfreundschaft im Leben eines jeden Ältesten existieren könnte.

Älteste sollten der Gastfreundschaft hingegeben sein

Wenn wir Leiter unserer Familien sind, diejenigen, die „ihren Haushalt gut führen“, dann muss bei Männer allgemein und bei Ältesten insbesonders etwas zu sehen sein. Man muss sehen, wie wir die Schrift öffnen, Fragen stellen und Anwendungen für die Familie und Gäste vorschlagen. Wir sollten für konkrete Anliegen beten. Wir sollten auch andere zum Beten ermutigen. Wir zeigen unsere Liebe zu anderen Menschen, wenn wir aufrichtig für ihre Bedürfnisse beten. Dies geschieht am leichtesten mit Fremden, wenn sie gemütlich an unserem Tisch sitzen.

Mögen alle Pastoren in ihrer Umgebung den Ruf haben ein Ort der Zuflucht zu sein, ein Ort des Wirklichseins, ein Ort der Aufrichtigkeit und der Gott-Zentriertheit, wo Christus vermittelt wird und alle in die Familienandachten einbezogen werden. Damit ein Ältester ein Ältester sein kann, müssen einige grundlegende Eigenschaften vorhanden sein. Zeigt der Älteste Interesse an Menschen? Bemüht er sich, dass sich die Menschen auch in seinem Haus willkommen und geliebt fühlen?

Sicherlich wird es bestimmte Jahreszeiten des Lebens und andere gottgeführte Umstände, die diese Art von Gastfreundschaft behindern können, geben. Aber wann immer möglich, sollten sich die Hirten bemühen die Gabe der Gastfreundschaft vorbildlich zu teilen.

Viele Menschen, die nicht der Gemeinde angehören, sind mit Evangelium konfrontiert worden, indem sie Familien besucht haben, in denen die Bibel als ein Mittel der Gastfreundschaft geöffnet wird: „Unser Brief seid ihr selbst, in unsere Herzen geschrieben, erkannt und gelesen von jedermann. Es ist ja offenbar, dass ihr ein Brief des Christus seid, durch unseren Dienst ausgefertigt, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln des Herzens. “ (2. Kor 3,2-3).

Ist dir klar, dass das erstaunliche Buch der Apostelgeschichte mit Paulus als Gefangener in Rom endet? Auf seine eigenen Kosten setzt er seinen Dienst fort und empfängt alle und jeden, um die Gnaden Christi zu teilen. So setzt Paulus, der Älteste und Gefangene, seinen Dienst durch Gastfreundschaft fort: „Paulus aber blieb zwei Jahre in einer eigenen Mietwohnung und nahm alle auf, die zu ihm kamen; und er verkündigte das Reich Gottes und lehrte von dem Herrn Jesus Christus mit aller Freimütigkeit und ungehindert. “ (Apostelgeschichte 28,30-31).

Mögen alle Ältesten den Ruf haben, dass sie der Gastfreundschaft ergeben sind.

Von Kent Butterfield – Übersetzt von 9 Marks https://www.9marks.org/article/hospitality/

Aufnahmen von „Martin Luther und die Reformation“

Hier werden wir viel über das Leben Martin Luthers und seinen herausragenden Beitrag zur Reformation sprechen. Dennoch ist es das Wort Gottes, das im Titel unseres Seminars im Vordergrund steht. Die ganze Reformation begann dank des unveränderlichen Wortes Gottes. Das Wort Gottes reformierte zuerst das Denken und Leben Martin Luthers selbst radikal, er widmete sich dem Studium und der Verkündigung dieses lebendigen und unveränderlichen Wortes und wurde zu diesem mächtigen Instrument in Gottes Hand. Und das ist es, was die ganze Geschichte auf den Kopf gestellt hat. Das führte zur Reformation, die schließlich Deutschland und dann die Welt erfasste. Das Wort Gottes war die mächtige Kraft, die zur Reformation führte.

Wir neigen dazu, manche Menschen zu idealisieren. Es gibt nicht wirklich ideale Menschen. Auch Martin Luther war kein perfekter Mensch. Er hatte auch seine eigenen Probleme. Aber er war der Mann, der das Wort Gottes liebte und sein Leben der Verkündigung des Wortes widmete.

Gliederung

  1. Einleitung
  2. Gottes Wort – Sein Wert und Kraft (Matthäus 24,35; Jesaja 40,8, Römer 1,16)
    1. Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam (Hebräer 4,12)
      1. Überführt den Menschen von Sünde – Apostelgeschichte 2,37
      2. Führt zur geistlichen Wiedergeburt – 1.Petrus 1,23
      3. Erweckt wahrhaftigen Glauben – Römer 10,17
      4. Nährt den Geist des Menschen – Matthäus 4,4
      5. Gibt den Menschen Heilsgewissheit – 1.Johannes 5,13
      6. Erweckt Freude – Psalm 119,162
      7. Erzeugt Heiligung – Johannes 17,17
      8. Bewahrt vor Sünde – Psalm 119,11
      9. Stärkt im geistlichen Kampf – Epheser 6,17
    2. Ein Zeugnis der Bibel in Bildern
      1. Leuchte – Psalm 119,105
      2. Feuer – Jeremia 23,29
      3. Hammer – Jeremia 23,29
      4. Spiegel – Jakobus 1,23
      5. Wasserbad – Epheser 5,25-26
      6. Nahrung – Matthäus 4,4
      7. Milch – 1.Petrus 2,2
      8. Schwert – Epheser 6,17
      9. Regen – Jesaja 55,10-11
      10. Same – Lukas 8,11
    3. Wichtige Bedingungen für die Wirksamkeit von Gottes Wort (1.Thessalonicher 2,13; Hebräer 4,1-2; 2.Timotheus 4,1-5)
  3. Martin Luther – Der Weg zur Reformation
    1. Die frühen Jahre seines Lebens
    2. Auf der Suche nach Wahrheit im Kloster
    3. Der Weg zu Erleuchtung und Reformation
    4. Familienleben und Entwicklung der Reformation
    5. Historische Bedeutung seines Werkes
      1. Reformation und Rückkehr zu den Wahrheiten des Evangeliums
      2. Die Reformation und ihre Auswirkungen auf Kultur und Bildung
  4. Wie profitiere ich vom Lesen der Heiligen Schrift?
    1. Fange noch heute an die Bibel zu lesen.
    2. Lies die Bibel mit dem aufrichtigen Wunsch, sie zu verstehen.
    3. Lies die Bibel mit kindlichem Glauben und in Demut.
    4. Lies die Bibel bereitwillig, um ihr zu gehorchen und sie auf dich selbst anzuwenden.
    5. Lies die Bibel jeden Tag.
    6. Lies die ganze Bibel der Reihe nach.
    7. Lies die Bibel und nimm sie objektiv und ehrlich auf.
    8. Lies die Bibel, indem du immer auf Jesus Christus schaust.

