{"id":1126,"date":"2018-07-04T10:55:00","date_gmt":"2018-07-04T09:55:00","guid":{"rendered":"https:\/\/ecg.berlin\/?p=1126"},"modified":"2018-07-04T10:55:00","modified_gmt":"2018-07-04T09:55:00","slug":"stellungnahme-zu-scheidung-und-wiederheirat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ecg.berlin\/ru\/stellungnahme-zu-scheidung-und-wiederheirat\/","title":{"rendered":"Stellungnahme zu Scheidung und Wiederheirat"},"content":{"rendered":"<h2>I. Eine grundlegende Definition von Ehe<\/h2>\n<p>Bevor man sich dem Thema der Scheidung und Wiederheirat widmet, muss zun\u00e4chst klargestellt werden, was eine Ehe ist. Diese Herangehensweise lehrt uns Jesus im Umgang mit den Pharis\u00e4ern. Die Frage der Pharis\u00e4er: \u201eIst es einem Mann erlaubt, aus irgendeinem Grund seine Frau zu entlassen\u201c (Mt. 19,3) beantwortet Jesus nicht sofort. Zuerst kl\u00e4rt Jesus die Grundlage der Ehe und definiert diese. Im zweiten Schritt definiert Jesus Ehebruch; dann erst geht er zu der Beantwortung der eigentlichen Frage \u00fcber.<br \/>\nGott, der Sch\u00f6pfer, hat sich die Ehe ausgedacht und erschaffen. Die Ehe ist die gro\u00dfartigste aller Gaben Gottes an den Menschen und dient diesem zum Segen, weil es nicht gut ist, \u201edass der Mensch allein sei\u201c (1.Mo 2,18). Weil Gott der Urheber der Ehe ist, bestimmt er die Rahmenbedingungen: Gott bestimmt den Zweck sowie die Funktion der Ehe. Innerhalb dieser Grenzen ermutigt Gott den Menschen, die Segnungen und Freuden der Ehe voll und ganz zu genie\u00dfen. In 1. Mo. 2,24 definiert Gott die Ehe wie folgt: \u201eDarum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anh\u00e4ngen, und sie werden ein Fleisch sein.\u201c Die Ehe ist ein Bund zwischen einem Mann und einer Frau, der das ganze Leben fortbesteht. Dieser Bund wird erst mit dem Tod eines Ehepartners aufgehoben (R\u00f6m. 7,2). Gott selbst ist Zeuge eines jeden Ehebundes (Mal. 2,14) und f\u00fchrt zwei unterschiedliche Personen in solch einer Weise zusammen, dass sie zu \u201eeinem Fleisch\u201c werden. Diese von Gott gewirkte Einheit darf der Mensch nicht aufl\u00f6sen (Mt. 19,6). Aus diesem Grund erwartet Gott von jedem der beiden Ehepartner, dass dieser selbstlos jegliche Anstrengung unternimmt, nach Treue zu streben und Treue gegen\u00fcber dem Bund aufrecht zu erhalten. Diese Treue wird nicht nur in guten wie in schlechten Zeiten erwartet, sondern sogar wenn einer der beiden Ehepartner ungl\u00e4ubig sein sollte.<\/p>\n<h2>II. Eine grundlegende Definition von Ehebruch<\/h2>\n<p>Jesus definiert die Grenzen f\u00fcr Ehebruch sehr klar: \u201eWer sich von seiner Frau scheidet, ausgenommen wegen Unzucht, der macht, dass sie die Ehe bricht. Und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe\u201c (Mt. 5,21). In Mt. 19,9 kommt ein weiterer Aspekt hinzu: \u201eWer seine Frau entl\u00e4sst, es sei denn wegen Unzucht, und eine andere heiratet, der bricht die Ehe\u201c. Jegliche Untreue innerhalb des geschlossenen Ehebundes ist Ehebruch. Dies trifft zu, wenn man sich von dem Ehepartner scheidet und eine neue Ehe eingeht. Ferner dr\u00e4ngt man durch eine unrechtm\u00e4\u00dfige Scheidung den Ehepartner zum Ehebruch. Schlussendlich wird sogar der Dritte als Ehebrecher angesehen, der einen existierenden Ehebund zwischen zwei Menschen missachtet und einen dieser Parteien heiratet.