Stellungnahme zu Scheidung und Wiederheirat

I. Eine grundlegende Definition von Ehe

Bevor man sich dem Thema der Scheidung und Wiederheirat widmet, muss zunächst klargestellt werden, was eine Ehe ist. Diese Herangehensweise lehrt uns Jesus im Umgang mit den Pharisäern. Die Frage der Pharisäer: „Ist es einem Mann erlaubt, aus irgendeinem Grund seine Frau zu entlassen“ (Mt. 19,3) beantwortet Jesus nicht sofort. Zuerst klärt Jesus die Grundlage der Ehe und definiert diese. Im zweiten Schritt definiert Jesus Ehebruch; dann erst geht er zu der Beantwortung der eigentlichen Frage über.
Gott, der Schöpfer, hat sich die Ehe ausgedacht und erschaffen. Die Ehe ist die großartigste aller Gaben Gottes an den Menschen und dient diesem zum Segen, weil es nicht gut ist, „dass der Mensch allein sei“ (1.Mo 2,18). Weil Gott der Urheber der Ehe ist, bestimmt er die Rahmenbedingungen: Gott bestimmt den Zweck sowie die Funktion der Ehe. Innerhalb dieser Grenzen ermutigt Gott den Menschen, die Segnungen und Freuden der Ehe voll und ganz zu genießen. In 1. Mo. 2,24 definiert Gott die Ehe wie folgt: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein.“ Die Ehe ist ein Bund zwischen einem Mann und einer Frau, der das ganze Leben fortbesteht. Dieser Bund wird erst mit dem Tod eines Ehepartners aufgehoben (Röm. 7,2). Gott selbst ist Zeuge eines jeden Ehebundes (Mal. 2,14) und führt zwei unterschiedliche Personen in solch einer Weise zusammen, dass sie zu „einem Fleisch“ werden. Diese von Gott gewirkte Einheit darf der Mensch nicht auflösen (Mt. 19,6). Aus diesem Grund erwartet Gott von jedem der beiden Ehepartner, dass dieser selbstlos jegliche Anstrengung unternimmt, nach Treue zu streben und Treue gegenüber dem Bund aufrecht zu erhalten. Diese Treue wird nicht nur in guten wie in schlechten Zeiten erwartet, sondern sogar wenn einer der beiden Ehepartner ungläubig sein sollte.

II. Eine grundlegende Definition von Ehebruch

Jesus definiert die Grenzen für Ehebruch sehr klar: „Wer sich von seiner Frau scheidet, ausgenommen wegen Unzucht, der macht, dass sie die Ehe bricht. Und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe“ (Mt. 5,21). In Mt. 19,9 kommt ein weiterer Aspekt hinzu: „Wer seine Frau entlässt, es sei denn wegen Unzucht, und eine andere heiratet, der bricht die Ehe“. Jegliche Untreue innerhalb des geschlossenen Ehebundes ist Ehebruch. Dies trifft zu, wenn man sich von dem Ehepartner scheidet und eine neue Ehe eingeht. Ferner drängt man durch eine unrechtmäßige Scheidung den Ehepartner zum Ehebruch. Schlussendlich wird sogar der Dritte als Ehebrecher angesehen, der einen existierenden Ehebund zwischen zwei Menschen missachtet und einen dieser Parteien heiratet.
Ehebruch wird in den Augen Gottes immer als schwerwiegend angesehen, gleichgültig wie leichtfertig Ehebruch in den Augen der Gesellschaft beurteilt wird. Untreue gegenüber dem Ehebund ist Sünde in den Augen Gottes. Ehebruch zieht das Gericht, die Strafe und den Zorn Gottes nach sich (Heb. 13,4). Ehebrecher werden nicht ins Reich Gottes eingehen (1. Kor. 6,9).
Wir haben bis jetzt festgehalten, dass beide Ehepartner jegliche Anstrengung unternehmen müssen, um nach Treue zu streben und Treue gegenüber dem Ehebund aufrecht zu erhalten. Aber was geschieht, wenn einer der beiden Ehepartner, trotz selbstloser Hingabe, Untreue von dem anderen Ehepartner erfährt? Welche Möglichkeiten bleiben, wenn der zweite Ehepartner dem Bund der Ehe untreu wird? Diese Fragen werden auf den kommenden Seiten beantwortet.

 

III. Scheidung war nie Teil des ursprünglichen Plans Gottes für die Ehe

Gott hasst Scheidung. Er hasst sie, weil sie in jedem Fall Untreue gegenüber dem heiligen Bund der Ehe bedeutet, den zwei Partner vor Gott eingegangen sind, und weil sie schlimme Folgen für beide Partner und ihre Kinder mit sich bringt (Mal. 2,14-16). Die Bibel fordert nie aktiv zu Ehescheidung auf, sondern gestattet diese lediglich wegen der Sünde des Menschen. Weil Scheidung also nur ein Zugeständnis an die Sünde des Menschen und nicht Teil des ursprünglichen Plans Gottes für die Ehe ist, sollen alle Gläubigen Scheidung genauso sehr hassen, wie Gott es tut, und diesen Weg nur dann gehen, wenn es keinen anderen Ausweg gibt. Mit Gottes Hilfe kann eine Ehe selbst die schlimmsten Sünden überstehen.
In Matthäus 19,3-9 lehrt Christus eindeutig, dass Scheidung ein Zugeständnis an die Sünde des Menschen ist und dadurch Gottes ursprüngliche Absicht der intimen Einheit und Dauerhaftigkeit des Ehebundes verletzt wird (1. Mo. 2,24). Er lehrt, dass Gottes Gesetz Scheidung nur wegen der „Herzenshärtigkeit“ der Menschen erlaubt hat (Mt. 19,8). Eine gesetzmäßige Scheidung ist ein Zugeständnis an den treuen Partner aufgrund der sexuellen Sünde seines untreuen Partners oder wegen des Verlassenwerdens durch diesen, so dass der treue Partner nicht länger an die Ehe gebunden ist (Mt. 5,32; Mt. 19,9; 1. Kor. 7,12-15). Obwohl Jesus tatsächlich gesagt hat, dass eine Scheidung in bestimmten Situationen zulässig ist, dürfen wir nicht vergessen, dass die ursprüngliche Absicht Jesu in dem Gespräch mit den Pharisäern nicht darin bestand, Scheidung zu legitimieren. Vielmehr war sein Gespräch eine Zurechtweisung der Pharisäer, die meinten, sich „aus irgendeinem Grund“ (Mt. 19,3) scheiden zu können. Ferner wollte Jesus ihnen aufzeigen, wie schwerwiegend es ist, eine sündhafte Scheidung zu betreiben. Darum soll der Gläubige niemals Scheidung in Erwägung ziehen, außer unter bestimmten Umständen (siehe nächster Abschnitt), und selbst unter diesen Umständen sollte man die Scheidung nur sehr zurückhaltend erwägen, falls es keinen anderen Ausweg gibt.

Mt. 19,3-9: Da traten die Pharisäer zu ihm, versuchten ihn und fragten ihn: Ist es einem Mann erlaubt, aus irgendeinem Grund seine Frau zu entlassen? 4 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, daß der Schöpfer sie am Anfang als Mann und Frau erschuf 5 und sprach: »Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen; und die zwei werden ein Fleisch sein«? 6 So sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden! 7 Da sprachen sie zu ihm: Warum hat denn Mose befohlen, ihr einen Scheidebrief zu geben und sie so zu entlassen? 8 Er sprach zu ihnen: Mose hat euch wegen der Härtigkeit eures Herzens erlaubt, eure Frauen zu entlassen; von Anfang an aber ist es nicht so gewesen. 9 Ich sage euch aber: Wer seine Frau entläßt, es sei denn wegen Unzucht, und eine andere heiratet, der bricht die Ehe; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.

IV. Die Gründe für eine Scheidung

Die einzigen Gründe die das Neue Testament für Scheidung nennt, sind (a) sexuelle Sünde des Ehepartners oder (b) Verlassenwerden durch den ungläubigen Ehepartner.
Den ersten Grund, für eine rechtmäßige Scheidung beschreibt Jesus in Matthäus 5,32 und 19,9; sie wird gelegentlich auch als die sog. „Ausnahmeregel“ bezeichnet: „Ich sage euch aber: Wer seine Frau entlässt, es sei denn wegen Unzucht, und eine andere heiratet, der bricht die Ehe“ (Mt.19,9). Jesus gebraucht das griechische Wort porneia das in den deutschen Übersetzungen mit Unzucht (SCHL2000), Hurerei (ELB), Untreue (NGÜ) oder Ehebruch (LUT84) übersetz wurde. Porneia beschreibt jede unrechtmäßige sexuelle Tätigkeit (d.h. jede sexuelle Aktivität, die nicht im Rahmen der Ehe praktiziert wird). Es ist ein allgemeiner Ausdruck, der sexuellen Sünden wie Ehebruch, Homosexualität, Sodomie und Inzest umfasst. Wenn ein Partner die Einheit und Intimität einer Ehe durch sexuelle Sünde verletzt und dadurch sein Eheversprechen bricht, befindet sich der treue Partner in einer extrem schwierigen Situation. Wenn alle Mittel und Wege, den sündigenden Partner zur Buße zu bewegen, ausgeschöpft sind, erlaubt die Bibel, dass der treue Partner sich scheiden lassen kann (Mt. 5,32; 1. Kor. 7,15).
Der zweite Grund für eine zulässige Scheidung betrifft die Fälle, in denen ein ungläubiger Ehepartner nicht mehr mit dem gläubigen Ehepartner zusammenleben möchte (1. Kor. 7,12-15). Weil Gott uns „in Frieden […] berufen“ hat (Vers 15), ist Scheidung erlaubt und kann in solchen Situationen das Beste sein. Wenn ein ungläubiger Ehepartner gehen möchte, kann der Versuch, ihn oder sie in der Ehe zu halten, zu noch größeren Spannungen, Konflikten und Sünde führen. Auch wenn der ungläubige Ehepartner die eheliche Gemeinschaft endgültig verlässt, aber nicht bereit ist, die Scheidung einzureichen – vielleicht wegen seines Lebensstils, aus Verantwortungslosigkeit oder um Unterhaltszahlungen zu umgehen – dann befindet sich der gläubige Ehepartner in einer Situation, die es ihm unmöglich macht rechtliche und moralische Verpflichtungen aufrecht zu erhalten. Weil „der Bruder oder die Schwester in solchen Fällen nicht gebunden“ (1. Kor. 7,15) und darum nicht länger verpflichtet ist, verheiratet zu bleiben, kann der Gläubige die Scheidung einreichen, ohne fürchten zu müssen, dass sein Handeln Gott missfällt.

V. Die Möglichkeit der Wiederheirat

Wiederheirat ist dem treuen Partner nur dann gestattet, wenn die Scheidung auf biblischer Grundlage basierte. Eine Scheidung auf biblischer Grundlage macht vielmehr deutlich, dass der treue Partner frei ist, wieder zu heiraten, aber nur gemäß dem Willen Gottes (Mt. 19,9; Röm. 7,1-3; 1. Kor. 7,27-28.39).
Wer sich aus irgendeinem anderen Grund scheiden lässt, hat gegen Gott und gegen seinen Partner gesündigt; für solche bedeutet eine Wiederheirat „Ehebruch“ (Mk. 10,11-12). Darum sagt Paulus, dass eine gläubige Frau, die sich aus sündhaften Gründen hat scheiden lassen, unverheiratet bleiben oder sich mit ihrem Mann versöhnen soll (1. Kor. 7,10-11). Wenn sie für ihre Sünde der unbiblischen Scheidung Buße tut, wird sie als wahre Frucht dieser Buße Versöhnung mit ihrem früheren Ehemann suchen (Mt. 5,23-24). Das gleiche gilt für einen Mann, der sich aus unbiblischen Gründen hat scheiden lassen (1. Kor 7,11). Die einzige Ausnahme für eine Wiederheirat mit einer anderen Person ist, wenn der frühere Ehepartner heiratet, sich als Ungläubiger herausstellt oder stirbt. In diesen Fällen ist eine Wiederheirat nicht mehr möglich.
Die Bibel mahnt jeden zur Vorsicht, der eine Heirat mit einer geschiedenen Person in Erwägung zieht. Wenn die Scheidung nicht auf biblischer Grundlage basierte und die Verantwortung zur Versöhnung noch besteht, dann wird die Heirat mit einer geschiedenen Person als Ehebruch betrachtet (Mk. 10,12).