Langmut und die Frucht des Geistes

1533 setzte Gott eine Reihe von Geschehnissen in Bewegung, die seiner Gemeinde eine der großartigsten Gaben zur Verfügung stellen sollten, die sie in den vergangenen 500 Jahren erhalten hatte. Nachdem er zum rettenden Glauben an Jesus Christus kam und sein priesterliches Amt im Römischen Katholizismus aufgab, wurde Alexander Canus zum Tode verurteilt, weil er in ganz Lyon (Frankreich) die Lehre von der Rechtfertigung allein durch Glauben verkündete. Die rettende Gnade Gottes, die allen angeboten wird, die Buße über ihre Sünde tun und den Namen des Herrn Jesus Christus anrufen, hatte diesen Franzosen radikal in einen kühnen Botschafter des Höchsten Gottes verwandelt.

Als Canus vor seiner Hinrichtung vor das französische Parlament gebracht wurde, wurde er vor Tausenden von Zuschauern gefesselt und erbarmungslos geschlagen. Nachdem ihm beide Beine gebrochen wurden und sein Körper bis zum Äußersten entstellt war, wurde Canus die einmalige Gelegenheit gegeben, seine neu erworbenen Überzeugungen zu widerrufen und die Dogmen des Römischen Katholizismus zu erneuern. Doch trotz der gnadenlosen Folter und der ständigen Versuchung, auf die Forderungen seiner Gesprächspartner einzugehen, rief Canus stattdessen vor den Massen aus: „O Gott, in diesen Männern gibt es weder Mitleid noch Erbarmen! Oh, dass ich beides in dir finden möge!“

Als das französische Parlament Zeuge der unerschütterlichen Entschlossenheit von Canus wurde, an seinen neu gefundenen Überzeugungen festzuhalten, blieb ihm keine andere Wahl, als seine Hinrichtung durchzuführen; er sollte bei lebendigem Leibe auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. Als Canus an den Ort seines Todes getragen wurde, begann er, das Evangelium Jesu Christi den Menschen zu predigen, die sich darauf vorbereiteten, ihn zu töten. Inmitten Canus‘ Verkündigung unter freiem Himmel begannen Schrecken und tiefer Zweifel den von Zeugen erfüllten Platz zu durchdringen. „Er wird verbrannt werden“, sagte das Volk, „doch niemand scheint so glücklich zu sein wie er!“ Während er an den Scheiterhaufen gebunden wurde, wurde Canus mit dem tröstenden Dienst des Heiligen Geistes in seiner Seele erfüllt. Bevor das Feuer seinen Körper verschlang, soll Canus zuversichtlich verkündet haben: „O Gott, gibt es eine höhere Ehre, als so wie dein Sohn im Haus des Herodes behandelt zu werden?“

Bewegt von Mitgefühl und Reue begannen viele in der Menge über den brutalen Tod, den Canus erlitten hatte, zu weinen. „Sicherlich gibt es in diesem Mann nichts, was des Todes würdig wäre“, riefen einige. Andere riefen aus: „Wenn dieser Mann nicht gerettet wird, wer kann es dann sein?“ Unter den Schaulustigen befand sich auch ein 24-jähriger Mann, der sich vor Kurzem bekehrt hatte. Der Name des jungen Mannes war Johannes Calvin, und da er von den Geschehnissen rund um den Märtyrertod von Canus so bewegt war, würde Calvin bald den Rest seines Lebens dem Predigtdienst widmen. Calvin war der wohl größte Bibelausleger, der je gelebt hat, und seine theologischen Abhandlungen segnen Gottes Volk bis zum heutigen Tag.

Die Umstände des Märtyrertodes von Alexander Canus sind ein anschauliches Beispiel für geistgewirkte Geduld und dienen als Erinnerung daran, dass diese christusähnliche Tugend ein kraftvolles Zeugnis für Gottes Reich ist. Die griechische Bedeutung für Geduld (makrothymia) lässt sich vielleicht besser als Langmut ins Deutsche übersetzen, und wie oben beschrieben, verhielt sich Alexander Canus genauso gegenüber denen, die ihn 1533 ermordet haben. Christusähnliche Langmut bedeutet, nicht Böses mit Bösem zu erwidern, sondern stattdessen schwierige oder schmerzhafte Umstände willentlich im Vertrauen auf Gottes Absichten zu dulden (1. Petrus 3,8-9). Als wesentlicher Bestandteil der vom Geist erzeugten Liebe ist Langmut eine Eigenschaft, die Christen gegenüber allen ihren Mitmenschen ohne Ausnahme haben müssen (1. Korinther 13,4). Darüber hinaus wird diese wunderbare Eigenschaft, wie sie in der Heiligen Schrift beschrieben wird, durch den dreieinigen Gott selbst sogar noch stärker (vollkommen) zur Schau gestellt (Römer 2,1-4). Betrachten wir nur einige Beispiele:

Gott der Vater

Als Petrus über Gottes Langmut gegenüber Sündern schrieb, die sich in seiner andauernden Zurückhaltung des Gerichts über die nicht wiedergeborene Menschheit zeigt, sagte der Apostel Petrus:

8 Dieses eine aber sollt ihr nicht übersehen, Geliebte, dass ein Tag bei dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie ein Tag!

9 Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus, wie etliche es für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns, weil er nicht will, dass jemand verlorengehe, sondern dass jedermann Raum zur Buße habe.

(2. Petrus 3,8-9)

Der Sohn Gottes

Als Paulus darüber nachdachte, wie Jesus Christus ihn selbst im Hinblick auf sein eigenes Heil behandelte, sagte er:

13 der ich zuvor ein Lästerer und Verfolger und Frevler war. Aber mir ist Erbarmung widerfahren, weil ich es unwissend im Unglauben getan habe.

14 Und die Gnade unseres Herrn wurde über alle Maßen groß samt dem Glauben und der Liebe, die in Christus Jesus ist.

15 Glaubwürdig ist das Wort und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, um Sünder zu retten, von denen ich der größte bin.

16 Aber darum ist mir Erbarmung widerfahren, damit an mir zuerst Jesus Christus alle Langmut erzeige, zum Vorbild für die, die künftig an ihn glauben würden zum ewigen Leben.

(1. Timotheus 1,16-18)

Gott der Heilige Geist

In Epheser 4,30 und 1. Thessalonicher 5,19 fordert der Apostel Paulus seine Leser auf, „den Heiligen Geist nicht zu betrüben“ und „den Heiligen Geist nicht zu dämpfen“. Beide Passagen zeigen, dass Gläubige anfällig dafür sein können, der Führung des Heiligen Geistes nicht zu gehorchen und infolgedessen gegen die dritte Person der Gottheit zu sündigen. Dennoch bleibt der Heilige Geist trotz des häufigen Versagens von Christen uns gegenüber geduldig. Er hat alle Gläubigen für den Tag der Erlösung versiegelt, und so wird er dem Volk Gottes immer treu sein.