<br \/>\nEhebruch wird in den Augen Gottes immer als schwerwiegend angesehen, gleichg\u00fcltig wie leichtfertig Ehebruch in den Augen der Gesellschaft beurteilt wird. Untreue gegen\u00fcber dem Ehebund ist S\u00fcnde in den Augen Gottes. Ehebruch zieht das Gericht, die Strafe und den Zorn Gottes nach sich (Heb. 13,4). Ehebrecher werden nicht ins Reich Gottes eingehen (1. Kor. 6,9).<br \/>\nWir haben bis jetzt festgehalten, dass beide Ehepartner jegliche Anstrengung unternehmen m\u00fcssen, um nach Treue zu streben und Treue gegen\u00fcber dem Ehebund aufrecht zu erhalten. Aber was geschieht, wenn einer der beiden Ehepartner, trotz selbstloser Hingabe, Untreue von dem anderen Ehepartner erf\u00e4hrt? Welche M\u00f6glichkeiten bleiben, wenn der zweite Ehepartner dem Bund der Ehe untreu wird? Diese Fragen werden auf den kommenden Seiten beantwortet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>III. Scheidung war nie Teil des urspr\u00fcnglichen Plans Gottes f\u00fcr die Ehe<\/h2>\n<p>Gott hasst Scheidung. Er hasst sie, weil sie in jedem Fall Untreue gegen\u00fcber dem heiligen Bund der Ehe bedeutet, den zwei Partner vor Gott eingegangen sind, und weil sie schlimme Folgen f\u00fcr beide Partner und ihre Kinder mit sich bringt (Mal. 2,14-16). Die Bibel fordert nie aktiv zu Ehescheidung auf, sondern gestattet diese lediglich wegen der S\u00fcnde des Menschen. Weil Scheidung also nur ein Zugest\u00e4ndnis an die S\u00fcnde des Menschen und nicht Teil des urspr\u00fcnglichen Plans Gottes f\u00fcr die Ehe ist, sollen alle Gl\u00e4ubigen Scheidung genauso sehr hassen, wie Gott es tut, und diesen Weg nur dann gehen, wenn es keinen anderen Ausweg gibt. Mit Gottes Hilfe kann eine Ehe selbst die schlimmsten S\u00fcnden \u00fcberstehen.<br \/>\nIn Matth\u00e4us 19,3-9 lehrt Christus eindeutig, dass Scheidung ein Zugest\u00e4ndnis an die S\u00fcnde des Menschen ist und dadurch Gottes urspr\u00fcngliche Absicht der intimen Einheit und\u00a0Dauerhaftigkeit des Ehebundes verletzt wird (1. Mo. 2,24). Er lehrt, dass Gottes Gesetz Scheidung nur wegen der \u201eHerzensh\u00e4rtigkeit\u201c der Menschen erlaubt hat (Mt. 19,8). Eine gesetzm\u00e4\u00dfige Scheidung ist ein Zugest\u00e4ndnis an den treuen Partner aufgrund der sexuellen S\u00fcnde seines untreuen Partners oder wegen des Verlassenwerdens durch diesen, so dass der treue Partner nicht l\u00e4nger an die Ehe gebunden ist (Mt. 5,32; Mt. 19,9; 1. Kor. 7,12-15). Obwohl Jesus tats\u00e4chlich gesagt hat, dass eine Scheidung in bestimmten Situationen zul\u00e4ssig ist, d\u00fcrfen wir nicht vergessen, dass die urspr\u00fcngliche Absicht Jesu in dem Gespr\u00e4ch mit den Pharis\u00e4ern nicht darin bestand, Scheidung zu legitimieren. Vielmehr war sein Gespr\u00e4ch eine Zurechtweisung der Pharis\u00e4er, die meinten, sich \u201eaus irgendeinem Grund&#187; (Mt. 19,3) scheiden zu k\u00f6nnen. Ferner wollte Jesus ihnen aufzeigen, wie schwerwiegend es ist, eine s\u00fcndhafte Scheidung zu betreiben. Darum soll der Gl\u00e4ubige niemals Scheidung in Erw\u00e4gung ziehen, au\u00dfer unter bestimmten Umst\u00e4nden (siehe n\u00e4chster Abschnitt), und selbst unter diesen Umst\u00e4nden sollte man die Scheidung nur sehr zur\u00fcckhaltend erw\u00e4gen, falls es keinen anderen Ausweg gibt.<\/p>\n<blockquote><p>Mt. 19,3-9: Da traten die Pharis\u00e4er zu ihm, versuchten ihn und fragten ihn: Ist es einem Mann erlaubt, aus irgendeinem Grund seine Frau zu entlassen? 