VI. Die Rolle der Gemeinde

Gläubige, die eine Scheidung auf unbiblischer Grundlage betreiben, müssen der Gemeindezucht unterzogen werden, weil sie dem Wort Gottes ungehorsam sind. Wer eine unbiblische Scheidung durchsetzt und anschließend wieder heiratet, ist des Ehebruchs schuldig, weil Gott die ursprüngliche Scheidung nicht gestattet hat (Mt. 5,32; Mk. 10,11-12). Die betreffende Person unterliegt der Gemeindezucht, wie sie in Matthäus 18,15-17 dargelegt wird. Wenn ein bekennender Christ den Ehebund bricht und sich während des Prozesses der Gemeindezucht weigert, Buße zu tun, dann gibt die Bibel die Anweisung, dass er oder sie aus der Gemeinde ausgeschlossen und wie ein Ungläubiger behandelt werden soll (Vers 17). Wenn die Gemeindezucht dazu führt, dass der ungehorsame Ehepartner als Ausgeschlossener oder Ungläubiger betrachtet wird, dann ist der treue Partner frei, sich scheiden zu lassen, analog zu dem Fall in 1. Kor. 7,15, wo ein ungläubiger Ehepartner nicht mehr mit dem Gläubigen zusammenleben möchte. Vor einer solchen Scheidung sollte man jedoch ausreichend Zeit lassen, damit der untreue Ehepartner infolge der Gemeindezucht die Möglichkeit hat zurückzukehren.
Die Leitung der örtlichen Gemeinde soll geschiedenen und alleinstehenden Gläubigen helfen, ihre Situation von der Bibel her zu verstehen, vor allem dann, wenn die angemessene Anwendung biblischer Lehre nicht verstanden zu sein scheint. Die Gemeindeleitung könnte zum Beispiel entscheiden müssen, ob einer oder beide der früheren Ehepartner zum Zeitpunkt ihrer zurückliegenden Scheidung wirklich als Gläubige angesehen werden konnten, da sich dies bei der Anwendung biblischer Prinzipien auf ihr jetzige Situation auswirken würde (1. Kor. 7,17-24). Weil Menschen häufig aus anderen Gemeinden kommen oder in andere Gemeinden wechseln und viele dieser Gemeinden keine Gemeindezucht praktizieren, kann es für die Gemeindeleitung notwendig werden, zu entscheiden, ob der getrenntlebende oder frühere Ehepartner eines Gemeindemitglieds jetzt als Christ betrachtet oder wegen anhaltenden Ungehorsams als Ungläubiger behandelt werden soll. Dies würde sich in einigen Fällen ebenfalls auf die Anwendung der biblischen Prinzipien auswirken (1. Kor. 7,15; 2. Kor. 6,14).

VII. Scheidung vor der Bekehrung

Gemäß 1. Korinther 7,20-27 erfordert die Rettung keinen bestimmten sozialen Status oder Familienstand. Deshalb fordert der Apostel Paulus die Gläubigen auf, zu verstehen, dass Gott die Umstände, in denen sie sich zum Zeitpunkt ihrer Bekehrung befinden, in seiner Vorsehung zulässt. Wenn sie als Verheiratete berufen werden, dann sollen sie keine Scheidung anstreben (obwohl Scheidung auf biblischer Grundlage erlaubt sein kann). Wenn sie als Geschiedene berufen werden und sich nicht mit ihrem früheren Ehepartner versöhnen können, weil dieser ungläubig bleibt oder wieder geheiratet hat, dann sind sie frei entweder ledig zu bleiben oder einen anderen Gläubigen zu heiraten (1. Kor. 7,39; 2. Kor. 6,14; 1. Tim. 5,14).

VIII. Buße und Vergebung

In den Fällen, in denen zwei Gläubige sich auf unbiblischer Grundlage scheiden lassen, müssen sie alleinstehend bleiben oder sich versöhnen (1. Kor. 7,10-11). Wenn einer oder beide Partner später Buße tun, wird zum Zeitpunkt der Buße die Gnade Gottes wirksam. Dies beinhaltet die Bereitschaft, Versöhnung mit dem früheren Ehepartner zu suchen. Wenn jedoch keine Versöhnung möglich ist, müssen sie alleinstehend bleiben. Unter gewissen Umständen kann es zu anderen Schlussfolgerungen kommen. Wenn jedoch keine Versöhnung möglich ist, weil der frühere Ehepartner wieder geheiratet hat, dann kann der Gläubige, dem Gott vergeben hat, unter der fürsorglichen Leitung und dem Rat der Gemeindeleitung eine neue Beziehung eingehen.
In den Fällen, in denen ein Gläubiger eine Scheidung auf unbiblischer Grundlage durchsetzt und wieder heiratet, ist er der Sünde des Ehebruchs schuldig, bis er diese Sünde bekennt (Mk.10,11-12). Wenn jemand Buße tut, vergibt Gott die Sünde sofort – nirgendwo in der Bibel wird etwas Gegenteiliges gesagt. Von diesem Zeitpunkt an soll der Gläubige die bestehende Ehe fortführen.

IX. Relevante Bibelstellen zu dem Thema Scheidung und Wiederheirat

5. Mose 24,1-4
Maleachi 2,16
Maleachi 5,31-32
Matthäus 19,3-12
Markus 10,2-12
Lukas 16,18
1. Korinther 7,10-16 u. 39-40
Römer 7,2-3

Bekräftigungen und Ablehnungen der Lehre von der Errettung des Menschen

Die Schrift lehrt zwei Wahrheiten, die für uns Menschen widersprüchlich erscheinen: Gott ist souverän, und der Mensch ist verantwortlich. Weil unsere begrenzte menschliche Logik diese beiden Aussagen nicht auf einen Nenner bringen kann, besteht die konkrete Gefahr dieses Spannungsfeld zum Vorteil der einen Seite und auf Kosten der anderen Seite aufzulösen. Die Schrift lehrt jedoch beide Wahrheiten gleichwertig. Das bedeutet, dass dieser, für uns Menschen scheinbar existierende Widerspruch, bei Gott gar nicht existiert.
Die folgenden Artikel der Bekräftigung und Ablehnung sollen dazu dienen, Klarheit zu schaffen über richtige biblische Aussagen und falsche logische Folgerungen.

Aus dem Glaubensbekenntnis der ECG Hellersdorf. Thema: „Gott der Vater“:

„Er ist in der Schöpfung, der Erlösung und seinem Ratschluss uneingeschränkt (Ps. 103,19; Jes. 46,9-11; Röm. 11,36; Eph. 1,11; Jak. 1,18). … Fortwährend lenkt und regiert Er alle Geschöpfe und Ereignisse (1. Chr. 29,11-12). In seiner Allmacht ist Gott weder der Urheber noch der Befürworter von Bosheit und Sünde. Er hasst die Sünde (Hab. 1,13; Jak. 1,13-15; Joh. 8,38-47). Er vermindert die Verantwortung der intelligenten Geschöpfe für die Sünde nicht (Röm. 1,18-20).
In seiner Gnade hat Gott, der Vater, vor der Schöpfung seine Kinder für die ewige Rettung erwählt, die sein Eigen sein sollen (Eph. 1,4-6; Apg. 13,48). Er vergibt die Sünden allen, die durch Jesus Christus zu ihm kommen, und ist der Vater der erlösten Sünder (Joh. 1,12; Röm. 5,8-9; Röm. 8,15; Heb. 12,5-9).“

Artikel der Bekräftigungen und Ablehnungen

Artikel I

Wir stimmen überein, dass der Mensch, aufgrund seiner Verdorbenheit, Verblendung und Versklavung unter der Sünde, seine Errettung und Wiedergeburt nicht bewirken kann (Röm. 3,10-11; Rö. 6,17.20; 2. Kor 4,3-4; Eph. 2,1-9).
Wir lehnen ab, dass der Mensch für sein Handeln nicht zur Verantwortung gezogen wird (z.B. 1. Kor. 6,9-10, Röm. 1).

Artikel II

Wir stimmen überein, dass jeder Mensch die volle Verantwortung und Verpflichtung hat Buße zu tun und zu Glauben, um gerettet zu werden (Mk. 1,15; Apg. 17,30).
Wir lehnen ab, dass das souveräne Handeln Gottes in der Errettung die Verantwortung des Menschen in jeglicher Weise mindert (z.B. Apg. 16,14.30-33; Apg. 17,30).

Artikel III

Wir stimmen überein, dass die Errettung vollständig das Werk Gottes ist (von Anfang bis zum Ende), und der Mensch zur selben Zeit aufgefordert wird sich durch Buße von der Sünde abzuwenden und sich im Glauben an Christus zu wenden (Heb. 5,9; Heb. 12,2; Röm. 10,12-13).

Artikel IV

Wir stimmen überein, dass niemand zu Jesus kommen kann, es sei denn es ist ihm vom Vater gegeben (Joh. 6,37.44.65; Kol. 1,2).
Wir lehnen ab, dass ein Mensch wahrhaft Buße tun will, es aber nicht kann, oder sie ihm von Gott verwehrt wird (Joh. 6,35.47).
Die Folgerung ist unbiblisch. Die biblische Aussage ist, dass niemand sich zu Gott wenden will (Röm. 3,5-20), obwohl jeder Mensch ihn in der Natur und in seinem Gewissen erkennen kann (Röm. 1,18-21).
Die Ausdrucksform die wir verwenden wollen ist, dass niemand Gott sucht, noch zu ihm kommen will (im Gegensatz zu „keine Chance haben“). Gott aber ist es der begnadigt und errettet.
Wir lehnen ab, dass Gott schuld sei, wenn ein Mensch verloren geht (1. Tim 2,4-6; Mt. 23,27; Joh. 3,18).

Artikel V

Wir stimmen überein, dass Gott will, dass alle Menschen gerettet werden; und dass dies ein ernsthaftes, echtes Angebot und ein Aufruf Gottes ist. (Röm. 10,20-21; Lk. 19,41; Mt. 23,37). Darüber hinaus gebietet Gott allen Menschen an allen Orten Buße zu tun (Apg. 17,30).
Wir lehnen ab, dass Gott Menschen zur Verdammnis erwählt (1. Tim. 2,4-6).

Artikel VI

Wir stimmen überein, dass die Lehre der Erwählung zum Heil vorrangig eine Wahrheit für Gläubige ist.
Die Bibel spricht hauptsächlich zu Gläubigen über dieses Thema mit dem Ziel der Anbetung, der Einheit und des Trostes (Eph. 1; 1. Pet. 1,2-6). Jedoch nennt Jesus auch die Themen deutlich in seiner Predigt an die gesamte Volksmenge (Joh. 3; 6,36-37.44; Lk. 10).
Wir vermeiden im Gespräch mit Ungläubigen Erwählung und Nicht-Erwählung zur Diskussion zu stellen. Der Aufruf der Bibel an Ungläubige ist deutlich: „Tut Buße und glaubt!“

Artikel VII

Wir stimmen überein, dass Abfall möglich ist und Scheinglauben offenbart (2. Tim. 4,10; Lk. 22,3-6; Joh. 6:60-66).
Wir lehnen ab, dass ein wahrer Gläubiger abfallen kann (Joh. 10:27-30; Röm. 8:35-39).
Christen in fortlaufendem Ungehorsam/Sünde sprechen wir keine Heilsgewissheit zu, sondern rufen sie zur Umkehr auf (Römer 6). Argumentationen aufgrund von Erfahrungen mit Menschen die gläubig schienen und dann abgefallen sind, geben wir kein Gewicht.