Wenn wir untreu sind, so bleibt er doch treu; er kann sich selbst nicht verleugnen (2. Timotheus 2,13). Mach es dir in dieser Woche zum Gebet und Ziel, Gottes Geduld in deinem eigenen Leben nicht als selbstverständlich hinzunehmen. Außerdem bitte den Herrn, dir die Kraft zu geben, durch das Wirken seines Geistes in dir, seine Langmut gegenüber den Menschen, die er in dein Leben gestellt hat, widerzuspiegeln.

Wöchentliche Passagen zum Nachdenken:

Montag – 2. Mose 34,1-8

1 Und der HERR sprach zu Mose: Haue dir zwei steinerne Tafeln zu, wie die ersten waren, damit ich die Worte darauf schreibe, die auf den ersten Tafeln waren, die du zerbrochen hast;

2 und sei morgen bereit, dass du früh auf den Berg Sinai steigst und dort zu mir auf die Spitze des Berges trittst.

3 Und lass niemand mit dir hinaufsteigen, dass niemand um den ganzen Berg her gesehen werde; lass auch keine Schafe noch Rinder gegen diesen Berg hin weiden!

4 Und Mose hieb sich zwei steinerne Tafeln zurecht, wie die ersten waren; und er stand am Morgen früh auf und stieg auf den Berg Sinai, wie ihm der HERR geboten hatte, und nahm die zwei steinernen Tafeln in seine Hand.

5 Da kam der HERR in einer Wolke herab und trat dort zu ihm und rief den Namen des HERRN aus.

6 Und der HERR ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Der HERR, der HERR, der starke Gott, der barmherzig und gnädig ist, langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue;

7 der Tausenden Gnade bewahrt und Schuld, Übertretung und Sünde vergibt, aber keineswegs ungestraft lässt, sondern die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern und Kindeskindern bis in das dritte und vierte Glied!

8 Da neigte sich Mose schnell zur Erde und betete an;

Dienstag – Epheser 4,1-6

1 So ermahne ich euch nun, ich, der Gebundene im Herrn, dass ihr der Berufung würdig wandelt, zu der ihr berufen worden seid,

2 indem ihr mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut einander in Liebe ertragt

3 und eifrig bemüht seid, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens:

4 Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung;

5 ein Herr, ein Glaube, eine Taufe;

6 ein Gott und Vater aller, über allen und durch alle und in euch allen.

Mittwoch – Jakobus 1,18-21

18 Nach seinem Willen hat er uns gezeugt durch das Wort der Wahrheit, damit wir gleichsam Erstlinge seiner Geschöpfe seien.

19 Darum, meine geliebten Brüder, sei jeder Mensch schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn;

20 denn der Zorn des Mannes vollbringt nicht Gottes Gerechtigkeit!

21 Darum legt ab allen Schmutz und allen Rest von Bosheit und nehmt mit Sanftmut das [euch] eingepflanzte Wort auf, das die Kraft hat, eure Seelen zu erretten!

Donnerstag – 1. Thessalonicher 5,12-24

12 Wir bitten euch aber, ihr Brüder, dass ihr diejenigen anerkennt, die an euch arbeiten und euch im Herrn vorstehen und euch zurechtweisen,

13 und dass ihr sie umso mehr in Liebe achtet um ihres Werkes willen. Lebt im Frieden miteinander!

14 Wir ermahnen euch aber, Brüder: Verwarnt die Unordentlichen, tröstet die Kleinmütigen, nehmt euch der Schwachen an, seid langmütig gegen jedermann!

15 Seht darauf, dass niemand Böses mit Bösem vergilt, sondern trachtet allezeit nach dem Guten, sowohl untereinander als auch gegenüber jedermann!

16 Freut euch allezeit!

17 Betet ohne Unterlass!

18 Seid in allem dankbar; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.

19 Den Geist dämpft nicht!

20 Die Weissagung verachtet nicht!

21 Prüft alles, das Gute behaltet!

22 Haltet euch fern von dem Bösen in jeglicher Gestalt!

23 Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer ganzes [Wesen], der Geist, die Seele und der Leib, möge untadelig bewahrt werden bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus!

24 Treu ist er, der euch beruft; er wird es auch tun.

Freitag – Jakobus 5,7-12

7 So wartet nun geduldig, ihr Brüder, bis zur Wiederkunft des Herrn! Siehe, der Landmann wartet auf die köstliche Frucht der Erde und geduldet sich ihretwegen, bis sie den Früh- und Spätregen empfangen hat.

8 So wartet auch ihr geduldig; stärkt eure Herzen, denn die Wiederkunft des Herrn ist nahe!

9 Seufzt nicht gegeneinander, Brüder, damit ihr nicht verurteilt werdet; siehe, der Richter steht vor der Tür!

10 Meine Brüder, nehmt auch die Propheten, die im Namen des Herrn geredet haben, zum Vorbild des Leidens und der Geduld.

11 Siehe, wir preisen die glückselig, welche standhaft ausharren! Von Hiobs standhaftem Ausharren habt ihr gehört, und ihr habt das Ende gesehen, das der Herr [für ihn] bereitet hat; denn der Herr ist voll Mitleid und Erbarmen.

12 Vor allem aber, meine Brüder, schwört nicht, weder bei dem Himmel noch bei der Erde noch mit irgendeinem anderen Eid; euer Ja soll ein Ja sein, und euer Nein ein Nein, damit ihr nicht unter ein Gericht fallt.

Samstag – 1. Petrus 2,19-25

19 Denn das ist Gnade, wenn jemand aus Gewissenhaftigkeit gegenüber Gott Kränkungen erträgt, indem er zu Unrecht leidet.

20 Denn was ist das für ein Ruhm, wenn ihr geduldig Schläge ertragt, weil ihr gesündigt habt? Wenn ihr aber für Gutestun leidet und es geduldig ertragt, das ist Gnade bei Gott.

21 Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für uns gelitten und uns ein Vorbild hinterlassen hat, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt.

22 »Er hat keine Sünde getan, es ist auch kein Betrug in seinem Mund gefunden worden«;

23 als er geschmäht wurde, schmähte er nicht wieder, als er litt, drohte er nicht, sondern übergab es dem, der gerecht richtet.

24 Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen auf dem Holz, damit wir, den Sünden gestorben, der Gerechtigkeit leben mögen; durch seine Wunden seid ihr heil geworden.

25 Denn ihr wart wie Schafe, die in die Irre gehen; jetzt aber habt ihr euch bekehrt zu dem Hirten und Hüter eurer Seelen.

[1] Das Zeugnis von Alexander Canus kann in The Life of John Calvin (Thomas Lawson) gefunden werden, Seiten 56-57.