4\u00a0Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, da\u00df der Sch\u00f6pfer sie am Anfang als Mann und Frau erschuf 5\u00a0und sprach: \u00bbDarum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anh\u00e4ngen; und die zwei werden ein Fleisch sein\u00ab? 6\u00a0So sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengef\u00fcgt hat, das soll der Mensch nicht scheiden! 7\u00a0Da sprachen sie zu ihm: Warum hat denn Mose befohlen, ihr einen Scheidebrief zu geben und sie so zu entlassen? 8\u00a0Er sprach zu ihnen: Mose hat euch wegen der H\u00e4rtigkeit eures Herzens erlaubt, eure Frauen zu entlassen; von Anfang an aber ist es nicht so gewesen. 9\u00a0Ich sage euch aber: Wer seine Frau entl\u00e4\u00dft, es sei denn wegen Unzucht, und eine andere heiratet, der bricht die Ehe; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.<\/p><\/blockquote>\n<h2>IV. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr eine Scheidung<\/h2>\n<p>Die einzigen Gr\u00fcnde die das Neue Testament f\u00fcr Scheidung nennt, sind (a) sexuelle S\u00fcnde des Ehepartners oder (b) Verlassenwerden durch den ungl\u00e4ubigen Ehepartner.<br \/>\nDen ersten Grund, f\u00fcr eine rechtm\u00e4\u00dfige Scheidung beschreibt Jesus in Matth\u00e4us 5,32 und 19,9; sie wird gelegentlich auch als die sog. \u201eAusnahmeregel\u201c bezeichnet: \u201eIch sage euch aber: Wer seine Frau entl\u00e4sst, es sei denn wegen Unzucht, und eine andere heiratet, der bricht die Ehe\u201c (Mt.19,9). Jesus gebraucht das griechische Wort porneia das in den deutschen \u00dcbersetzungen mit Unzucht (SCHL2000), Hurerei (ELB), Untreue (NG\u00dc) oder Ehebruch (LUT84) \u00fcbersetz wurde. Porneia beschreibt jede unrechtm\u00e4\u00dfige sexuelle T\u00e4tigkeit (d.h. jede sexuelle Aktivit\u00e4t, die nicht im Rahmen der Ehe praktiziert wird). Es ist ein allgemeiner Ausdruck, der sexuellen S\u00fcnden wie Ehebruch, Homosexualit\u00e4t, Sodomie und Inzest umfasst. Wenn ein Partner die Einheit und Intimit\u00e4t einer Ehe durch sexuelle S\u00fcnde verletzt und dadurch sein Eheversprechen bricht, befindet sich der treue Partner in einer extrem schwierigen Situation. Wenn alle Mittel und Wege, den s\u00fcndigenden Partner zur Bu\u00dfe zu bewegen, ausgesch\u00f6pft sind, erlaubt die Bibel, dass der treue Partner sich scheiden lassen kann (Mt. 5,32; 1. Kor. 7,15).<br \/>\nDer zweite Grund f\u00fcr eine zul\u00e4ssige Scheidung betrifft die F\u00e4lle, in denen ein ungl\u00e4ubiger Ehepartner nicht mehr mit dem gl\u00e4ubigen Ehepartner zusammenleben m\u00f6chte (1. Kor. 7,12-15). Weil Gott uns &#171;in Frieden [&#8230;] berufen&#187; hat (Vers 15), ist Scheidung erlaubt und kann in solchen Situationen das Beste sein. Wenn ein ungl\u00e4ubiger Ehepartner gehen m\u00f6chte, kann der Versuch, ihn oder sie in der Ehe zu halten, zu noch gr\u00f6\u00dferen Spannungen, Konflikten und S\u00fcnde f\u00fchren. Auch wenn der ungl\u00e4ubige Ehepartner die eheliche Gemeinschaft endg\u00fcltig verl\u00e4sst, aber nicht bereit ist, die Scheidung einzureichen \u2013 vielleicht wegen seines Lebensstils, aus Verantwortungslosigkeit oder um Unterhaltszahlungen zu umgehen \u2013 dann befindet sich der gl\u00e4ubige Ehepartner in einer Situation, die es ihm unm\u00f6glich macht rechtliche und moralische Verpflichtungen aufrecht zu erhalten. Weil \u201eder Bruder oder die Schwester in solchen F\u00e4llen nicht gebunden&#187; (1. Kor. 7,15) und darum nicht l\u00e4nger verpflichtet ist, verheiratet zu bleiben, kann der Gl\u00e4ubige die Scheidung einreichen, ohne f\u00fcrchten zu m\u00fcssen, dass sein Handeln Gott missf\u00e4llt.