Artikel VIII

Wir stimmen überein, dass das stellvertretende Opfer und Blut Jesu Christi all denen zugerechnet und wirksam wird, die es im Glauben annehmen (Heb. 9,28; Mk. 10,45; Mk. 14,24).
Wir lehnen ab, dass das stellvertretende Opfer und Blut Jesu Christi, nicht für die Errettung aller Menschen ausreichen würde (Heb. 10).

Artikel IX

Wir stimmen zu, dass wir anhaltend evangelisieren und für die Rettung von Menschen beten müssen, denn der Glaube kommt aus der Verkündigung (Röm. 10,17).

Abschließende Bemerkungen

Da die erörterten Aussagen häufig mit falschen Rückschlüssen verbunden sind (z.B. Röm. 9,20), müssen wir in unseren Gesprächen und Predigten diese möglichen Rückschlussfragen der Zuhörer aufgreifen und klarstellen.
Gott verursacht alle Dinge die geschehen. Er tut dies aber in einer Art und Weise, dass er dabei unsere Fähigkeit aufrechterhält, willentlich verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen; Entscheidungen, die reale und ewige Folgen haben und für die wir persönlich verantwortlich gemacht werden.
Wie genau Gott die Kontrolle seiner bestimmenden Vorsehung mit unseren willentlichen und nachhaltigen Entscheidungen miteinander in Einklang bringt, erklärt uns die Bibel nicht. Doch anstatt den einen oder den anderen Aspekt zu leugnen (einfach weil wir nicht erklären können, wie beides zutreffend sein kann), sollten wir beide Wahrheiten in dem Bemühen akzeptieren, der Lehre der ganzen Bibel gerecht zu werden.
Sehr treffend fasst D. A. Carson das Spannungsfeld zwischen der Souveränität Gottes und der menschlichen Verantwortung zusammen:
Gott ist absolut souverän, doch seine Souveränität hat in der Bibel nie die Funktion, die menschliche Verantwortung einzuschränken.
Menschen sind verantwortliche Geschöpfe — das heißt, sie treffen Entscheidungen, sie glauben, sie sind ungehorsam, sie antworten, und ihre Entscheidungen haben moralisches Gewicht. Doch menschliche Verantwortung hat in der Bibel nie die Funktion, Gottes Souveränität zu schmälern oder Gott absolut willkürlich zu machen.1
Diese Bekräftigungen und Ablehnungen der Lehre von der Errettung des Menschen wurden 2018 von den Ältesten und dem Leitungskreis der ECG Berlin-Hellersdorf (www.ecg.berlin) erarbeitet.

Buchempfehlungen zum Thema „Eltern-sein“

Erziehung:

Kinderherzen lehren

Ein praktischer Leitfaden, wie Eltern Ihre Kinder mithilfe der Bibel erziehen und Ihnen die Bibel vermitteln und Sie dadurch prägen. Hier bestellen.

 

Pflichten der Eltern

Dieses Buch, das bereits 1888 erstmals erschien, bietet komprimiert und auf den Punkt gebracht zeitlose Wahrheiten, die auf der Weisheit Gottes basieren. Es ist eine Pflichtlektüre für alle, die ihre Kinder biblisch und „in der Zucht und Ermahnung des Herrn“ erziehen wollen, ohne sie „zum Zorn zu reizen“ (Epheser 6,4). Hier bestellen.

J. C. Ryle Die Pflichten der Eltern Grundregeln biblischer ErziehungRebellische Kinder

Sind Ihre Kinder manchmal frech, respektlos oder aggressiv? Reagieren sie widerspenstig und wütend? Dieses Buch zeigt, wo Zorn und Rebellion bei Kindern herrühren und gibt sehr praktische und systematische Hilfen, wie damit umzugehen und dagegen vorzugehen ist – nicht auf Grundlage von Psychologie, sondern von Gottes Wort. Hier kaufen

Das Alptraum-Alter

Viele Eltern haben Angst vor ihren Kindern im Teenager-Alter. Wenn Eltern ums bloße Überleben kämpfen, kann irgendetwas nicht stimmen.Ist das eine biblische Sichtweise über diese Zeit im Leben eines Kindes? Führt diese Sicht zu biblischen Strategien der Kindererziehung und zu einer biblisch fundierten Hoffnung?

 

Ein Vater nach dem Herzen Gottes

Dieses Buch ist nicht als Antwort auf sämtliche Fragen gedacht, die Sie auf Ihrem Lebensweg als Vater zum Thema Kinder­erziehung“ haben. Es ist eher eine Handreichung, ein ganz persönlicher Begleiter für Sie als Vater.

Eine Mutter nach dem Herzen Gottes

Glückliche Kinder erziehen, die von ganzem Herzen Gott lieben und ihm folgen? Wie schafft das eine Mutter in unserer Zeit inmitten von all den vielen Terminen, Verpflichtungen und Ablenkungen? (Auch als Hörbuch erhältlich)

Familie – Der Ort, an dem du verstanden wirst

Warum wachsen manche Familien immer enger zusammen, während andere sich auseinander leben? Es gibt zwei elementare Bereiche des Familienlebens: Kommunikation und Konfliktbewältigung. Das Buch weckt neue Hoffnung und zeigt klare Richtung. Es ist eine Hilfe für jeden, der am Bau einer starken Familie zur Ehre Gottes interessiert ist.

Sei ein Friedensstifter

Das Evangelium ist die Botschaft des Friedens. Und deshalb sollten Christen vor allem eines sein: Friedensexperten!
Nichts ist nötiger als echter, solider Frieden – in unseren Familien, Beziehungen jeder Art, in der Gemeinde – überall machen uns Konflikte zu schaffen.

 

Ehe

Lieblinge auf Lebenszeit

Ein Buch für Eheleute. Sowohl für solche, die schon Jahrzehnte lang verheiratet sind (und neue Impulse zur Pflegeihrer Ehebeziehung brauchen) als auch für die frisch verheirateten, die gerade dabei sind, eine solide Grundlage für eine fruchtbare, lebenslange Ehe zu legen.

 

Der geistliche Ehemann

Das Buch eignet sich für Ehemänner nicht nur als normale Lektüre, sondern auch als Arbeitsbuch, da fast jedes Kapitel mit einem Arbeitsbogen oder einer Aufgabe abschließt und diese praktischen Übungen noch in zahlreichen Anhängen ergänzt werden.

40 Tage Liebe wagen

Wenn Menschen heiraten, wird eifrig bedingungslose Liebe versprochen, doch im Alltag wird dieses Versprechen selten ausgelebt, so dass romantische Hoffnungen häufig in Enttäuschungen…

Lügen, die wir Frauen glauben

Uns Frauen geht es oft wie Eva. Wir alle erleben Niederlagen und Versagen, Sorgen und Aufregungen. Wir alle kennen Selbstsucht, Gereiztheit, Wut, Neid und Bitterkeit. Aber wie gern wollten wir noch einmal neu anfangen und in Frieden und Harmonie leben.

Treasuring Christ When Your Hands Are Full

Grocery shopping. Soccer practice. Dirty dishes.
Motherhood is tough, and it often feels like the to-do list just gets longer and longer every day—making it hard to experience true joy in God, our children, and the gospel.

The Exemplary Husband

The Exemplary Husband is a biblical blueprint for the mandate God has given to husbands in the covenant of marriage to love their wives, even as Christ loved the church.

Kinder

Abenteuer der Bibel

Die Reihe »Abenteuer der Bibel« enthält in dreißig Büchern spannende Geschichten aus der ganzen Bibel. Der Text ist für Kinder geschrieben, und die packenden Bilder auf jeder Seite erwecken die Geschichten zum Leben. Jeder Band ist in kurze Abschnitte unterteilt. Sie eignen sich gut zum Lesen in der Schule, zu Hause oder in der Sonntagschule.

Auf Fels gebaut

Dies ist ein Buch voller Geschichten aus früheren Zeiten. Es ist nicht nur spannend, sondern auch lehrreich und vor allem den Glauben stärkend.

Die Geschichten beruhen auf wahren Begebenheiten und sind geeignet Kinder und Jugendliche, zum Vorlesen und besonders gut für gemeinsame Familienzeiten und die Familienandacht.


Die 3 vom Ast – Die Hörspiel-Sammelbox

Wer sie kennt, hat sie ins Herz geschlossen: Eulalia Hedwig Sophie Gräfin von Eichenhain-Uhland, die kluge und ehrwürdige Eule und ihre beiden jungen Freunde Kleopatra, die Elster und Waldemar, das Eichhörnchen. Sie philosophieren auf ihrem Wohnplatz, dem Ast einer alten Eiche, über die Dinge des Lebens und darüber, was ihnen so alles begegnet…

Das große Erzählbuch zur biblischen Geschichte

Anne de Vries vermittelt die ganze Vielfalt der biblischen Botschaft. Er behandelt auch weniger bekannte Texte znd erzählt spannend, lebendig und mit vielen Details.

Download MP3 Altes Testament

Download MP3 Neues Testament

Biblische Geschichten – erzählt und erklärt

In der Bibel gibt es zahlreiche Geschichten, aber eigentlich ist es eine einzige – die ergreifende Geschichte Gottes mit den Menschen.

In diesen 185 Kapiteln lesen wir von dem großen Rettungsplan Gottes durch Jesus Christus. Die Geschichten sind dabei nicht nur nacherzählt, sondern enthalten auch leicht verständliche Erklärungen und Anwendungen.

Einige russische Bücher

Как быть пастырем своего ребенка – Тед Трипп

Тед Трипп делится своим более чем двадцатилетним опытом пастора, консультанта, школьного администратора и отца. Книга показывает перспективы и методику наставления ребенка в соответствии с библейским учением. Автор предлагает родителям реальную, надежную, основанную на Библии помощь. Книга учит вас беседовать с детьми, наглядно представляет, как словами и делами расположить сердце ребенка к послушанию, показывает, как дружеское общение и наказание дополняют друг друга, когда родители мудро воспитывают детей.

Прекрасная жена

Автор начинает книгу с личного свидетельства в первой главе. Перемена, которую бог совершил в жизни Марты Пис, может дать надежду читателю. Чтобы избежать как можно большего количества неверных или ошибочных пониманий, автор написала главы со 2-ой по 6-ую. Они охватывают и разъясняют основополагающие истины о Боге, грехе и браке. Начиная с 7-ой главы, фокус книги сужается до индивидуальных обязанностей жены в отношении Христа. Мужа и ведения домашнего хозяйства. Главы с 13-ой по 15-ую – самые главные. Это – центральная часть книги, касающаяся покорности жены.

Образцовый муж – Стюарт Скотт

Бог создал брак между мужчиной и женщиной для дружеских отношений, продолжения рода и для того, чтобы у мужчины был „помощник, соответственный ему“. Однако Бог намного больше говорит в Библии о том, как мужья должны любить своих жён, чем о том, как жёны должны повиноваться своим мужьям. Бог сотворил брак для явления прообраза отношений между Христом и Церковью. Христос был готов пожертвовать Своей жизнью ради Церкви, и Бог не ожидает меньшего от мужей.

Между нами, девочками – К. Махейни и Н.Уитакер

Матерям есть о чем поговорить с дочерьми. Мать – это образец для подражания, первый учитель и лучший друг своей дочери, и именно мать несёт ответственность перед Богом за передачу дочери библейского понимания женственности.
Присоединяйтесь к беседам Каролин Махейни и Николь Махейни Уитакер и вы узнаете о том, как стать благочестивой женщиной. Советы и вопросы в конце книги облегчат процесс чтения, помогут в обсуждении материала и дадут импульс к тому, чтобы возрастать в благочестии. Эта книга для вас, мамы и дочки!