Bibelübersetzung: Schlachter 2000

Autor: Dewey Dovel

Originalartikel:

Musik in der Gemeinde

Was hat Gott zu Musik in der Bibel gesagt hat? Was ist das Wesen der Musik und was ist die praktische Umsetzung im Kontext eines biblischen Leitbildes? Wie baut man einen Musikdienst auf, um am Sonntag den Leuten singen zu helfen?

3 Zeugnisse von Gastfreundschaft

Frage: „Wann haben Sie schon einmal gesehen, wie das Evangelium durch Taten der Gastfreundschaft Außenstehenden nahegebracht wurde?“

Antworten von Ken Sande, Donald Whitney und Ryan Townsend

Ken Sande

Gastfreundschaft, die zu erlösender Strenge führte, war ein Schlüssel zur Bekehrung meines Vaters.

Ein junger Ehemann in unserer Gemeinde, den ich Bill nennen werde, verlor seine Arbeit und konnte mehrere Monate lang keine Arbeit finden. Als die Ersparnisse seiner Familie erschöpft waren und sie Gefahr liefen, ihr Haus zu verlieren, schritten unsere Diakone ein und übten den Dienst der Gastfreundschaft und Barmherzigkeit aus, indem sie die Hypothekenzahlungen übernahmen, bis Bill drei Monate später eine Arbeit fand.

Einige Jahre später verließ Bill seine Frau aufgrund von Eheproblemen und zog in einen anderen Staat. Unsere Ältesten leiteten die Schritte der Gemeindezucht ein, um ihn zu seiner Familie zurückzubringen. Er wollte sich nicht mit seiner Familie versöhnen und wollte sich unserer Disziplin eindeutig nicht unterwerfen. Doch in einem Schlüsselgespräch sagte er: „Was ich jetzt tun möchte, ist, dieses Telefon aufzulegen und nie wieder mit euch allen zu sprechen. Aber ich kann die Tatsache nicht vergessen, dass die Gemeinde unsere Hypothek für drei Monate trug, als ich arbeitslos war. Ich kann dir nicht absagen, nach allem, was du getan hast, um deine Liebe zu mir zu zeigen.“

Wir überredeten ihn schließlich nach Hause zurückzukehren und sich mit seiner Frau zu versöhnen. Sie sind auch heute noch zusammen und danken Gott für eine Gemeinde, die nicht nur ihre Hypothek absicherte, sondern auch half, ihre Familie zu retten.

Vor Jahren, als wir daran arbeiteten, diesen Mann nach Hause zu bringen, teilte ich meinem Vater, der nicht gläubig war, eine allgemeine Beschreibung der Situation mit. Er war fasziniert davon, dass unsere Gemeinde sich genug um diese Familie kümmerte, um ihre Rechnungen zu bezahlen und für ihre Ehe zu kämpfen. Als mein Vater schließlich sein Vertrauen auf Christus setzte (nur drei Stunden vor seinem Tod), gab es für mich keinen Zweifel daran, dass ein Teil dessen, was ihn zum Retter zog, die Liebe war, die er in seiner Gemeinde gesehen hatte.

Donald S. Whitney

Von 1981 bis 1995 war ich Pastor einer Gemeinde in den Vororten von Chicago. In den achtziger Jahren predigte ich eine lange Reihe von biblischen Texten über Gastfreundschaft. Unter den von diesen Botschaften Berührten war ein Ehepaar, das im Begrüßungsdienst diente. Als Folge der Begegnung mit der biblischen Wahrheit über Gastfreundschaft begannen sie jeden Sonntag nach dem Gottesdienst Menschen zu sich nach Hause zum Mittagessen einzuladen.

Typischerweise sprachen sie eine der Familien oder Singles an, die unsere Gemeinde besuchten, besonders diejenigen, die zum ersten Mal kamen. Die Möglichkeit während und nach dem Essen ausgiebig zu plaudern – im Gegensatz zu einem kurzen Gespräch an der Tür – bot viele Gelegenheiten, über unsere Gemeinde, die Predigt des Morgens und/oder besonders über das Evangelium zu sprechen. Ihre Gäste bemerkten oft den Unterschied zwischen unserer Kirche – die ihnen von diesem einen gastfreundlichen Ehepaar vorgestellt wurde – und anderen Gemeinden, die sie besucht hatten und in denen nur wenige, wenn überhaupt, mit ihnen sprachen. Die Gastfreundschaft dieses Paares hatte oft einen bleibenden Einfluss auf internationale Studenten, von denen viele nie zum Essen in ein amerikanisches Haus eingeladen worden waren.

Wenn bei den Erstbesuchern nichts funktionierte, hielt das Paar erst Ausschau nach wiederkehrenden Besuchern, dann neuen Mitgliedern. Wenn keiner von ihnen verfügbar war, wandten sie sich an langjährige Mitglieder, die vielleicht Ermutigung brauchten, oder an diejenigen, mit denen sie nicht kürzlich Zeit in der Gemeinschaft verbracht hatten.

Diese Erfahrungen berührten nicht nur ihre Gäste, sondern veränderten auch ihr eigenes Leben. In den Jahren seit meiner Zeit in dieser Gemeinde hat dieses Ehepaar – jetzt in einer Gemeinde an dem Ort, wo es sich zur Ruhe gesetzt hat – die Praxis fortgesetzt, Gäste an seinem Sonntagsessenstisch zu empfangen, wann immer es möglich ist. Dauerhafte Beziehungen wurden initiiert, die Gemeinschaft entwickelte sich, und die Liebe Christi zeigte sich jetzt bei Hunderten von Gelegenheiten aufgrund einer einfachen Verpflichtung, bei einem Essen in der Woche ein paar zusätzliche Teller auf den Tisch zu stellen.

Ryan Townsend

Ich erinnere mich, dass ich ein junger Christ war und von der Gastfreundschaft der Smiths gehört habe. Diese neunköpfige Familie aus unserer Gemeinde lud regelmäßig sonntags verschiedene Leute mit unterschiedlichen Hintergründen zu sich nach Hause ein. Dieser Dienst segnete nicht nur die Personen, die die Gastfreundschaft der Smiths genossen, sondern er wurde zu einem bekannten Teil des Gemeinschaftsgefüges unserer Gemeinde, indem er uns in unserer familiären Liebe ermutigte und den Mitgliedern und Besuchern gleichermaßen vormachte, dass wir die Jünger Christi sind, weil wir einander lieben (Johannes 13,35). Das Essen und das Zusammensein mit Freunden waren zwei meiner Lieblingsbeschäftigungen als Nicht-Christ. Christliche Gastfreundschaft war jedoch etwas, das ich nie erlebt hatte, wo es eine offensichtliche Freude und Zufriedenheit gab, anderen zu dienen und ihre Nöte in der eigenen Wohnung und Familie zu erfüllen. Das war anders und es hob das Evangelium hervor.