<\/p>\n<h2>V. Die M\u00f6glichkeit der Wiederheirat<\/h2>\n<p>Wiederheirat ist dem treuen Partner nur dann gestattet, wenn die Scheidung auf biblischer Grundlage basierte. Eine Scheidung auf biblischer Grundlage macht vielmehr deutlich, dass der treue Partner frei ist, wieder zu heiraten, aber nur gem\u00e4\u00df dem Willen Gottes (Mt. 19,9; R\u00f6m. 7,1-3; 1. Kor. 7,27-28.39).<br \/>\nWer sich aus irgendeinem anderen Grund scheiden l\u00e4sst, hat gegen Gott und gegen seinen Partner ges\u00fcndigt; f\u00fcr solche bedeutet eine Wiederheirat \u201eEhebruch&#187; (Mk. 10,11-12). Darum sagt Paulus, dass eine gl\u00e4ubige Frau, die sich aus s\u00fcndhaften Gr\u00fcnden hat scheiden lassen, unverheiratet bleiben oder sich mit ihrem Mann vers\u00f6hnen soll (1. Kor. 7,10-11). Wenn sie f\u00fcr ihre S\u00fcnde der unbiblischen Scheidung Bu\u00dfe tut, wird sie als wahre Frucht dieser Bu\u00dfe Vers\u00f6hnung mit ihrem fr\u00fcheren Ehemann suchen (Mt. 5,23-24). Das gleiche gilt f\u00fcr einen Mann, der sich aus unbiblischen Gr\u00fcnden hat scheiden lassen (1. Kor 7,11). Die einzige Ausnahme f\u00fcr eine Wiederheirat mit einer anderen Person ist, wenn der fr\u00fchere Ehepartner heiratet, sich als Ungl\u00e4ubiger herausstellt oder stirbt. In diesen F\u00e4llen ist eine Wiederheirat nicht mehr m\u00f6glich.<br \/>\nDie Bibel mahnt jeden zur Vorsicht, der eine Heirat mit einer geschiedenen Person in Erw\u00e4gung zieht. Wenn die Scheidung nicht auf biblischer Grundlage basierte und die Verantwortung zur Vers\u00f6hnung noch besteht, dann wird die Heirat mit einer geschiedenen Person als Ehebruch betrachtet (Mk. 10,12).<\/p>\n<h2>VI. Die Rolle der Gemeinde<\/h2>\n<p>Gl\u00e4ubige, die eine Scheidung auf unbiblischer Grundlage betreiben, m\u00fcssen der Gemeindezucht unterzogen werden, weil sie dem Wort Gottes ungehorsam sind. Wer eine unbiblische Scheidung durchsetzt und anschlie\u00dfend wieder heiratet, ist des Ehebruchs schuldig, weil Gott die urspr\u00fcngliche Scheidung nicht gestattet hat (Mt. 5,32; Mk. 10,11-12). Die betreffende Person unterliegt der Gemeindezucht, wie sie in Matth\u00e4us 18,15-17 dargelegt wird. Wenn ein bekennender Christ den Ehebund bricht und sich w\u00e4hrend des Prozesses der Gemeindezucht weigert, Bu\u00dfe zu tun, dann gibt die Bibel die Anweisung, dass er oder sie aus der Gemeinde ausgeschlossen und wie ein Ungl\u00e4ubiger behandelt werden soll (Vers 17). Wenn die Gemeindezucht dazu f\u00fchrt, dass der ungehorsame Ehepartner als Ausgeschlossener oder Ungl\u00e4ubiger betrachtet wird, dann ist der treue Partner frei, sich scheiden zu lassen, analog zu dem Fall in 1. Kor. 7,15, wo ein ungl\u00e4ubiger Ehepartner nicht mehr mit dem Gl\u00e4ubigen zusammenleben m\u00f6chte. Vor einer solchen Scheidung sollte man jedoch ausreichend Zeit lassen, damit der untreue Ehepartner infolge der Gemeindezucht die M\u00f6glichkeit hat zur\u00fcckzukehren.