Иисус на страницах Библии – Салли Ллойд-Джонс

Эта книга рассказывает главную Историю, на фоне которой разворачиваются все остальные библейские повествования. Чтобы изложить эту Историю, понадобилась целая Библия. В центре её – Младенец, от Которого зависят судьбы всего человечества. В каждой истории – от Ноя до Моисея и от Моисея до царя Давида – слышится Его имя. Иисус – как недостающее звено головоломки, которое связывает вместе её разрозненные фрагменты, образуя целостную картину.

Сердце матери – Джин Флеминг

Любая мама желает дать своим детям все самое лучшее. В книге „Сердце матери“ Джин Флеминг делится с читателями своим опытом. Мать троих детей и бабушка двух внуков, она раскрывает нам смысл того, что значит быть благочестивой матерью. Эта книга может быть полезна всем родителям, желающим, чтобы их дети были счастливы и смогли исполнить предназначение, определенное для них Богом.
Прочитав эту книгу, вы сможете понять, какая роль в воспитании ребенка отведена вам, а какая – Богу. Книга поможет вам по-новому оценить уровень духовного развития ваших детей. Вы научитесь эффективнее молиться за них и принимать с благодарностью не только их сильные стороны, но и их недостатки.

 

Ложь, в которую верят женщины – Нэнси Демосс

Все мы женщины, похожи на Еву. Нам знакомы поражения и неудачи, неприятности и потери. Все мы страдаем от эгоизма, вспыльчивости, злости, зависти и обид. Но все мы стремимся жить в гармонии.
Автор этой книги исследует наиболее распространенные среди женщин заблуждения (о Боге, грехе, браке, детях и т.д.) и старается помочь тем, кто поверил лжи лукавого, обрести истину и стать по-настоящему свободными. Книга полезна всем (включая мужчин) и может быть использована для проведения семинаров по вопросам семьи и брака.

Bibellesen mit Gewinn

Wenn wir von Gott mit anderen Menschen reden wollen, so haben wir nur eine Grundlage: Gottes Wort: Sei es Kinderarbeit, seien es Jüngerschaftbeziehungen, sei es Evangelisation auf der Straße, so müssen wir immer auf der Basis der Bibel reden. Das heißt nicht, dass wir nur die ganze Zeit Zitate aus der Bibel bringen, sondern vielmehr dass unser Leben, Denken und Reden von der Schrift gesättigt sein muss. Wie kommen wir aber dahin? Am Studieren der Bibel führt hier kein Weg vorbei.

In der Seminarreihe: „Bibellesen mit Gewinn“ werden euch Hilfsmittel an die Hand gelegt, wie man die Bibel effektiv und gut studieren kann. Diese Hilfsmittel wird man überall einsetzen können: bei der Familienandacht, Kinderstunde, Jugendstunde, Hauskreis oder bei der Predigt.

Auch wenn man den Kinderstundenkurs „Generationen der Gnade“ einsetzt, dann muss man sich mit dem jeweiligen Text auseinandersetzen.
 

Buße ohne Veränderung?

Der Anfang vom Ende sexueller Sünde

Seit mehr als 25 Jahren betreue ich Männer und Frauen in der Seelsorge, die in sexuellen Sünden verstrickt sind. Ich habe Menschen getroffen, die zu Prostituierten gegangen sind, Affären hatten, in Pornographie verstrickt waren, in Lüge gelebt haben und dabei ihren Ehepartner für die eigenen Probleme beschuldigt haben. Ich habe zugehört, wie sie den Verlust von Geld, von Arbeit, von Schlaf und Familie beschrieben haben, und das alles aufgrund sexueller Sünde.

Wenn wir auf die Zukunft blicken, stellen wir fest dass die Gefahren sexueller Sünde in den kommenden Generationen größer werden. Kinder zwischen 9 und 12 Jahren haben immer mehr oralen Sex und viele von ihnen haben mehr Zugriff auf Pornographie (ob absichtlich oder unabsichtlich), was sie oft in ein Leben der Sklaverei führt. Vor einigen Generationen davor hat sich das Kennenlernen von einem jungen Mann und einer jungen Frau von der Öffentlichkeit in ein privates Treffen verwandelt, und dies hat das sexuelle Verhalten der folgenden Generationen für immer verändert. Heute wird Freundschaft Plus und Sexting immer normaler.
Das bereits existierende Problem von sexueller Sünde in der Gemeinde wird noch ernster.

Die Diagnose bestimmt die Behandlung

Wenn wir über das wachsende Problem sexueller Sünde in der Gemeinde sprechen ist es notwendig zu verstehen, dass sündiges Verhalten ein Hinweis auf ein tieferes Problem ist.

Tragischerweise hat unsere therapeutische Kultur einen größeren Einfluss darauf, wie wir über Veränderung denken. Diese Kultur prägt unser Denken mehr als die Gemeinde, bezüglich dessen, was verändert werden muss und wie die Veränderung geschieht. Freiheit von sexueller Sünde beginnt nicht, wie viele denken, mit dem Aufarbeiten vergangener schmerzvoller Erlebnisse. Aufgrund dessen, dass ich nun mit tausenden von Männer und Frauen seelsorgerisch gearbeitet habe, sehe ich den ersten Schritt zur Überwindung von sexuellen Sünden darin, dass man versteht dass  sexuelles Fehlverhalten der hochmütige Versuch des Herzens ist mit Schmerz umzugehen und dass Schmerz an sich ist nicht das Problem ist.

Eine richtige Diagnose sollte die Methode der Behandlung bestimmen. Wenn die Diagnose falsch ist, dann ist die Behandlung wertlos. Aber wenn wir Gott glauben und seinem Wort vertrauen, dann können wir eine richtige Diagnose bekommen und unseren besten Arzt kennenlernen.

Jesus hat das Problem klar beim Namen genannt: “Denn von innen, aus dem Herzen des Menschen, kommen die bösen Gedanken hervor, Ehebruch, Unzucht […] Zügellosigkeit […]” (Mk. 7,21-23) In anderen Worten: Wenn es um sexuelle Sünden geht, dann ist das Problem nicht was mit uns passiert ist, sondern das was in unserem Herzen ist.

Wenn unser Problem in erster Linie Sünde und unsere verdorbene, rebellische Natur ist, dann wissen wir was vor allem Anderen angepackt werden muss. Wenn nun die Diagnose die Behandlung vorgibt und Sünde die Diagnose ist, muss diese mit Glauben und Buße behandelt werden. Bei sexueller Sünde kann echte Veränderung nur mit echter Buße beginnen – eine Veränderung des Herzens.

Buße ist nicht Besserung

Eine Veränderung des Herzens ist die treibende Kraft für ein Veränderung des Verhaltens. Weder Selbstekel noch die Reue über den Schmerz, den man anderen hinzugefügt hat, können dies bewirken, sondern allein eine höhere Berufung. Unser trügerisches Herz ist eine selbstzentrierte Maschine, die ständig verlangt: “Ich tue was ich will: in meinem Leben, in meinen Beziehungen und im Sex. Alles dreht sich um mich.” Daher muss der bußfertige Sünder die trügerische Herrschaft über persönliches Verlangen aufaufgeben und sogar die Zügel über das eigene Lebens.

Lass es mich so klar sagen, wie ich es nur kann: Wenn es um sexuelle Sünden und Sucht geht, ist Besserung nicht dasselbe wie Buße und Buße ist nicht dasselbe wie Besserung. Buße ist nicht einfach ein menschlicher Versuch. Buße ist auch kein Selbsthilfeprogramm. Sondern Buße ist ein chirurgischer Eingriff Gottes, durch den er nicht nur den Sünder demütigt, sonder auch eine von außen sichtbare Veränderung wirkt. Ja, sexuelle Sünde hört mit dieser Buße auf, aber der große Unterschied ist dass der Ehepartner feststellt, dass der ehemalige Sünder nun ein anderer Mensch geworden ist.

In der Buße gesteht der Sünder, dass er Gottes Gebote gebrochen hat und in dem Gerichtssaal Gottes schuldig gesprochen wird. Der Sünder bittet Gott um Gnade, wissend dass die Gnade unverdient ist. Biblische Buße sagt sich nicht nur von der sexuellen Sünde los, sondern auch von der Welt, dem Fleisch und dem Teufel.

In der Buße macht der Sünder eine Kehrtwendung, nämlich von Selbstliebe und Selbstvertrauen hin zu Gott. Sein Herz hat sich verändert und sein tiefes Verlangen ist auf die Verherrlichung Gottes und Gehorsam gerichtet. In anderen Worten: Da ist ein neuer Drang nach Reife in allen Aspekten des Lebens, ein Streben nach “der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!” (Heb. 12,14).

Tod produziert Leben

Buße ist ein Sterben. Wenn der Sünder Buße tut, dann stirbt das Selbst und Gott regiert. Es geht um weitaus mehr als nur sexuelle Sünden aufzugeben; man gibt sein ganzes Leben auf.

Bis Jesus wiederkommt wird die Sünde immer in uns gegenwärtig sein. Aber durch wahre Buße wird das Leben des Sünders nicht mehr von sexueller Sünde beherrscht. Stattdessen wird er beherrscht von dem Verlangen Gott gehorsam zu sein.

Wahre Buße bringt Frucht, die über Enthaltsamkeit hinausgeht. Es beginnt mit einer Veränderung von innen nach außen. Dies ist nicht nur eine Veränderung des Verhaltens, sondern alles beginnt sich zu verändern. Man wird ein anderer Mensch.

Diese Veränderung des Herzen bringt eine Veränderung der Beziehungen mit sich. Er wird ein anderer Ehemann, sie eine andere Ehefrau. Wo sexuelle Sünde eine Beziehung zerstört, stellt die Frucht der Buße diese wieder her, während jeder der beiden Personen damit beginnt den anderen höher zu achten als sich selbst (Phil. 2,3).

Harry Schaumburg (Übersetzt aus dem Englischen: „Can You Repent Without Changing?“).

Entscheidungen treffen

Wir treffen täglich sehr viele Entscheidungen. Egal ob große oder kleine Weichenstellungen anstehen, wir machen uns Gedanken und beratschlagen uns. Dabei sollte der wichtigste Ratgeber Gottes Wort sein (2. Tim. 3,16). Die folgende Liste soll dir helfen in Entscheidungen die Prinzipien Gottes in deiner Entscheidungsfindung einzubeziehen. Gebrauche sie auch im Rat suchen mit deinem Ehepartner oder mit Freunden (Spr. 15,22). Bette deine Entscheidung in Gebet um Gottes Führung und Gottes Weisheit (Jak. 1,5).

Wenn es aber jemand unter euch an Weisheit mangelt, so erbitte er sie von Gott, der allen gern und ohne Vorwurf gibt, so wird sie ihm gegeben werden. 

Jakobus 1,5

Bibelstelle
Der Maßstab
Trifft zu
Trifft nicht zu
Hebr. 12,1; Kol. 3,1-2
Ewigkeit: Es ist nützlich für das Reich Gottes und lohnbringend im Blick auf die Ewigkeit.
1. Kor. 6,12
Zweckdienlich: Ist es nützlich und hilfreich?
1. Kor. 6,12
Versklavung: Gibt es mir die Freiheit, vom Geist erfüllt zu sein?
Röm. 14,13
Beispielhaft: Gibt es mir die Freiheit, ein gutes Vorbild zu sein?
1. Kor. 9,12 
Kol. 4,13
Evangelistisch: Hilft es das Evangelium zu verbreiten?
1. Kor. 10,23-24
Erbauend: Hilft es anderen Christen?
1. Kor. 10,31
Verherrlichen: Bringt es Gott die Ehre?
1. Joh. 2,6
Nacheifern: Kann ich hiermit Christus imitieren?
Röm. 12,19
Rächen: Hat es nichts mit Rache zu tun?
Mt. 18,21-22
Vergeben: Kann ich vergeben?
1. Chr. 29,14
Mt. 25,14-30
Verwalten: Bin ich in dieser Situation ein guter Verwalter?
Röm. 12,2
1. Joh. 2,15
Anpassung: Ich passe mich nicht diesem Weltlauf an.
Röm. 12,10
Bevorzugen: Gebe ich anderen den Vorrang?
Röm. 12,18
Frieden: Erhalte ich dadurch Frieden?
Röm. 13,1
Unterordnen: Bin ich der Autorität gehorsam?
Gal. 6,10
Güte: Tue ich Anderen Gutes?
1. Kor. 6,19-20
Körper: Ich schade nicht meinem Körper (Tempel).
2. Kor. 6,14
Eph. 5,11
Verpflichtung: Ich gehe keine Bindung mit Ungläubigen ein.
1. Thess. 5,22
Erscheinen: Ich nehme nicht an etwas Bösem oder Schlechtem teil.
2. Tim. 2,22
Begierde: Ich belaste mich nicht mit Lust. 