Als Evangelikale sollten wir vielleicht sowohl die Kraft der Gastfreundschaft bei der Verbreitung des Evangeliums als auch die Freude, die es allen Beteiligten bringt, berücksichtigen. Das Geschenk der Gastfreundschaft ist ein Geschenk, das Christen und Nichtchristen gleichermaßen schnell bemerken und schätzen werden, wenn wir anderen in Liebe mit dem Blick auf das Gute und zur Ehre Gottes dienen.

Übersetzt aus dem Englischen: https://www.9marks.org/article/three-testimonies-hospitality/

Martin Luther und die Reformation

Das Wort Gottes ist eine Speise, wer sie isst, den hungert immer mehr danach.

Martin Luther

Datum:31.Oktober 2020 10 – 17 Uhr
Ort: ECG Hellersdorf
Sprache: Russisch & Deutsch
Sprecher: Alexander Arzer

Für ein warmes Mittagessen ist gesorgt. Über eine Spende von 5€ würden wir uns freuen

Friede und die Frucht des Geistes

Was in deinem Leben bereitet dir Sorgen? An einem gewissen Punkt in unserem Leben haben wir uns alle schon einmal über etwas Sorgen gemacht. Sei es eine gesundheitliche Sorge, Nervosität wegen einer neuen Arbeitssituation, das Erleben von Umständen, auf die wir keinen Einfluss haben, oder eine Situation, in der wir uns noch nie zuvor befunden haben -Sorgen und Unruhe können uns schnell überwältigen. In jeder Ära sind Millionen von Menschen von Sorgen geplagt worden. Es gibt keine wissenschaftlichen oder technischen Fortschritte, die die innewohnende Neigung der Menschheit, sich über die Einzelheiten des Lebens zu sorgen, beseitigen können. Unabhängig davon, ob die Umstände gut oder schlecht sind, wenn man sich nur genug anstrengt, wird man für gewöhnlich etwas finden, worüber wir uns Sorgen machen können.


Im Jahr 2018 berichtete das Time Magazine, dass etwa 40 Millionen Amerikaner sich selbst als solche bezeichnen, die mit allgegenwärtigen Sorgen und Ängsten zu kämpfen haben.[1] Anders ausgedrückt: Etwa jeder fünfte Amerikaner ab einem Alter von 18 Jahren befindet sich derzeit in einem nicht endenden Kampf um seine innere Einstellung. Im Bereich der säkularen Psychologie ist das Sorgen ganz einfach menschlich. Es ist ein wesentliches Merkmal der menschlichen Psyche, sich Sorgen zu machen. Dem gegenüber, von dem Blickwinkel der christlichen Weltanschauung aus betrachtet, zeigt die Bibel auf, dass die Menschheit erstmals Sorgen empfand, nachdem sie gegen Gott gesündigt hatte (1. Mose 3,7-10). Seit dem Sündenfall gibt es nur wenige Gefühle, die für die Menschheit körperlich, geistig oder seelisch schwächender sind als das Gefühl der Sorge. Körperlich gesehen können verstärkte Anfälle von Besorgnis zu erhöhtem Blutdruck, Panikattacken und Magen-Darm-Problemen führen. Längeres Sorgen kann sowohlzu einer verminderten Konzentrationsfähigkeit als auch schwere Fälle von Depressionen hervorrufen. Es gibt jedoch nur wenige Dinge, die für Christen gefährlicher sind als die Auswirkungen, die Sorgen auf die geistliche Gesundheit haben können.


Offen gesagt bedeutet das Sorgen, gegen Gott zu sündigen (Philipper 4,6). Wenn wir uns Sorgen machen, richten wir unsere Gedanken auf unsere realen oder vermeintlichen, Schwierigkeiten und Umstände, während wir es uns erlauben, bei ihnen zu verharren, anstatt nach den Dingen zu trachten, die droben sind (Kolosser 3,2). Sich zu sorgen, ist ein Vergehen gegen Gottes souveräne Herrschaft über jedes Detail seiner eigenen Schöpfung (Matthäus 6,25-32). Es ist ein Indikator dafür, dass wir Gottes guten und vollkommenen Absichten für unser Leben nicht vertrauen (Jeremia 29,11). Wenn wir uns Sorgen machen, untergraben wir die absolute Güte von Gottes eigenem Charakter und stellen sein Recht in Frage, die Umstände unseres Lebens so zu bestimmen, wie es ihm gefällt (Römer 9,20-22). Wenn Gläubige ungezügelte Sorgen in ihre Gedanken eintreten lassen, verlieren sie die tröstende Realität aus den Augen, dass ihr Leben in den Händen eines himmlischen Vaters liegt, der ihnen in Christus seine ewige Liebe zugewandt hat (Psalm 139,16). Da die Bibel erklärt, dass Gott alle Dinge im Leben seiner Kinder zu ihrem ewigen Wohl zusammenwirken lässt, gibt es für sie im Prinzip keinen Grund, sich über irgendetwas Sorgen zu machen (Römer 8,28).


Das Gegenteil von Sorgen und das von Gott verschriebene Gegenmittel ist Frieden. Der Friede ist eine der Frucht des Heiligen Geistes, der durch Gottes Gnade in gewissem Maße in jedem Bereich im Leben eines Christen vorhanden sein wird (Galater 5,22-23). quillt aus dem Vertrauen, dass Gott weiß,was für uns auf der Mikro- und Makroebene das Beste ist (Jesaja 55,9). Der Friede, den der Geist Gottes im Gläubigen hervorbringt, ist für den Rest der Welt nicht bekannt, erfahrbar oder reproduzierbar (Joh 14,27). Tatsächlich werden Nichtchristen in diesem Leben niemals einen wahren Frieden erfahren, solange der Zorn Gottes auf ihnen lastet (Joh 3,36). Vom Augenblick unserer Geburt bis zu dem Augenblick, in dem wir Buße tun und allein an Jesus Christus glauben, um mit Gott versöhnt zu werden, sind wir uns unserer Feindschaft mit unserem heiligen Schöpfer bewusst (Römer 1,18-32). Trotz der Bemühungen des sündigen Menschen, entweder die Wahrheit der Existenz Gottes in Ungerechtigkeit aufzuhalten oder einen Gott nach seiner eigenen Vorstellung zu schaffen, wissen wir in unserem Herzen, dass wir den Allerhöchsten verleugnen; und der Jüngste Tag kommt (Hebräer 9,27-28)!


Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen oder mit Gott im Frieden zu sein (Hebräer 11,6). In der Tat gibt es nur wenige Dispositionen, die geistlich befreiender sind als die Erkenntnis, dass man Frieden mit Gott hat und den Frieden Gottes im eigenen Herzen besitzt (Römer 5,1). Der rettende Glaube an Jesus Christus führt nicht nur dazu, dass man vor Gottes ewigem Gericht in der Hölle gerettet wird, sondern bringt auch einen unerschütterlichen Frieden in den inneren Menschen, der allen Verstand übersteigt, weil man Gottes Gunst in Christus genießt (Philipper 3:8-11). Die oberflächlichen Dinge, die von der Welt angepriesen werden, um uns „glücklich“ zu machen, werden uns nur nach mehr sehnen lassen. Die oberflächlichen Reize dieser zeitlichen Welt sind gänzlich leer und können die menschliche Seele an sich nicht befriedigen. Doch der Friede, der von Gott kommt, erzeugt eine tief empfundene Gelassenheit und Vertrauen, die beide im überwältigenden Bewusstsein verankert sind, dass unser Leben in den Händen eines souveränen, allmächtigen und allgütigen Schöpfer ist, der uns liebt..[3]

Hast du heute diesen Frieden?