<br \/>\nDie Leitung der \u00f6rtlichen Gemeinde soll geschiedenen und alleinstehenden Gl\u00e4ubigen helfen, ihre Situation von der Bibel her zu verstehen, vor allem dann, wenn die angemessene Anwendung biblischer Lehre nicht verstanden zu sein scheint. Die Gemeindeleitung k\u00f6nnte zum Beispiel entscheiden m\u00fcssen, ob einer oder beide der fr\u00fcheren Ehepartner zum Zeitpunkt ihrer zur\u00fcckliegenden Scheidung wirklich als Gl\u00e4ubige angesehen werden konnten, da sich dies bei der Anwendung biblischer Prinzipien auf ihr jetzige Situation auswirken w\u00fcrde (1. Kor. 7,17-24). Weil Menschen h\u00e4ufig aus anderen Gemeinden kommen oder in andere Gemeinden wechseln und viele dieser Gemeinden keine Gemeindezucht praktizieren, kann es f\u00fcr die Gemeindeleitung notwendig werden, zu entscheiden, ob der getrenntlebende oder fr\u00fchere Ehepartner eines Gemeindemitglieds jetzt als Christ betrachtet oder wegen anhaltenden Ungehorsams als Ungl\u00e4ubiger behandelt werden soll. Dies w\u00fcrde sich in einigen F\u00e4llen ebenfalls auf die Anwendung der biblischen Prinzipien auswirken (1. Kor. 7,15; 2. Kor. 6,14).<\/p>\n<h2>VII. Scheidung vor der Bekehrung<\/h2>\n<p>Gem\u00e4\u00df 1. Korinther 7,20-27 erfordert die Rettung keinen bestimmten sozialen Status oder Familienstand. Deshalb fordert der Apostel Paulus die Gl\u00e4ubigen auf, zu verstehen, dass Gott die Umst\u00e4nde, in denen sie sich zum Zeitpunkt ihrer Bekehrung befinden, in seiner Vorsehung zul\u00e4sst. Wenn sie als Verheiratete berufen werden, dann sollen sie keine Scheidung anstreben (obwohl Scheidung auf biblischer Grundlage erlaubt sein kann). Wenn sie als Geschiedene berufen werden und sich nicht mit ihrem fr\u00fcheren Ehepartner vers\u00f6hnen k\u00f6nnen, weil dieser ungl\u00e4ubig bleibt oder wieder geheiratet hat, dann sind sie frei entweder ledig zu bleiben oder einen anderen Gl\u00e4ubigen zu heiraten (1. Kor. 7,39; 2. Kor. 6,14; 1. Tim. 5,14).<\/p>\n<h2>VIII. Bu\u00dfe und Vergebung<\/h2>\n<p>In den F\u00e4llen, in denen zwei Gl\u00e4ubige sich auf unbiblischer Grundlage scheiden lassen, m\u00fcssen sie alleinstehend bleiben oder sich vers\u00f6hnen (1. Kor. 7,10-11). Wenn einer oder beide Partner sp\u00e4ter Bu\u00dfe tun, wird zum Zeitpunkt der Bu\u00dfe die Gnade Gottes wirksam. Dies beinhaltet die Bereitschaft, Vers\u00f6hnung mit dem fr\u00fcheren Ehepartner zu suchen. Wenn jedoch keine Vers\u00f6hnung m\u00f6glich ist, m\u00fcssen sie alleinstehend bleiben. Unter gewissen Umst\u00e4nden kann es zu anderen Schlussfolgerungen kommen. Wenn jedoch keine Vers\u00f6hnung m\u00f6glich ist, weil der fr\u00fchere Ehepartner wieder geheiratet hat, dann kann der Gl\u00e4ubige, dem Gott vergeben hat, unter der f\u00fcrsorglichen Leitung und dem Rat der Gemeindeleitung eine neue Beziehung eingehen.<br \/>\nIn den F\u00e4llen, in denen ein Gl\u00e4ubiger eine Scheidung auf unbiblischer Grundlage durchsetzt und wieder heiratet, ist er der S\u00fcnde des Ehebruchs schuldig, bis er diese S\u00fcnde bekennt (Mk.10,11-12). Wenn jemand Bu\u00dfe tut, vergibt Gott die S\u00fcnde sofort \u2013 nirgendwo in der Bibel wird etwas Gegenteiliges gesagt. Von diesem Zeitpunkt an soll der Gl\u00e4ubige die bestehende Ehe fortf\u00fchren.<\/p>\n<h2>IX. Relevante Bibelstellen zu dem Thema Scheidung und Wiederheirat<\/h2>\n<p>5. Mose 24,1-4<br \/>\nMaleachi 2,16<br \/>\nMaleachi 5,31-32<br \/>\nMatth\u00e4us 19,3-12<br \/>\nMarkus 10,2-12<br \/>\nLukas 16,18<br \/>\n1. Korinther 7,10-16 u. 39-40<br \/>\nR\u00f6mer 7,2-3<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I. Eine grundlegende Definition von Ehe Bevor man sich dem Thema der Scheidung und Wiederheirat widmet, muss zun\u00e4chst klargestellt werden, was eine Ehe ist. Diese Herangehensweise lehrt uns Jesus im Umgang mit den Pharis\u00e4ern. 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