 

herunterladen & ausdrucken

Wen kann man noch wählen?

Die bevorstehende Wahl sollten Christen weder gleichgültig betrachten und erst recht nicht überbewerten. Wir leben, wie wir in der Predigt über den Satan gelernt haben, im Reich der Finsternis und dieses Reich wird seinen Lauf weiter nehmen, bis Christus wiederkommt. Könige, Herrscher Nationen sind zeitlich. Sie kommen und gehen, wie dies im Buch Daniel deutlich zu erkennen ist. Was immer in der Politik und Gesellschaft passiert, hat keinen Einfluss auf Gottes Wirken, Gottes Plan und die Ausbreitung des Reiches Gottes. Denn sein Reich ist nicht von dieser Welt. Somit ist die Bundestagswahl nur ein Termin innerhalb des irdischen Reiches.

Dein Leben und Wandel mit dem Herrn ist wichtiger als jede Wahl! Die Gesundheit der Gemeinde ist wichtiger und jeder Prediger der das Wort predigt, ist wichtiger.

Unser Land ist wie die Titanic, sie geht unter. Man will hier und da noch etwas umstellen, aber das Schiff geht unter. Unsere Verantwortung bezieht sich nicht auf diese Umbauten, sondern auf die Verkündigung der Möglichen Rettung. Gebt der Wahl also nicht eine zu große Bedeutung.

Wie soll ich nun die Wahl angehen und welche Rolle spiele ich? Wir rebellieren nicht, demonstrieren nicht, sondern leben ein ruhiges und stilles, friedliches Leben. In Gottesfurcht ordnen wir uns den Obrigkeiten unter, beten um ihre Rettung und zahlen unsere Steuern – das ist was die Schrift lehrt.

In Römer 13 heißt es, dass Gott der weltlichen Regierung Autorität gegeben hat um die Gerechten zu schützen und die Ungerechten zu strafen. Auf diese Weise soll Recht und Ordnung in der Gesellschaft aufrechterhalten werden. Was darüber hinausgeht ist von Menschen hinzugefügt.

Wir wählen in der Bundestagswahl keine einzelne Person, sondern Parteien und Koalitionen die letztendlich unser Land regieren werden. Es gibt demnach nur eine Frage zu stellen: Welche Partei, welche Koalition, welche Leiter werden Gottes Plan der Regierung hochhalten. Die meisten Menschen auf dieser Welt haben überhaupt nicht die Möglichkeit ihre Regierung zu wählen, aber wir haben heute diese Möglichkeit und sollten sie nutzen.

Welche Partei wird also die Gerechten schützen und die Ungerechten strafen? Wir können unsere Stimme nicht für eine Partei abgeben die Gerechte straft und Ungerechte lobt. Es ist gut Abtreibung zu verhindern. Es ist gut die Familie zu schützen. Es ist gut, die Ehe zwischen Mann und Frau zu schützen. Gott hat die Familie als grundlegenden Baustein der Gesellschaft geschaffen. Momentan können mehrere Parteien genannt werden die mit Hochdruck daran arbeiten das biblische Bild der Familie zu zerstören. Die Gleichstellung der Ehe für Homosexuelle hat gezeigt dass einige große Parteien federführend daran beteiligt waren. Ein Christ kann nicht für Parteien oder Koalitionen stimmen, die den Plan Gottes verdrehen und Menschen schützen, die den Plan Gottes verdrehen.

Die Wahl die wir treffen ist also nicht so sehr eine Wahl für eine Partei, sondern vor allem eine Wahl gegen Parteien die Gottes Plan verdrehen. Solange wir die Möglichkeit der Wahl haben, sollten wir die Verantwortung wahrnehmen und vielleicht den Untergang der Titanic ein wenig verlangsamen.

In all dem dürfen wir nicht vergessen, dass Jesu Reich nicht von dieser Welt ist. Es werden herausfordernde Tage kommen, doch gebt der Wahl nicht zu große Bedeutung. Gott behält die Kontrolle! Unabhängig von den Ergebnissen der Wahl gilt für uns die Ermahnung aus 1. Timotheus 2,1–4:

„So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen Bitten, Gebete, Fürbitten und Danksagungen darbringe für alle Menschen, für Könige und alle, die in hoher Stellung sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Gottesfurcht und Ehrbarkeit; denn dies ist gut und angenehm vor Gott, unserem Retter, welcher will, daß alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“

Die Rolle der Eltern und der Gemeinde in Kindererziehung und Kindergarten

Interview von Christian Andresen mit Tedd & Margy Tripp, April 2013

Christian: Tedd und Margy Tripp, wir sind sehr dankbar, dass ihr hier mit uns in Zürich seid. Da ihr hier seid, haben wir die Möglichkeit, euch einige Fragen zu stellen, die
uns und unseren Gemeinden zum einen dabei helfen können, mehr über das Elternsein aus der Perspektive der Bibel zu lernen; aber auch von jemandem, die selbst jahrelang inder Erziehung war, die viel mit anderen Eltern, Gemeinden und Schulen gearbeitet haben.
Wir würden euch gerne einige Fragen stellen, die uns dabei helfen sollen, die Wichtigkeit der Kindererziehung in der heutigen Zeit und Gesellschaft zu verstehen. Darf ich euch also einige Fragen stellen?

Tedd: Sicher!
Christian: In einem deiner Seminare erwähnst du, dass es nicht die hauptsächliche Verantwortung der Gemeinde ist, die Kinder zu lehren, sondern der Verantwortungsbereich der Eltern. Welche Rolle sollte die Gemeinde in der Unterstützung der Eltern in der Erziehung spielen?

Tedd: Eine Sache, die mir in den Sinn kommt ist die, dass alle lehrenden Dienste in der Gemeinde dazu bestimmt sind, die Eltern mit einem klaren Verständnis des Wortes Gottes, der Wahrheit, einer festen Theologie auszustatten, die sie ihren Kinder weitergeben können. Die Rolle der Gemeinde besteht also in erster Linie darin, die Eltern für ihre Aufgabe der Erziehung auszurüsten. Und dann sind da natürlich auch noch andere Dienste in der Gemeinde, die sich direkt an Kinder und Jugendliche richten, wie z.B. Sonntagsschulklassen in unterschiedlichen Altersstufen oder Jugendstunden. All diese Dienste nehmen einen wichtigen Platz ein. Aber die primäre Rolle in der Kindererziehung und Belehrung wird von den Eltern ausgefüllt. Es sind die Väter, wie Epheser 6,4 es sagt, die ihre Kinder in Zucht und Ermahnung erziehen. So würden wir es sehen. Stimmst du dem zu?

Margy: Um es vielleicht in anderen Worten auszudrücken: Wir sehen die Gemeinde als einen erweiterten Dienst des Zuhauses. Gott setzt die Kinder in die familiäre Gemeinschaft und die natürliche Erweiterung davon ist der Leib Christi. Die familiäre Gemeinschaft ist also eine Art Vorbereitung für den Leib Christi. Es werden die gleichen Begriffe benutzt. Schwestern und Brüder, unser Vater im Himmel, Kinder Gottes und andere.

Christian: Ihr würdet also sagen, wenn ich das so höre, dass die Gemeinde eine Erweiterung der Familie ist.

Margy: Ja.

Christian: Für uns als Gemeinde ist es im Moment auch sehr wichtig, unsere Funktion als Gemeinde richtig zu verstehen. Ich verstand Kindererziehung immer als ein fundamentales Thema für die Gesundheit der Gemeinde und der Gesellschaft. Findet Kindererziehung nicht in richtiger Art und Weise statt, werden wir die Resultate davon unmittelbar in der Gemeinde und in der Gesellschaft erkennen. In Deutschland werden wir mit einer wachsenden Bewegung konfrontiert, die Kinderbetreuung ab einem Alter von 3 Jahren und früher, teilweise schon ab dem Alter von einem Jahr, vorsieht. Daneben gibt es ebenfalls eine wachsende Bewegung für die Betreuung in Kindergärten. Welche Ratschläge sollen wir als Gemeinden unseren jungen Eltern mit auf den Weg geben? Sollen wir uns eigene Kinderbetreuung oder Kindergärten ins Leben rufen?

Tedd: In den USA wurden wir bereits vor einigen Jahren mit diesen Vorgängen konfrontiert.
Unsere Entscheidung war damals, keine Kleinkinderbetreuungen/Kinderkrippe anzubieten, weil wir die Ansicht nicht unterstützen wollen, dass Kinder in einem solch frühen Alter von zu Hause weggegeben werden. Wir denken, dass der ideale Ort, den Gott für die Erziehung der Kinder bestimmt hat, bei ihren Eltern ist. Wir lehren den Kindern, dass es eine große Gnade Gottes ist, in einer Familie mit Vater und Mutter aufzuwachsen, die dich lieben, die sich dir hingeben, die Weisheit, Reife und Lebenserfahrung haben und es so der beste Ort auf der Welt ist für das Kind ist. So denken wir, dass es das Beste für das Kind ist, zu Hause zu sein, bis sie das Alter erreichen, um zur Schule zu gehen. Das ist ein Nachteil, wenn die Gemeinde schon früh damit beginnt, Kinderbetreuung vor der Vorschule, durchzuführen. Aber ich denke, dass es auch davon abhängig ist, wie stark diese Bewegung ist und wie stark der Staat darauf drängt, die Kinder aus dem Haus zu nehmen. In diesem Fall könnten die Kinder davon profitieren, eine christliche Alternative zu haben, wenn es zur Pflicht wird.

Christian: Ja das ist etwas was sich anbahnt. Wir können hier in Ost-Berlin eine sehr interessante Entwicklung beobachten. Als wir 1997 nach Berlin kamen, waren die meisten Eltern es gewohnt, ihre Kinder schon im frühsten Alter in die Kinderkrippe zu geben, so dass sie selber keinerlei Erfahrung in Sachen Kindererziehung hatten. Der Staat war zu dem Zeitpunkt gegen eine solche Form. Die Eltern sollten die Verantwortung für die Kindererziehung übernehmen. Jetzt aber, 15 Jahre später, verläuft die Entwicklung wieder in die entgegengesetzte Richtung. Der Staat sagt, dass die Eltern die Erziehung nicht
bewerkstelligen könnten und die Verantwortung für die Kindererziehung vom Staat übernommen werden müsste. Als Gemeinde wollen wir aber den Aspekt der Kindererziehung durch die Eltern unterstützen. Daher ist uns dieser Aspekt wichtig. Würdet ihr also sagen, dass es sehr wichtig ist, die Verantwortung für die Kindererziehung so lang wie möglich bei den Eltern zu belassen?