Wöchentliche Passagen zum Nachdenken

Montag – Matthäus 6,25-34

25Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch um euren Leib,

was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung

26 Seht die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen,

und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?

27 Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Lebenslänge eine einzige Elle hinzusetzen?

28Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen! Sie mühen sich nicht und spinnen nicht;

29 ich sage euch aber, daß auch Salomo in all seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.

30 Wenn nun Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wird er das nicht viel mehr euch tun, ihr Kleingläubigen?

31Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen?, oder: Was werden wir trinken?, oder: Womit werden wir uns kleiden?

32Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden, aber euer himmlischer Vater weiß, daß ihr das alles benötigt.

33 Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden!

34Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Jedem Tag genügt seine eigene Plage.


Dienstag – Philipper 4,6-9

6 Sorgt euch um nichts; sondern in allem laßt durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden.

7Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus!

8 Im übrigen, ihr Brüder, alles, was wahrhaftig, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was wohllautend,

was irgend eine Tugend oder etwas Lobenswertes ist, darauf seid bedacht!

9 Was ihr auch gelernt und empfangen und gehört und an mir gesehen habt, das tut; und der Gott des Friedens wird mit euch sein.


Mittwoch – Johannes 14,16-31

16Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, daß er bei euch bleibt in Ewigkeit,

17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und erkennt ihn nicht; ihr aber erkennt ihn,

denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.

18 Ich lasse euch nicht als Waisen zurück; ich komme zu euch.

19Noch eine kleine Weile, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich; weil ich lebe, sollt auch ihr leben!

20 An jenem Tag werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch.

21 Wer meine Gebote festhält und sie befolgt, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden,

und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.

22Da spricht Judas — nicht der Ischariot — zu ihm: Herr, wie kommt es, daß du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt?

23 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben,

und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.

24 Wer mich nicht liebt, der befolgt meine Worte nicht; und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat.

25Dies habe ich zu euch gesprochen, während ich noch bei euch bin;

26 der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

27 Frieden hinterlasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch; euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht!

28 Ihr habt gehört, daß ich euch sagte: Ich gehe hin, und ich komme zu euch! Wenn ihr mich lieb hättet, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe:

Ich gehe zum Vater; denn mein Vater ist größer als ich.

29Und nun habe ich es euch gesagt, ehe es geschieht, damit ihr glaubt, wenn es geschieht.

30 Ich werde nicht mehr viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, und in mir hat er nichts.

31Damit aber die Welt erkennt, daß ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater geboten hat: Steht auf und laßt uns von hier fortgehen!


Donnerstag – Psalm 3,4-9

4 Aber du, HERR, bist ein Schild um mich, bist meine Herrlichkeit und der mein Haupt emporhebt

5Ich rufe mit meiner Stimme zum HERRN, und er erhört mich von seinem heiligen Berg.

6Ich legte mich nieder und schlief; ich bin wieder erwacht, denn der HERR hält mich.

7Ich fürchte mich nicht vor den Zehntausenden des Volkes, die sich ringsum gegen mich gelagert haben.

8 Steh auf, o HERR! Hilf mir, mein Gott! Denn du schlägst alle meine Feinde auf den Kinnbacken, zerbrichst die Zähne der Gottlosen.

9 Ich werde mich in Frieden niederlegen und schlafen; denn du allein, HERR, läßt mich sicher wohnen.


Freitag – Kolosser 1,19-23

19Denn es gefiel [Gott] in ihm alle Fülle wohnen zu lassen

20 und durch ihn alles mit sich selbst zu versöhnen, indem er Frieden machte durch das Blut seines Kreuzes —

durch ihn, sowohl was auf Erden als auch was im Himmel ist.

21 Auch euch, die ihr einst entfremdet und feindlich gesinnt wart in den bösen Werken, hat er jetzt versöhnt

22 in dem Leib seines Fleisches durch den Tod, um euch heilig und tadellos und unverklagbar darzustellen vor seinem Angesicht,

23 wenn ihr nämlich im Glauben gegründet und fest bleibt und euch nicht abbringen laßt von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt,

das verkündigt worden ist in der ganzen Schöpfung, die unter dem Himmel ist, und dessen Diener ich, Paulus, geworden bin.


Samstag Matthäus 11,25-30

25 Zu jener Zeit begann Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde,

daß du dies vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen geoffenbart hast!

26 Ja, Vater, denn so ist es wohlgefällig gewesen vor dir.

27 Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand erkennt den Sohn als nur der Vater;

und niemand erkennt den Vater als nur der Sohn und der, welchem der Sohn es offenbaren will.

28 Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken!

29Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen!

30Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.

[1]https://www.google.com/amp/s/time.com/5269371/americans-anxietypoll/%3famp=true

[2]https://www.google.com/amp/s/www.psychologytoday.com/us/blog/toward-less-egoicworld/201803/why-people-worry-much-more-they-need%3famp

[3] John MacArthur, Biblische Lehre: Eine Systematische Zusammenfassung Biblischer Wahrheiten – Seite 498

Bibelübersetzung: Schlachter 2000

Autor: Dewey Dovel
Originalartikel:
https://covenantconfessions.com/peace-and-the-fruit-of-the-spirit/

5 Tipps zur Disziplin, ohne gesetzlich zu werden

Ich habe vor meinem geistigen Auge das Bild der jungen Männer in meiner Familie, meiner Söhne und Schwiegersöhne, wie sei vor mir am Tisch sitzen und wir uns über die Lebensbereiche eines gottesfürchtigen Mannes unterhalten. Sie fragen mich: „Wie sollen wir damit umgehen? Sag uns, wie wir uns zur Gottesfurcht disziplinieren sollen, ohne gesetzlich zu werden.“ Meine Antwort darauf ist sehr persönlich.

1. Prioritäten setzen

Ich sage ihnen, dass ich damit beginnen würde, diverse Lebensbereiche durchzusehen, um sie dann auf verschiedene Listen zu schreiben – auf die eine Liste kämen jene Gebiete, in denen ich weniger Defizite habe, auf die andere meine Problembereiche. Um eine objektive Auflistung zu gewährleisten, könnte bei Verheirateten die Unterstützung des Ehepartners hilfreich sein. Bei Unverheirateten könnte ein geistlich reifer Freund helfen.