Tedd: Absolut! Es ist Gottes Plan, dass Kinder in einer Familie von Eltern aufgezogen werden, die Weisheit, Reife und Lebenserfahrung haben. So hat Gott die Gesellschaft entworfen. Und in der Familie hat Gott einen Ort geschaffen an dem Kinder lernen, Fehler machen und Korrektur erhalten können. Sie leben in einem Umfeld, in dem sie Liebe erhalten, in dem sie Fürsorge erhalten und wo ihnen die Wahrheit Gottes nahe gebracht wird. Das ist das ideale Bild des Ortes an dem die Kinder zur Reife heranwachsen und für die Zeit ausgestattet werden sollen, wenn sie das elterliche Haus für längere Zeiten verlassen. Christian: Können wir als Gemeinde dann Mutter-Kind-Gruppen anbieten, die die Eltern in der Kindererziehung unterstützen? Wäre das etwas, was ihr empfehlen würdet?

Tedd: Sicherlich. In den USA gibt es eine Bewegung mit dem Namen „Mütter von Vorschulkindern“, die genau das tun. Sie bieten Hilfe an, damit die Familien sich weiterentwickeln. Sie geben Ideen weiter, weil verschiedene Menschen verschiedene Begabungen haben und diese Begabungen können zusammengebracht werden um alle Familien zu bereichern. So kann vieles getan werden um die Fähigkeiten der Eltern
auszubauen. Denn leider haben wir nicht viele gute Vorbilder. Die meisten Leute mit denen wir arbeiten kommen nicht aus intakten Familien, wo sie gute Vorbilder hatten, denen sie folgen können. So ist dieses Training sehr wichtig. Auch die Bibel bestätigt in Titus 2 dieses Prinzip. Die älteren Frauen sollen die Jüngeren lehren, ihre Familien zu lieben und für sie zu sorgen. Es ist also eine sehr biblische Idee, dass die Gemeinde einander in diesen Aufgaben unterstützt und stärkt. Aber die Aufgabe der Erziehung dennoch im Zuhause bleibt.

Christian: Vielen Dank. Wir müssen bei dieser Frage gleichzeitig auch über die Rolle von Ehemann und Ehefrau nachdenken. Viele junge Mütter beginnen schon früh wieder damit zu arbeiten, andere, wenn ihre Kinder in die Schule kommen, Teens sind oder alt genug sind, alleine zu Haus zu sein. Welchen Rat würdest du uns als Gemeinde geben? Welchen Rat sollten wir unseren jungen Müttern und jungen Familien in dieser Sache geben?

Margy: Die Rolle der Ehefrau und Mutter wurde in unserer Kultur sehr herabgesetzt. Und ich bin mir sicher, dass dies auch in Europa der Fall ist. An folgendes müssen wir uns wieder zurückbesinnen: Selbst das Umfeld der Fürsorge für die Kinder und den Ehemann, ist das Umfeld, in welches Gott all das Aufziehen und Lieben und Belehren hineingebaut hat. Also selbst wenn die Frau sich um die Wäsche kümmert, das Essen vorbereitet oder sich um das Zuhause kümmert, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten vor den Kindern auszuleben, dass sie eine Person ist, die den Herrn liebt und von Christus in allem abhängig ist. Die Möglichkeiten zur Anleitung der Kinder sind zu Hause ohne Ende gegeben. Ich stimme also der Aussage nicht zu, dass eine Frau in ihrer Rolle als Mutter und Hausfrau keine Erfüllung im häuslichen finden kann und sie daher andernorts nach Erfüllung suchen muss. All die Gaben und Fähigkeiten, die Gott den Frauen gegeben hat können zu Hause vollkommen zufriedenstellend ausgelebt werden. Und ich denke, dass es keine wundervollere und erfüllendere Rolle für eine Frau geben kann, als eine glückliche Mutter in ihrem Zuhause zu sein. Bei der Frau in Sprüche 31 sehen wir, dass es oft nur bezüglich der Aktivitäten der Frau interpretiert wurde. Wenn wir den Abschnitt aber wirklich sorgsam betrachten, stellen wir fest, dass es hier mehr um den Charakter der Frau geht, die all diese Arbeiten durchführt. Und diese Charaktereigenschaften die notwendig sind um all diese Aufgaben zu tun sind voll mit den Früchten des Geistes. Sie sind voll mit der Befähigung durch Gottes Geist bei der Arbeit im Herzen der Frau, damit sie all diese Tätigkeiten überhaupt machen kann. Welch einen wunderbareren Weg soll es sonst geben, sein Leben zu verbringen?

Tedd: Ich möchte dies aus einer weiteren Perspektive darstellen und stimme in allem mit Margy überein. Meine Beobachtung ist, und zumindest trifft dies auf die USA zu, und ich nehme an dass es auch auf Europa zutrifft da es ebenso auf Südamerika zutrifft, wo mir in Brasilien vor wenigen Wochen dieselbe Frage gestellt wurde: Allgemein ausgedrückt, ist die Entscheidung der Frau außerhalb ihres Zuhauses zu arbeiten, eine Entscheidung des Lebensstils. Wir wollen besseren Urlaub machen, wir wollen schönere Kleidung für unsere Kinder haben, wir wollen ein zweites Auto haben, wir wollen einen bequemeren Lebensstil haben. Und das ist einfacher mit zwei Gehältern umzusetzen. Es ist also eine Wahl des Lebensstils, die sich dazu entscheidet, die Frau aus ihrer aufziehenden Rolle herauszunehmen, um einen höheren Lebensstil zu haben. Aber ist es wirklich ein höhere Lebensstil? Vielleicht materiell. Aber wenn Mütter von einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause kommen –und Väter kommen von einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause kommen, die ganze Familie nun zuhause ist, die Kinder haben Bedürfnisse, jeder ist völlig erschöpft und geschafft von der Arbeit des Tages, dann bleibt keine Zeit mehr für angenehme Mahlzeiten die fürsorglich zubereitet wurden. Das Essen wird nur schnell in die Mikrowelle geworfen um schnellstmöglich etwas auf den Tisch zu bringen. Dies nagt an einem Lebensstil hinsichtlich der Qualität des Zusammenlebens, der Zeit und der Fähigkeit des Miteinander: eine nette Mahlzeit zu genießen, eine freundliche Unterhaltung zu führen, und eben nicht eine Frau zu haben die den ganzen Tag auf der Arbeit gehetzt wurde, und nun nach Hause kommt und Wäsche machen muss, sich um die Kinder kümmern muss, während jeder erschöpft ist. Wir haben zwei Söhne die beide nun auch Familien haben. Unsere beiden Schwiegertöchter sind zuhause geblieben. Und all die Dinge, die sie mit ihren Kinder zusammen machen können, Unternehmungen, das Vorbereiten von Mahlzeiten –das ein wenig Zeit braucht-, selbstgemachtes Brot, all solche Dinge, erschaffen eine Familienatmosphäre, die für Kinder sehr anziehend und schön ist. Mit Sicherheit machen sie nicht so schönen Urlaub, wie wenn beide arbeiten würden. Aber die Lebensqualität und die Möglichkeit für die Mutter Zeit zu haben um mit ihren Kinder zusammenzusitzen, wenn sie eine Not bei einem Kind sieht sich hinzusetzten und mit dem Kind zu reden, und Gottes Wahrheit diesem Kind zu bringen. Das kann mit nichts verglichen werden. Mann kann nicht meinen, die Mutter für 40 oder 50 Stunden pro Woche aus dem Haus zu nehmen, ohne etwas dabei zu verlieren. Es ist einfach nicht möglich.

Christian: Kommen wir zu einer anderen Sache. In vielen Gesprächen mit jungen Frauen, die darüber nachdenken zu heiraten, haben meine Frau und ich festgestellt, dass  viele ein wenig Angst haben zu heiraten. Als Grund nannten sie oft, dass sie nicht wüssten, wie man einen Haushalt organisiert. Sie haben kaum Unterweisung von ihren Müttern erhalten. Sie haben nie gelernt zu kochen oder zu bügeln. Es ist interessant zu sehen, dass jungen Erwachsenen Dinge beigebracht werden, die sie eigentlich schon in ihrer Kindheit hätten lernen sollen. Habt ihr auch solche Erfahrungen gemacht?

Margy: Ja. Wir haben eine ganze Reihe junger Mütter in unserer Gemeinde. Ich leite eine Bibelstudiengruppe für junge Mütter die die keine Rollenvorbilder hatten und jetzt eben damit konfrontiert werden, sich um ihre Kinder, ihren Ehemann und den Haushalt zu kümmern. Wir glauben, dass die Gemeinschaft der Gläubigen ein wunderbares Umfeld ist, um solche Fähigkeiten zu lernen. Und nicht nur diese Fähigkeiten zu lernen, sondern auch in solchen Rollen zu leben. Auf eine Art und Weise zu leben, die wirklich schön ist. In der die Schönheit des christlichen Lebens ausgelebt wird. Sie helfen einander, sie sprechen miteinander. Wenn eine Mutter mit etwas zu kämpfen hat, ruft sie eine andere Mutter oder mich an – ich bin so etwas wie eine Großmutter für sie – und dann sprechen wir am Telefon darüber, tauschen uns aus, beten immer miteinander um sie zu ermutigen insbesondere die Angst zu überwinden etwas anzupacken von dem man keine Ahnung hat wie man es tut. Und wir stellen fest, dass diese jungen Frauen in diesem Umfeld aufblühen. Es ist nicht einfach und da sind viele Kämpfe. Manchmal sind Schlaglöcher auf der Straße. Und manchmal erfahren sie zuerst Niederlagen bevor sie Erfolge sehen. Aber wir sehen auch, dass in dem Prozess des Zusammenlebens im Leib Christi solche Dinge überwunden sind, selbst diejenigen, die nicht das Privileg hatten, in Familien aufzuwachsen, in denen sie gute Vorbilder hatten oder in einen solchen Prozess eingebunden waren.

Christian: Würdest du also sagen, dass das ältere Mütter, deren Kinder vielleicht schon aus dem Haus sind, in der Gemeinde noch eine Rolle in der Gemeinde spielen?

Margy: Ja, absolut. Wo die die Gemeinde auf biblischer Weise funktioniert ist die Rolle der älteren Frauen als Mütter und Großmütter in der Gemeinde arbeitsreicher als jemals zuvor, weil es so viele Möglichkeiten zum Ermutigen, zum Helfen gibt. Einfach Hand anzulegen und die Last des anderen zu tragen. Ja, es gibt eine Menge Möglichkeiten, wenn die Frauen sich nur frei machen würden für diese Arbeit, gibt es praktisch kein Ende, für das, was sie tun könnten.

Tedd: Oft sind es sehr praktisch Dinge. Margy hilft einigen dabei, die Mahlzeiten für die Woche zu planen. Und dann können sie in den Laden gehen, um zielgerichtet für die Mahlzeiten der ganzen Woche einzukaufen, anstatt irgendetwas zu kaufen. Du hast also deine Mahlzeiten geplant und brauchst dir keine Sorgen darüber zu machen, was du heute Abend kochen sollst. Du hast die Zutaten zu Hause und brauchst keine Zeit damit zu verschwenden, nochmal aus dem Haus zu gehen, um sie zu besorgen. Es sind also sehr praktische Sachen. All die organisatorischen Dinge für den Haushalt. Und was Margy dann feststellt ist, dass die Frauen sehr erfüllt und zufrieden sind, weil sie die Rolle erfüllen, die Gott für sie gemacht hat. Und anstatt dass sie außerhalb auf ihrem Arbeitsplatz in ständiger Konkurrenz stehen, sind sie in ihrem Zuhause, in einer sehr erfüllende Rolle als Mutter und Ehefrau. Es ist eine sehr schöne Sache. Selbst die Wäsche zu machen. Und die Möglichkeiten der Hilfe sind wirklich grenzenlos, wie zum Beispiel den jüngeren Frauen zu helfen die Küche zu organisieren: Du solltest deine Töpfe hier haben, nah am Herd. Es hört sich so einfach an, aber was ist, wenn es dir nie gezeigt wurde und plötzlich wirst du damit konfrontiert und weißt nicht was du machen sollst. Es gibt also viele erstaunliche Wege, wie man dort Hilfestellung leisten kann. Margys Herausforderung ist eher, dass sie zu wenig Zeit hat, für all die Gelegenheiten die sie hat zu helfen.