Im Anschluss würde ich meine Problembereiche der Dringlichkeit nach durchnummerieren – z. B. 1) sexuelle Reinheit, 2) Gedankenwelt, 3) Gebetsleben, 4) Zeugnisgeben, 5) Freigebigkeit, 6) Arbeit, 7) Freundschaft und 8) Leiterschaft. Dann würde ich mit dem ersten Punkt anfangen – in diesem Fall der sexuellen Reinheit –, die Unterpunkte in dem entsprechenden Kapitel dieses Buches noch einmal durchsehen und ein bis drei Dinge auswählen, die mir meiner Meinung nach am ehesten weiterhelfen. Dabei würde ich möglichst der Versuchung widerstehen, mich auf zu viele Bereiche zu konzentrieren. Es ist besser, in wenigen erfolgreich zu sein, als durch Übereifer Fehler zu begehen. In Bezug auf die sexuelle Reinheit würde ich zunächst vielleicht die Bibelstellen lernen, die mir helfen, mich vor Versuchungen zu schützen, und mir zudem keine erotischen Fernsehsendungen oder Filme ansehen. Ich könnte auch Gott vor Zeugen bitten, dass er mir Möglichkeiten zum Zeugnis gibt, und nach Gelegenheiten suchen, wo ich noch verlorenen Menschen begegnen könnte.

Nachdem ich meine Liste durchgegangen bin, hätte ich mir vielleicht zwanzig spezifische Punkte ausgesucht, die mir in meinen acht schwächsten Lebensbereichen hilfreich sein könnten.

2. Realistische Einschätzung

Doch bevor ich ins Detail ginge, würde ich noch einen realistischen und ehrlichen Blick auf die Gesamtliste werfen und mich fragen: „Ist es mir mit der Hilfe Gottes wirklich möglich, die Ziele in den ausgesuchten Bereichen anzustreben?“ Wenn ich hinsichtlich meiner Gedankenwelt so sehr bestrebt bin, eine Veränderung herbeizuführen, dass ich mir vorgenommen habe, das Alte Testament einmal und das Neue Testament zweimal im Jahr durchzulesen – und zusätzlich noch das Buch Krieg und Frieden im Januar, dann habe ich mir etwas wohl nicht gut genug überlegt!

Wäre es nicht ein weitaus realistischeres Ziel, ein Jahr für das Neue Testament zu veranschlagen und in den Monaten Januar bis April Krieg und Frieden durch zu bekommen, wenn Sie ansonsten nicht viel lesen? Gehen Sie sicher, dass Ihre Pläne Arbeit für Sie bedeuten, aber seien Sie sich ebenso sicher, dass sie alles in allem auch durchführbar sind. Es ist besser, Ihre Ziele bei Erfolg zu erweitern, als sich mehr vorzunehmen, als Sie erreichen können. Ein Erfolgserlebnis ist eine gute Ausgangsbasis für ein weiteres.

3. Beten sie

Bevor Sie Ihre Vorhaben in die Tat umsetzen, sollten Sie sich eine Woche Zeit nehmen, um darüber nachzudenken und dafür zu beten. Suchen Sie die Führung des Heiligen Geistes, um auch andere Möglichkeiten persönlicher Disziplin kennenzulernen, als die in diesem Buch beschriebenen.

4. Legen Sie Rechenschaft ab

Bitten Sie Ihre Ehepartnerin oder einen Freund, auf Ihre Fort- oder Rückschritte zu achten. Stellen Sie sicher, dass Sie sich regelmäßig mit ihr bzw. ihm beraten und beten – auch wenn es nur telefonisch geht. Seien Sie bezüglich Ihrer Siege und Niederlagen ehrlich. Und zeigen Sie Ihre Bereitschaft, auf Ratschläge einzugehen und Korrekturen vorzunehmen.

5. Falls Sie Schwierigkeiten bekommen

Zweifelsohne werden Sie Probleme bekommen und gelegentlich sogar total versagen. Wenn das eintrifft, können Ihr verletzter Stolz und Ihre Beschämung Sie dazu bringen, Ihre Sachen am liebsten gleich packen zu wollen und aufzugeben. Wir mögen Dinge nicht, in denen wir versagen. Aber wir müssen erkennen, dass Fehlschläge ein Teil des Erfolges sind – wir gestehen unser Versagen ein und starten einen neuen Versuch. Außerdem stehen wir nicht unter dem Gesetz, sondern in der Gnade. Gott rechnet uns unser Versagen nicht zu, und mit unseren Erfolgen sammeln wir uns auch keine Verdienste bei ihm. Wir versuchen einfach nur, ein diszipliniertes Leben zu führen, das unserem liebenden Vater gefällt – und er hat mehr Verständnis für unser Versagen, als wir gegenüber unseren eigenen Kinder.

Gnade zur Disziplin

Der Mann, der sich in Weisheit zur Gottseligkeit diszipliniert, kennt die Notwendigkeit von Prioritäten, einer realistischen Einschätzung, dem Gebet, der Verantwortlichkeit und ist sich bewusst, dass Fehlschläge zum Erfolg gehören, aber seine größte Weisheit und Kraft liegt in seinem Verständnis von der Gnade. Alles in seinem Leben entspringt der Gnade Gottes – sola gratia – Gnade allein!

Die Errettung geschieht allein aus Gnade. Wir waren tot in unseren Vergehen und Sünden, von dunklen Mächten gefangen, nicht fähig, als ein Toter unsere eigene Errettung zu bewirken.

„Gott aber, der reich ist an Barmherzigkeit, hat … auch uns, die wir in den Vergehungen tot waren, mit dem Christus lebendig gemacht – durch Gnade seid ihr errettet! … Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme“ (Eph 2,4.5.8–9).

Wir sind durch die Gnade Gottes gerettet worden, durch seine unverdiente Gunst. Wie Paulus unmissverständlich deutlich machte, vermindert selbst ein noch so kleiner Anteil von guten Werken die errettende Gnade:

„Wenn aber durch Gnade, so nicht mehr aus Werken; sonst ist die Gnade nicht mehr Gnade“ (Röm. 11,6).

Solo gratia.
So wie die Errettung allein aus Gnade ist, ist es auch das christliche Leben. Hinsichtlich der allgemeinen Erfahrung des Gläubigen in dieser Welt trifft Jakobus diese überwältigende Feststellung: „Er gibt aber desto größere Gnade“ (Jak 4,6). Damit ist nicht die errettende Gnade gemeint, sondern die Gnade, die uns zu einem christlichen Leben in dieser gefallenen Welt befähigt – „größere Gnade“.

Angepasster Auszug aus dem Buch „Mann mit Profil“ von Kent Hughes.

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5 Mythen über Gastfreundschaft

Mythos Nr. 1: Nur von Menschen mit der „Gabe“der Gastfreundschaft kann erwartet werden, dass sie sie praktizieren.