Margy: Ich denke auch, dass ein weiterer wichtiger Aspekt die geistliche Seite davon ist, weil wir dazu tendieren, einfach nur zu denken, dass es sich hier um praktische Sachen handelt.
Aber wir haben hier eine wunderbare Möglichkeit für die Frauen, den jungen Müttern zu zeigen, dass alles im Leben auch geistlich ist. In allem zu beten, Gott zu vertrauen und zu wissen, was es bedeutet vollständig in Christus zu sein, ein Teil dieser Gespräche, führt diese Frauen zu einem geistlichen Wachstum im Herrn. Es ist sehr spannend und sehr erfüllend für die älteren Frauen daran teilzuhaben.

Christian: Eine letzte Frage. Im Moment werden bei uns seitens der Medien, in Zeitung, Fernsehen und Internet, einige Vorwürfe gegen evangelikale Christen laut, die beinhalten, dass Christen ihre Kinder schlagen und dass die Gemeinde dazu aufrufen würde gegen das Gesetz zu Kindesmissbrauch zu verstoßen. Sie möchten beweisen, dass Evangelikale dies häufiger tun würden, als andere
Glaubensrichtungen. Wir sind also einer Situation ausgesetzt, in der wir in Bezug auf unser Verständnis von physischer Disziplinierung oder Erziehung missverstanden werden. Für uns darf es kein „schlagen“ sein. Die Worte, die die Medien uns entgegenhalten sind aus dem Zusammenhang gerissen. Aber wie sollen wir darauf reagieren? Sollen wir es jetzt einfach lassen, weil der Druck von außen so groß ist? Welchen Rat würdest du geben? Ihr wurdet sicherlich auch mit diesen Vorwürfen konfrontiert.

Tedd: Ich habe ein interessantes Interview zu diesem Thema mit John Piper gesehen. Darin sagte er, dass selbst wenn es ein Gesetz in den USA gegen angemessene physische Disziplinierung von Kindern gäbe, er es weiterhin in seiner Gemeinde lehren würde. Zudem würde er sie darauf vorbereiten, dass sie um ihrer guten Taten willen leiden müssten. Natürlich wollen wir Situationen vermeiden in denen Kinder aus ihrem Elternhaus genommen werden und ähnliches. Da kann es wirklich sehr angsteinflössende Situationen geben. Ich denke, dass es kein Ende dessen gibt, wie der Staat Druck auf Evangelikale ausübt, um ihnen zu verbieten ihren Kindern Gottes Wege beizubringen. Im Moment ist das Thema die physische Disziplinierung. Die Richtung geht aber dahin, dass du deinen Kindern deine religiösen Überzeugungen nicht mehr lehren darfst. Du darfst ihnen keine Werte mehr beibringen, die im Glauben gründen. Das ist worauf es eigentlich zugeht. Wir waren kürzlich in England und haben dort einige Artikel gelesen, die verteidigt haben, dass Eltern kein Recht hätten, ihre Kinder mit ihrem Glauben zu beeinflussen. Wenn wir denken, dass es an diesem Punkt aufhören wird, dass der Staat physische Disziplinierung ablehnt, und wir in diesem Bereich einlenken, weil wir meinen dann keinen Druck mehr zu bekommen, dann werden wir sehen dass der Druck nicht aufhören wird. Bis es so weit kommt, dass wir das Recht verlieren, unseren Kindern religiöse Werte nahe zubringen, weil es sie indoktrinieren würde und sie nicht intelligent oder fortgeschritten genug sind, dieser Indoktrination zu widerstehen und somit ist dies ein Missbrauch deiner Kinder. In diese Richtung geht es. Als Christen müssen wir weise im Gehorsam gegenüber Gottes Wort leben. Ich denke wir müssen sehr weise sein. Wenn man also als Eltern die grundlegende Entscheidung trifft, sein Kind in angemessener Weise physisch zu disziplinieren dann wirst du das nicht veröffentlichen. Du tust dies im Privaten und auf eine sehr vorsichtige und angemessene Weise und ganz sicher darf die Züchtigung niemals im Ärger oder exzessiv geschehen. Es darf niemals gewalttätig oder misshandelnd für das Kind sein. Aber es wird kein Ende geben bis der Staat eine vollkommen säkulare Kultur erreicht hat in der keine religiösen Werte mehr gelehrt werden dürfen. Was werden wir dann tun? Wir müssen sagen: Wir müssen Gott gehorchen. Wir müssen Gott gehorchen und wir müssen ihm vertrauen, dass er uns beschützen und Sorge für uns tragen wird und vorbereitet sein für Gutestun zu leiden.

Christian: Vielen Dank für eure Zeit und eure Antworten.

9 Dinge, die wir von „Titus 2 – Frauen“ lernen können

„… dass sich die alten Frauen gleicherweise so verhalten sollen, wie es Heiligen geziemt, dass sie nicht verleumderisch sein sollen, nicht vielem Weingenuss ergeben, sondern solche, die das Gute lehren, damit sie die jungen Frauen dazu anleiten, ihre Männer und ihre Kinder zu lieben, besonnen zu sein, keusch, häuslich, gütig, und sich ihren Männern unterzuordnen, damit das Wort Gottes nicht verlästert wird.“
Titus 2,3-5

Im Titusbrief werden Frauen ermutigt, sich aktiv um die nächste Generation zu kümmern, sie zu lehren und ihnen vorzuleben, wie man eine Frau nach dem Herzen Gottes wird. Ich habe das Privileg, dass ich ohne viel Nachdenken gleich mehrere Frauen nennen kann, die auf unterschiedliche Art und Weise in meinem Leben solche „Titus 2 – Frauen“ waren. Dies sind die Frauen, die ich nachzuahmen versuche, in meinem Dienst als Frau nach Gottes Herzen.

Unabhängig davon, wie groß der Altersunterschied oder wie verschieden die Lebensumstände sind, bei näherer Betrachtung konnte ich einige Eigenschaften entdecken, die bei allen von ihnen zu finden sind:

  1. Sie sind bereit, ihr ganzes Leben mit uns zu teilen. Als Mütter lassen sie uns daran teilhaben, wie es ist, Mutter zu sein, und welche Schwierigkeiten ihnen mit ihren Kindern und in der Ehe begegnen. Wenn sie berufstätig sind, erzählen sie uns davon, was dort gerade ansteht. Sie berichten von dem Druck von Abgabedaten, den Forderungen ihrer Vorgesetzten oder ihren Erfahrungen am Arbeitsplatz. Ob sie große oder kleine Familien haben, welchen Hobbies sie nachgehen – alles darf angesprochen werden.
  2. Sie laden uns in ihr Leben ein. Sie erzählen uns nicht nur von ihrem Leben, sondern laden uns in ihren Alltag ein. Wir dürfen sehen, wie sie wirklich sind – wenn sie von der Arbeit nach Hause kommen und schnell noch etwas für’s Abendessen ‚zusammenschmeißen’ und genauso, wenn sie die Füße hochlegen. Sie lassen uns dabei helfen, ihre Kinder zu baden und ins Bett zu bringen; wir dürfen sie bei Besorgungen begleiten (das scheint langweilig, ist es aber keineswegs). Jeder Moment, den sie mit uns teilen, ist eine Möglichkeit für uns, Zeugen ihres gottesfürchtigen Wandels zu werden – wie sie sorgsam ihre Einkaufsliste schreiben (damit man noch kurzfristig eine Mahlzeit für jemanden kochen kann) oder wie sie ihre Kinder erziehen.
  3. Sie sind ehrlich und offen uns gegenüber. Diese Frauen sind großartig, weil sie authentisch sind. Sie zögern nicht, uns von ihren Fehlern zu berichten und sie verstecken nicht, dass sie nicht perfekt sind.
  4. Sie halten uns das Wort Gottes vor Augen. Sie haben Freude daran, uns von dem zu erzählen, was sie in der Gemeinde gelernt und welche Unterhaltungen sie über die Bibel gehabt haben; oder sie erzählen davon, wie sie Gottes Handeln in ihrem Leben erkennen. Manchmal teilen sie mit uns einen Bibelvers, den sie lieben, und erzählen uns davon, wie die Schrift ihnen in einer schwierigen Zeit geholfen hat auszuharren.
  5. Sie weisen uns zurecht. Sie kennen uns so gut, dass sie erkennen, wo wir vom richtigen Weg abkommen; und sie führen uns in Liebe und Sanftmut zurück zum Wort Gottes.
  6. Sie sind unsere Vorbilder. Weil wir ihr Leben beobachten dürfen, können wir von ihrem Leben lernen.
  7. Sie ermutigen uns. Sie spornen uns an zu Liebe und zum Dienst, denn wir sehen, wie sie treu lieben und dienen. Durch ihre Freundschaft, ihr Reden und ihr Handeln werden wir ermutigt.
  8. Sie sorgen für uns. Sie haben ein offenes Ohr, gottesfürchtige Weisheit und Rat; sie geben uns eine Mitfahrgelegenheit, sie halten eine Mahlzeit oder eine Tasse Tee für uns bereit. Diese Frauen zeigen uns Fürsorge – und sie lehren uns, Fürsorgerinnen zu sein.
  9. Sie beten für uns. Sie beten mit uns, wenn wir zusammen sind und wenn wir nicht mit ihnen zusammen sind, beten sie auch. Sie wissen, dass letztendlich allein Gott das Wachstum in uns bewirkt, und deshalb beten sie, dass er uns wachsen lässt.

So sind ältere Frauen gottesfürchtige Vorbilder, indem sie Gottes Wort an die erste Stelle stellen und indem sie danach streben, Ihn mehr und mehr zu erkennen. Ebenso hat Gott jüngere Frauen in unser Leben gestellt, die uns beobachten und von unserem Leben lernen möchten. Wir müssen deshalb nicht alle Antworten haben, wir müssen einfach nur Jesus lieben und andere teilhaben lassen an dem, wie wir Ihm dienen.

Ihr jüngeren Frauen, schaut auf die älteren gläubigen Frauen in euren Gemeinden und lernt von ihnen. Scheut euch nicht davor, ihnen Fragen zu stellen. Forscht nach, warum sie die Dinge tun, die sie tun – auch wenn ihr nicht immer der gleichen Meinung seid. Beobachtet ihren Wandel und ahmt sie nach, wie sie Christus nachahmen. Darum geht es in Titus 2.

 

Übersetzung von „Nine things Titus 2 women do“ von Tara Sing

Korrektive Gemeindeseelsorge

Gemeindezucht – oder korrektive Gemeindeseelsorge

Es kommt gelegentlich vor, dass sich ein Christ von der Gemeinschaft der Gläubigen entfernt und sich durch Unwissenheit oder bewussten Ungehorsam in Sünde verstrickt. Dann müssen die Gemeinde und vor allem ihre Hirten sich aktiv darum bemühen, dass dieser Christ Buße tut und zurückgebracht wird. Als Hirten der Herde lieben die Ältesten die Schafe, die Mitglieder der Gemeinde, und sind außerdem vor Gott für ihr geistliches Wohlergehen verantwortlich.

Das gilt genauso auch für die verirrten Schafe. Wie in dem Gleichnis von Jesus in Lukas 15, 3-7 wird Freude sein im Himmel und in der Gemeinde, wenn ein verirrter Christ wirklich Buße tut. Eine Art und Weise, durch die sich die Gemeinde liebevoll um die Wiederherstellung von verirrten Gläubigen bemüht, ist der Prozess der Gemeindezucht. In Matthäus 18 erklärt der HERR seinen Jüngern, wie man sich verhält, wenn ein Mitgläubiger sündigt. Die Gemeinde Christi muss sich durch die von ihm selbst dargelegten Prinzipien leiten lassen, wenn sie Gemeindezucht durchführen will.