Die Gastfreundschaft an sich ist keine Gabe, sondern ein Mittel, durch das andere geistliche Gaben zur Geltung kommen: Barmherzigkeit, Dienen, Geben und Evangelisieren. Die dynamische Lehre der Gastfreundschaft im Neuen Testament zeigt, dass die Gastfreundschaft in unserer Liebe zu Gott und zu unseren Geschwistern in Christus verwurzelt ist und unseren Wunsch, dass unsere Nächsten die Rettung in Jesus kennenlernen. Wenn Christen sich weigern, Gastfreundschaft zu geben oder zu empfangen, spricht das für ihren Mangel an Liebe, zuerst für den Leib Christi, dann für ihre Nächsten und schließlich für den Herrn (1. Petr 4,8-10).

Mythos Nr. 2: Gastfreundschaft ist Frauensache.

Gastfreundschaft ist ein biblischer Auftrag für die Ältesten der Gemeinde; Männer die mit der Lehre und der Leitung der Gemeinde betraut sind. Der Ruf, Gastfreundschaft zu praktizieren, geht an die Ältesten – zuerst an die Männer und dann an den Rest der Gemeinde. Gastfreundschaft erfordert altmodische, harte Arbeit von jedem – Männern, Frauen und Kindern. Sie ist oft unbequem, kostspielig und in Zeiten der Verfolgung gefährlich. Tischgemeinschaft, biblische Lehre, Psalmensingen, Gebet, gegenseitige Sorge für die Grundbedürfnisse und die Bereitstellung von Wohnraum für Brüder und Schwestern im Glauben, aber auch für den Fremden in unserer Mitte, fallen unter den Schirm der Gastfreundschaft (1. Tim 3,1-2).

Mythos Nr. 3: Nur verheiratete, wohlhabende Menschen mit großen Häusern können Gastfreundschaft leben

Gastfreundliche Christen sind oft diejenigen mit großer Liebe und wenigen Mitteln. Aber alle Gläubigen können Gastfreundschaft gut praktizieren. Gastfreundschaft braucht alle Bevölkerungsgruppen, Persönlichkeiten und Verhältnisse. Sei, wer du in Christus bist, und versammle andere zu dir. Paulus, der alleinstehende Apostel, praktizierte eifrig lebensspendende Gastfreundschaft unter Hausarrest, während er in Rom gefangen war (Apg. 28,30).

Mythos Nr.4: Gastfreundschaft sollte niemals auf offensichtliche Sünder ausgedehnt werden, denn die Bibel sagt: Wenn Sie mit Sündern zu Abend essen, werden andere denken, dass Sie ihren „Lebensstil“ gutheißen.

Die Gastfreundschaft sollte nicht auf falsche Lehrer (2. Johannes 10-11) oder auf unbußfertige Brüder oder Schwestern unter der Gemeindezucht (1. Kor 5,11-13) ausgedehnt werden. Irrlehrer führen Ideen ein, die das christliche Evangelium der Errettung verfälschen.
Ein falscher Lehrer ist jemand, der den Namen „Christ“ für sich beansprucht, aber ein unbiblisches oder außerbiblisches Verständnis von Ursprung und Zweck des Menschen, biblischer Autorität, der zentralen Bedeutung des Kreuzes, der Sexualethik, der Gnadenmittel, der Mittel der Rechtfertigung vor einem heiligen Gott und dem Wesen Gottes hat. Falsche Lehre ist sowohl verführerisch als auch zerstörerisch für den Körper.
Der Begriff „unbußfertiger Sünder“ bezieht sich auf ein Gemeindemitglied, das in ständiger, nicht eingestandener Sünde wandelt. Das ist eine Person, die unter Gemeindezucht steht und die von den Ältesten Rat, Anleitung und Fürsorge erhält. Sich so zu verhalten, als ob alles normal ist, ist schädlich für dieses verlorene Schaf, weil es Sündenbekenntnis und Buße braucht.
Das Gebot, die Gastfreundschaft zu verweigern, bezieht sich nur auf diejenigen innerhalb der Gemeinde, die die Gemeinde, ihre Lehre und ihr Mitglieder missbrauchen. Es gibt kein biblisches Verbot Ungläubigen Gastfreundschaft zu gewähren.

Mythos Nr. 5: Gastfreundschaft und Gemeinschaft sind Formen der Unterhaltung.

Nein! Gastfreundschaft kommt für uns aus dem griechischen Wort philoxenia =„Liebe für den Fremden“. Christliche Gastfreundschaft zielt darauf ab, Fremden zu begegnen und sie zu Nachbarn zu machen und sie durch Gottes Kraft, durch Glauben, Buße, Bekehrung und Gemeindemitgliedschaft in die Familie Gottes aufzunehmen. Gastfreundschaft kann die Gemeinschaft mit Gläubigen einschließen, aber weder Gastfreundschaft noch Gemeinschaft ist mit Unterhaltung zu verwechseln.

Unterhaltung setzt sich in Szene und sorgt für gute Eindrücke; Gastfreundschaft öffnet Arme und Türen weit und zeigt unsere zerbrochenen Herzen über diese verlorene Welt und die Geschöpfe Gottes, die, wie wir einst, in verführerischer Dunkelheit stolpern. Wenn wir Gastfreundschaft praktizieren, leben wir unser wirkliches, unordentliches und erlöstes Leben vor Fremden und Brüdern gleichermaßen und zeigen einer beobachtenden Welt, dass das Blut Christi dicker ist, als das Band der gemeinsamen Nachnamen oder das Blut der Biologie.
Die Gastfreundschaft sucht die Rettung des Fremden und die Gemeinschaft sucht den Aufbau des Bruders und der Schwester im Glauben. Wir dienen einem Gott, der uns gesucht hat, als wir noch Fremde waren. Gott fand uns, nahm uns auf, machte uns zu Mitgliedern seiner Familie und brachte uns an seinen Tisch. Unsere Häuser und Wohnungen sind keine Schlösser, sondern Brutkästen und Krankenhäuser. Wenn wir das Evangelium weitergeben, dann geben wir unseren Hausschlüssel mit (Markus 10,28-30).


Rosaria Butterfield (PhD, Ohio State University) ist Autorin, Rednerin, Ehefrau des Pastors, Hausmutter und ehemalige Professorin für Englisch und Frauenstudien an der Universität Syrakus. Sie ist Autorin des Buches The Secret Thoughts of an Unlikely Convert and Openness Unhindered. Unter anderem schriebt sie das Buch „The Gospel comes with a House Key“. Mit einnehmenden Geschichten aus ihrer eigenen lebensverändernden Begegnung mit radikal alltäglicher Gastfreundschaft rüstet Butterfield Christen dafür aus, ihr Zuhause als Mittel zu nutzen, um einer postchristlichen Welt zu zeigen, wie authentische Liebe und Glaube wirklich aussehen. Hier das Buch kaufen

Von Rosaria Butterfield. Original https://www.crossway.org/articles/5-myths-about-hospitality/