Der Zweck von Gemeindezucht

Der Zweck von Gemeindezucht ist die geistliche Wiederherstellung abgeirrter Mitglieder sowie die Stärkung der Gemeinde und Verherrlichung des HERRN. Wenn ein in Sünde lebender Christ zurechtgewiesen wird und er dann von der Sünde umkehrt und ihm vergeben wird, ist er für die Gemeinschaft mit der Gemeinde und ihrem Oberhaupt Jesus Christus zurückgewonnen.

Das Ziel der Gemeindezucht ist also nicht, Menschen aus der Gemeinde hinauszuwerfen oder den selbstgerechten Stolz derjenigen zu fördern, die die Gemeindezucht ausüben. Es geht nicht darum, Menschen zu blamieren oder auf unbiblische Weise Autorität und Macht auszuüben.

Der Zweck besteht darin, den in Sünde lebenden Gläubigen wiederherzustellen zur Heiligung und ihn zu einer reinen Beziehung innerhalb der Versammlung zurückzubringen.

In Matthäus 18,15 sagt Jesus: „Wenn aber dein Bruder an dir gesündigt hat, so geh hin und weise ihn zurecht unter vier Augen. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen.“ Das griechische Wort, das mit „gewinnen“ übersetzt ist, wurde ursprünglich für das Anhäufen von Besitz im Sinn von finanziellem Vermögen gebraucht.

Hier bezieht es sich auf das Zurückgewinnen von etwas Wertvollem, das verloren ist, nämlich den verirrten Bruder. Wenn ein Bruder oder eine Schwester vom rechten Weg abkommt, geht ein wertvoller Schatz verloren, und die Gemeinde sollte nicht eher ruhen, bis er oder sie wiederhergestellt ist. Die Gemeinde Christi hat die Aufgabe, zurückzugewinnen und wiederherzustellen (Galater 6,1), und das ist auch der Zweck von Gemeindezucht.

Der Prozess der Gemeindezucht

In Matthäus 18,15-17 legt Jesus den vierstufigen Prozess von Gemeindezucht dar: (1) sprich ihn unter vier Augen auf die Sünde an, (2) nimm einige Zeugen mit, (3) sage es der Gemeinde, und (4) behandle ihn wie einen Unbußfertigen.

Erste Stufe (Matthäus 18,15)

Wenn aber dein Bruder an dir gesündigt hat, so geh hin und weise ihn zurecht unter vier Augen. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. (Mt. 18,15)

Gemeindezucht beginnt auf einer persönlichen Ebene. Jesus sagt: „Wenn aber dein Bruder an dir gesündigt hat, so geh hin und weise ihn zurecht unter vier Augen“ (Vers 15a). Hier geht ein Gläubiger allein zu einem in Sünde lebenden Bruder und weist ihn in einer Haltung der Demut und Freundlichkeit zurecht. Diese Zurechtweisung beinhaltet, dass die Sünde eindeutig aufgedeckt wird, damit er sich dessen bewusst wird, und er zur Buße aufgefordert wird. Wenn der in Sünde lebende Bruder aufgrund der persönlichen Zurechtweisung Buße tut, wird ihm vergeben, und er ist wiederhergestellt (Vers 15b).

Zweite Stufe (Matthäus 18,16)

Hört er aber nicht, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit jede Sache auf der Aussage von zwei oder drei Zeugen beruht. (Mt 18,16)

Wenn der in Sünde lebende Bruder sich weigert, auf denjenigen zu hören, der ihn unter vier Augen zurechtgewiesen hat, ist der nächste Schritt der Gemeindezucht, einen oder zwei weitere Gläubige mitzunehmen, um ihn erneut zurechtzuweisen (Vers 16a). Der Grund für die Anwesenheit der anderen Gläubigen ist, damit „jede Sache auf der Aussage von zwei oder drei Zeugen beruht“ (Vers 16b). Mit anderen Worten: Die Aufgabe der Zeugen ist nicht nur zu bestätigen, dass die Sünde tatsächlich begangen worden ist, sondern auch darauf zu achten, dass der in Sünde lebende Bruder in rechter Weise zurechtgewiesen worden ist, und festzustellen, ob er Buße getan hat oder nicht.

Die Anwesenheit der zusätzlichen Zeugen ist ebenso sehr ein Schutz für den Beschuldigten wie auch für denjenigen, der ihn beschuldigt. Schließlich könnte eine voreingenommene Person unberechtigter Weise behaupten: „Nun, ich habe versucht, ihn zurechtzuweisen, aber er ist uneinsichtig.“

Es wäre vermessen zu denken, eine einzelne Person könnte solch eine endgültige Feststellung treffen, besonders wenn er derjenige war, gegen den der Andere gesündigt hat. Die Zeugen müssen bestätigen, ob der Bruder ein bußfertiges Herz hat oder ein gleichgültiges ablehnendes.

Solch ein Bericht stellt die Basis für das weitere Vorgehen dar, weil die Situation über die Aussage eines Einzelnen hinaus bestätigt worden ist.

An diesem Punkt ist zu hoffen, dass die zu der persönlichen Zurechtweisung mitgenommenen Zeugen nicht zu öffentlichen Zeugen gegen ihn vor der ganzen Gemeinde werden müssen. Im Idealfall reicht ihre zusätzliche Zurechtweisung aus, um eine Veränderung im Herzen des sündigenden Bruders zu bewirken, die die ursprüngliche Zurechtweisung noch nicht bewirkt hat. Wenn diese Veränderung stattfindet, wird dem Bruder vergeben, er ist wiederhergestellt, und die Angelegenheit ist erledigt.

Dritte Stufe (Matthäus 18,17a)

Hört er aber auf diese nicht, so sage es der Gemeinde. (Mt 19,17a)

Wenn der in Sünde lebende Bruder sich auch nach einer bestimmten Zeit weigert, auf die Zurechtweisung der Zeugen zu hören, dann sollen diese Zeugen die Gemeinde informieren (Vers 17a). Dies geschieht am besten dadurch, dass die Angelegenheit den Ältesten mitgeteilt wird, die wiederum für die Weitergabe der Information an die ganze Gemeinde sorgen. Wie lange sollen die Zeugen die betroffene Person immer wieder zur Buße aufrufen, bevor sie es der Gemeinde sagen? Die Ältesten sollten nicht eher zum dritten oder vierten Schritt der Gemeindezucht übergehen, bis sie absolut sicher sind, dass der abgeirrte Gläubige wirklich gesündigt hat oder weiter sündigt und sich auch nach angemessener Zurechtweisung weigert, Buße zu tun. In diesem Fall sollten die Ältesten ihn  vor dem dritten (oder vierten) Schritt warnen, falls er nicht bis zu einem bestimmten Zeitpunkt Einsicht zeigt und Buße tut. Wenn dieser Tag verstreicht, werden seine Sünde und seine Weigerung zur Buße vor der ganzen Gemeindeversammlung bekannt gegeben. Ab diesem Moment darf die Person nicht am Mahl des Herrn teilnehmen und keine Dienste in der Gemeinde ausüben.

Nach diesem dritten Schritt ist die Gemeinschaft aufgrund der Sünde bereits unterbrochen. Der Versammlung soll deutlich gemacht werden, dass sie der Person aktiv nachgehen und ihn eindringlich bitten sollen, Buße zu tun, bevor der vierte Schritt unumgänglich wird (2. Thessalonicher 3,14-15). Dieser wichtige und wirksame Prozess führt den Sünder oft zurück zur Buße und zum Gehorsam. Wenn die Person Buße tut, wird ihr vergeben, und sie ist wiederhergestellt.

Vierte Stufe (Matthäus 18,17b)

Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und ein Zöllner. (Mt 18,17b)

Der vierte und letzte Schritt der Gemeindezucht ist der Ausschluss aus der Gemeinde. Wenn ein in Sünde lebender Gläubiger auch nicht auf die Gemeinde hört, muss er aus der Gemeinschaft ausgeschlossen werden. Jesus sagt: „… so sei er für dich wie ein Heide und ein Zöllner“ (Vers 17b). Der Ausdruck „Heide“ wurde vor allem für Nicht-Juden gebraucht, die an ihrem traditionellen Heidentum festhielten und Anteil weder am Bund Gottes noch an der Anbetung oder dem sozialen Leben der Juden hatten. Ein „Zöllner“ war dagegen ein durch eigene Wahl aus der Gemeinschaft der Juden Ausgestoßener, ein Verräter an seinem eigenen Volk. Jesus’ Gebrauch dieser Ausdrücke bedeutet nicht, dass die Gemeinde diese Menschen schlecht behandeln soll. Es bedeutet einfach, dass ein bekennender Christ, der sich weigert, Buße zu tun, von der Gemeinde so behandelt werden soll, als würde er nicht zu ihr gehören. Er soll nicht an den Segnungen und den Vorzügen der christlichen Versammlung teilhaben.

Als ein Mann in der Gemeinde in Korinth sich weigerte, eine inzestuöse Beziehung mit seiner Stiefmutter aufzugeben, gab der Apostel Paulus die Anweisung, dass der Mann aus ihrer Mitte entfernt werden sollte (1. Korinther 5,13). Die Gläubigen sollten nicht einmal eine Mahlzeit mit ihm teilen (1. Korinther 5,11), denn gemeinsame Mahlzeiten waren ein Kennzeichen für gastfreundliche und herzliche Gemeinschaft. Wer beharrt und keine Buße tut, soll ganz aus der Gemeinschaft der Gemeinde ausgeschlossen und wie ein Ausgestoßener, nicht wie ein Bruder, behandelt werden. Dies schließt den Gemeindebesuch und die Gemeinschaft aus. Da wir von der Kraft des Wortes Gottes überzeugt sind Menschen zur Umkehr zu führen, darf der Gottesdienst jedoch besucht werden.

Hinsichtlich des Wohls der Gemeinde liegt der Zweck des Ausschlusses des Bruders darin, die Reinheit der Gemeinde zu schützen (1. Korinther 5,6), die Versammlung vor der Gefahr der Sünde zu warnen (1. Timotheus 5,20) und ein gerechtes Zeugnis vor der beobachtenden Umgebung abzulegen. Aber hinsichtlich des Bruders selbst liegt der Zweck des Ausschlusses nicht darin, ihn zu strafen, sondern ihn wachzurütteln. Deshalb soll alles in demütiger Liebe und nicht in einer Haltung selbstgerechter Überheblichkeit geschehen (Galater 6,1; 2. Timotheus 4,2).

Wenn eine Gemeinde alles getan hat, um das in Sünde lebende Gemeindeglied zu einem reinen Leben zurückzubringen, aber es nicht gelingt, soll er seiner Sünde und Schmach überlassen werden. Wenn er wirklich ein Christ ist, wird Gott ihn nicht verstoßen, sondern Gott lässt ihn vielleicht noch tiefer sinken, bevor er so verzweifelt ist, dass er sich von seiner Sünde abwendet. Die Aufforderung, keine Gemeinschaft, ja nicht einmal Umgang mit dem unbußfertigen Bruder zu haben, schließt nicht jeden Kontakt aus. Wenn es eine Gelegenheit gibt, ihn zu ermahnen und zur Umkehr zu rufen, sollte diese genutzt werden. Solche Gelegenheiten sollten sogar erstrebt werden. Aber der Kontakt sollte allein dem Zweck der Ermahnung und Wiederherstellung dienen.

Der Weg der Buße steht der ausgeschlossenen Person jederzeit offen. Ab dem Zeitpunkt der Buße möchten wir die Gemeinschaft schrittweise wieder aufbauen. Nachdem die Früchte der Umkehr deutlich zu erkennen sind, wird die Person wieder vollständig in die Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen.

Die Ältesten der ECG-Hellersdorf, zuletzt geändert Mai 2009